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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

23. Juli 2019 RELAY-Studie: Firstline Ramucirumab + Erlotinib ist vielversprechend bei EGFR-T790M-mutiertem NSCLC

Die Kombinationstherapie aus dem VEGFR2 (vascular endothelial growth factor receptor 2)-Antagonisten Ramucirumab und dem EGFR (epidermal growth factor receptor)-Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) Erlotinib führte bei metastasiertem, EGFR-mutiertem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) zu einer besseren Rate an progressionsfreiem Überleben (PFS) im Vergleich zur Monotherapie mit Erlotinib.
Etwa 30-60% der Patienten mit NSCLC entwickeln im Laufe der Behandlung mit gegen EGFR gerichteten TKIs eine EGFR-T790M-Mutation, woraus eine TKI-Resistenz resultiert. Daher besteht ein Bedarf an Therapieoptionen, die die Wirksamkeit der EGFR-gerichteten TKIs verlängern könnten. Präklinische und frühe klinische Daten zeigten, dass das Targeting sowohl des EGFR- als auch des VEGFR-Signalwegs zu besseren Ergebnissen führt, als nur den EGFR zu adressieren. Um diese Hypothese zu prüfen, wurde die RELAY-Studie konzipiert, die die Kombination von Erlotinib mit Ramucirumab im Vergleich zu Erlotinib alleine untersuchte (1). Primäre Studienziele waren das PFS und die Anzahl der Patienten mit einem oder mehreren therapiebezogenen Nebenwirkungen (AE) oder mit einer schwerwiegenden Nebenwirkung (SAE). Zu den sekundären Endpunkten zählten das Gesamtüberleben (OS), die Ansprechrate (ORR), die Krankheitskontrollrate (DCR), pharmakokinetische, pharmakodynamische sowie lebensqualitäts- und symptombezogene Parameter. In die Studie wurden 449 therapienaive, metastasierte Patienten mit NSCLC und Exon 19-Deletion oder Exon 21-Deletion (L8585R) in einen Arm mit täglich appliziertem Erlotinib + Ramucirumab oder Erlotinib + Placebo randomisiert. 77% der Patienten waren Asiaten, 63% weiblichen Geschlechts und 54% wiesen eine Exon 19-Deletion auf. Die Kombination aus Erlotinib + Ramucirumab führte zu einem signifikant besseren medianen PFS (19,4 Monate gegenüber 12,4 Monate; HR=0,591; p<0,0001), zu einem signifikant längeren Ansprechen (median 18,0 Monate gegenüber 11,1 Monaten; HR=0,619; p=0,0003) und zu einer besseren 2-Jahres-PFS-Rate (HR=0,690; 95%-KI: 0,490-0,972). Es gab in dieser Interimsanalyse bisher noch keinen signifikanten Unterschied hinsichtlich ORR oder OS.

Bei Progression wurde bei 43% der Patienten in der Ramucirumab-Gruppe und bei 47% in der Placebo-Gruppe (p=0,849) eine T790M-Mutation festgestellt. Unter Ramucirumab traten häufiger AEs von Grad 3 oder höher auf (72% gegenüber 54%), in erster Linie Hypertonie, bis Grad 3 (24% gegenüber 5%). In der Kombinationsgruppe ereignete sich ein Todesfall infolge eines Hämothorax.

Dr. Ticiana Leal, Wisconsin, USA, sagte, dies sei „ein ziemlich beeindruckendes PFS für diese Patientengruppe“. Sie wünschte sich weitere Daten zu den Nebenwirkungen aus Patientensicht und diskutierte, wie der Anti-Angiogenesehemmer Ramucirumab am besten in den derzeitigen Therapiealgorithmus des EGFR-mutierten NSCLC integriert werden könnte. Dies sollten ihrer Meinung nach weitere Studien klären.

Dr. rer. nat. Petra Ortner

Quelle: ASCO 2019

Literatur:

(1) Nakagawa K et al. J Clin Oncol 37, 2019 (suppl; abstr 9000).


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