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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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09. November 2018

Prostatakarzinom und Gynäkoonkologie

Axel Heidenreich
Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

diese Ausgabe ist den Fortentwicklungen der Therapieoptionen beim Prostata- sowie Zervix-, Endometrium- und Vulvakarzinom gewidmet. Steinmacher et al. beschreiben fertilitätserhaltende Therapiemaßnahmen beim frühen Zervixkarzinom, die bei äquieffektiven onkologischen Resultaten im Vergleich zu der bisherigen Standardtherapie bei günstigen tumorbiologischen Voraussetzungen und sorgfältiger Patientenauswahl bei jungen Frauen mit bestehendem Kinderwunsch im klinischen Alltag Berücksichtigung finden sollten. Dornhöfer und Mitarbeiter widmen sich in ihrem Artikel der anatomischen Rekonstruktion der Vulva nach Feldresektion und lokoregionärer Lymphadenektomie, da die radikale Vulvektomie insbesondere bei jüngeren Frauen zu kosmetisch und funktionell unbefriedigenden Ergebnissen führt. Sie beschreiben gleichwertige, wenn nicht sogar günstigere onkologische Ergebnisse im Vergleich zur Standardtherapie bei deutlich verbesserter Kosmetik. Beide Arbeiten zeigen, dass immer wieder ein Umdenken von alten Standards und Dogmen erforderlich ist.

Wir (Heidenreich et al.) erläutern die neuen Kombinationstherapien beim metastasierten Prostatakarzinom mit hoher Tumorlast, unter Hinweis auf die therapieassoziierten Toxizitäten. Insbesondere das Konzept der lokalen zytoreduktiven Chirurgie des Primarius wird kritisch beleuchtet. Walz und Mitarbeiter widmen sich der Diagnostik und Therapie skelettaler und nicht-skelettaler Komplikationen – ein immens wichtiges Feld, das jeder uroonkologisch tätige Mediziner abdecken können sollte. Nachdem alle Patienten mit metastasiertem PCA trotz effektiver medikamentöser Therapieoptionen in den Progress kommen und ein kastrationsresistentes PCA entwickeln, ist der Artikel von Grabbert und Kollegen wichtig, der die medikamentösen Therapieoptionen diskutiert. Nachdem für mCRPC-Patienten multiple Therapieansätze ähnlich effektive onkologische Ergebnisse erzielen und im klinischen Alltag keine Parameter zur Stratifizierung zur Verfügung stehen, fasst der Artikel von Frau von Amsberg die in klinischen Studien evaluierten klinischen und molekularen Marker zusammen, die einen Einfluss auf Therapieentscheidungen nehmen könnten. Diese Artikel sind zu 2 CMEs mit insgesamt 4 Punkten zusammengefasst.

Schließlich gehen Pfister et al. auf die Optionen einer chirurgischen oder radioonkologischen Salvagetherapie bei Patienten mit lokoregionären Prostatakarzinom-Rezidiven ein. Es ist meine Überzeugung, dass die Rolle der palliativen Chirurgie in Zukunft aufgrund der effektiven lebensverlängernden Therapiemaßnahmen deutlich zunehmen wird und wir uns in einem Zeitalter der minimal-invasiven Operationsmethoden als verantwortliche Uroonkologen dennoch mit der „großen“ Chirurgie befassen müssen.

Ihr Axel Heidenreich
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