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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Oktober 2017 PD-1-Inhibition: Gezielte Therapie für ein breites Spektrum von Tumorerkrankungen

Die Immuntherapie von Krebserkrankungen ist mittlerweile bei einer ganzen Reihe von Tumorentitäten etabliert. Aktuelle Ergebnisse zu PD-1-Inhibitoren sowie Ausblicke auf künftige Strategien wurden bei einem Satellitensymposium auf dem DGHO-Kongress in Stuttgart vorgestellt.
Erstmals hat die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) mit dem Anti-PD-1-Antikörper Pembrolizumab (Keytruda®) im Mai 2017 ein Krebsmedikament zur Zweitlinienbehandlung von allen soliden Tumoren mit bestimmten genetischen Veränderungen zugelassen. Die nun mit Pembrolizumab behandelbaren Tumoren zeichnen sich durch eine hohe Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H) oder eine defiziente Mismatch-Reparatur (dMMR) aus. Sie finden sich vor allem im Kolon und Rektum, im Endometrium und im Gastrointestinaltrakt. Dies deutet an, welche Möglichkeiten sich mit einer Immuntherapie eröffnen.


Standard beim NSCLC

Liegt eine PD-L1-Expression ≥ 50% vor, kann der PD-1-Inhibitor Pembrolizumab in der Erst- oder Zweitlinientherapie des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) eingesetzt werden. Zulassungsrelevant waren u.a. die Ergebnisse der Phase-III-Studie Keynote-024. Der primäre Endpunkt progressionsfreies Überleben (PFS) war unter Pembrolizumab signifikant und eindeutig verbessert mit einer Hazard-Ratio (HR) von 0,50 (95%-KI: 0,37-0,68; p<0,001). Von dieser Studie liegen nach einem medianen Follow-up von 19 Monaten nun auch Daten zum PFS2 vor. Wie eine beim ASCO 2017 vorgestellte Analyse zeigte, war das PFS2 bei Patienten nach Zweitlinientherapie, die als erste Behandlung Pembrolizumab erhalten hatten, mit im Median 18,3 Monaten signifikant länger als bei Vorbehandlung mit Chemotherapie mit 8,4 Monaten (HR=0,54; p<0,001).


Immuntherapeutika in Kombinationen

Kombinationen mit Immuntherapeutika können in der Erst- und Zweitlinien-behandlung sowie bei spezieller Tumorbiologie des NSCLC sinnvoll sein. In der Kohorte G der Keynote-021-Studie wurden 123 NSCLC-Patienten ohne aktivierende Mutationen randomisiert mit Pembrolizumab + Carboplatin/Pemetrexed oder nur mit der Chemotherapie behandelt. Unter der Immuntherapie-Chemotherapie-Kombination verbesserte sich das PFS im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie (HR=0,59). Auch bei anderen soliden Tumoren wie dem Urothelkarzinom werden Kombinationen geprüft, so in der Erstlinientherapie eine Kombination von Pembrolizumab mit Chemotherapie und in der Erst- und Zweitlinientherapie die Kombination mit Epacadostat.

sh

Quelle: Satellitensymposium „Der Neue Weg: Personalisierte Immunonkologie“, DGHO, 01.10.2017, Stuttgart; Veranstalter: MSD


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