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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Juli 2018 PARP-Inhibitoren: Gute Effekte beim BRCA-positiven metastasierten Mammakarzinom

38. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie

PARP-Inhibitoren wie Olaparib oder Talazoparib sind für einen gezielten Einsatz bei Frauen mit BRCA-positivem metastasierten Mammakarzinom aufgrund guter Wirksamkeit und Verträglichkeit in der klinischen Routine geeignet.
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Fachinformation
Etwa 30-40% der Mammakarzinome sind familiär bedingt, bei positiver Anamnese sollte man auf eine BRCA-Mutation testen. Je jünger die Patientin ist, umso häufiger lässt sich nach bisher vorliegenden Daten eine BRCA-Mutation nachweisen. Für diese Frauen kommt die Behandlung mit einem PARP-Inhibitor in Frage. Verschiedene Substanzen befinden sich derzeit in der klinischen Prüfung. Phase-III-Ergebnisse liegen zu Olaparib und Talazoparib vor.

In der offenen randomisierten OlympiAD-Studie mit 302 metastasierten Patientinnen mit einer nachgewiesenen Keimbahnmutation (gBRCA-Genmutation) verlängerte Olaparib im Vergleich zu einer Chemotherapie nach Wahl (Capecitabin, Eribulin, Vinorelbin) das progressionsfreie Überleben (PFS) von 4,2 auf im Median 7,0 Monate (HR=0,58; p=0,0009) (1). Besonders die Patientinnen mit triple-negativem metastasierten Mammakarzinom profitierten. Diese Ergebnisse führten zur Zulassung von Olaparib in den USA für die Behandlung des HER2-negativen Mammakarzinoms bei Frauen mit nachgewiesener gBRCA-Mutation nach Chemotherapie-Vorbehandlung.


EMBRACA-Studie mit Talazoparib

In der offenen internationalen randomisierten EMBRACA-Studie wurde der PARP-Inhibitor Talazoparib mit einer Chemotherapie nach Wahl (Capecitabin, Eribulin, Gemcitabin oder Vinorelbin) bei 431 Frauen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem HER2-negativen Mammakarzinom und gBRCA-Mutation verglichen. In der Studie waren etwa 50% der Frauen Hormonrezeptor(HR)-positiv und 50% triple-negativ. Primärer Endpunkt war das PFS, das durch Talazoparib signifikant um 3 Monate im Vergleich zu Chemotherapie verlängert wurde (8,6 vs. 5,6 Monate; HR=0,54; p<0,0001). Die objektive Ansprechrate lag mit 63% mehr als doppelt so hoch wie bei den Chemotherapien (27%). Unter den Frauen mit triple-negativem Mammakarzinom lag die Ansprechrate mit Talazoparib bei 61,8%, mit Chemotherapie bei 12,5%, bei Frauen mit HR-positivem Tumor bei 63,2% bzw. 37,9%. Der PARP-Inhibitor verlängerte im Vergleich zur Chemotherapie die Zeit bis zu einer Verschlechterung der Lebensqualität signifikant von 6,3 auf 24,3 Monate im Median (HR=0,38; p<0,0001).

Dr. rer. nat. Susanne Heinzl

Quelle: Satellitensymposium „Die neue Zukunft in der Behandlung des Mammakarzinoms“, Senologie-Kongress 2018, 14.06.2018, Stuttgart; Veranstalter: Pfizer Oncology

Literatur:

(1) Robson M et al. N Engl J Med 2017;377:523-533.


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