Mittwoch, 22. Mai 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Oktober 2017 Erstlinientherapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms: Cabozantinib verlängert PFS im Vergleich zu Sunitinib

Der Multitarget-Kinase-Inhibitor Cabozantinib (Cabometyx®) ist seit September 2016 in Europa zur Behandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (RCC) nach einer antiangiogenen Therapie zugelassen. Cabozantinib erweitert das Behandlungsspektrum an zielgerichtet wirkenden Medikamenten, die in den vergangenen Jahren Eingang in die Behandlung des fortgeschrittenen RCC gefunden und die Prognose der Patienten deutlich verbessert haben.
Anzeige:
Fachinformation
Unter den Therapieoptionen ab der Zweitlinie zeigte Cabozantinib bisher als einzige Monosubstanz in einer Phase-III-Studie in den 3 Wirksamkeitsendpunkten Gesamtüberleben (OS), progressionsfreies Überleben (PFS) und objektive Ansprechrate Vorteile bei vorbehandelten Patienten mit RCC gegenüber dem bisherigen Standard Everolimus (1).

Nun zeigen aktuelle Daten der Phase-II-Studie CABOSUN, die bei der ESMO-Jahrestagung 2017 in Madrid vorgestellt wurden, dass Cabozantinib möglicherweise auch in der Erstlinie dem derzeitigen Therapiestandard Sunitinib überlegen ist (2). In der offenen randomisierten Studie erhielten 157 Patienten mit nicht systemisch vorbehandeltem fortgeschrittenen RCC und intermediärem und hohem Risiko nach den IMDC-Kriterien im Verhältnis 1:1 entweder Cabozantinib (60 mg 1x tgl.) oder Sunitinib (50 mg 1x tgl., 4 Wochen, gefolgt von 2 Wochen Pause). Primärer Studienendpunkt war das PFS, sekundäre Endpunkte unter anderem das OS.

Die beim ESMO präsentierten Daten zeigten eine klinisch relevante und statistisch signifikante 52%ige Reduktion der Rate für Progression oder Tod zugunsten von Cabozantinib (HR=0,48; zweiseitiger p-Wert=0,0008) (2). Ebenso wurde ein Vorteil hinsichtlich des OS (26,6 Monate unter Cabozantinib vs. 21,1 Monate unter Sunitinib) dokumentiert, der das Signifikanzniveau aber noch nicht erreichte (HR=0,80; p=0,29). Die Toxizität von Cabozantinib und Sunitinib entsprach der von effektiven Tyrosinkinase-Inhibitoren, 21% der Patienten im Cabozantinib- und 22% im Sunitinib-Arm brachen die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab. Studienleiter Prof. Toni K. Choueiri, Boston, MA, USA, betonte, dass Cabozantinib möglicherweise eine neue Option darstelle, um zukünftig Patienten mit fortgeschrittenem RCC in der Erstlinie behandeln zu können.

Dr. Claudia Schöllmann

Quelle: Pressekonferenz „Latest developments on Cabometyx®“, ESMO 2017, 10.09.2017, Madrid; Veranstalter: Ipsen Pharma

Literatur:

(1) Choueiri TK et al. Lancet Oncol 2016;17:917-27.
(2) Choueiri TK et al. ESMO Jahrestagung 2017, Abstract LBA38_PD.


Das könnte Sie auch interessieren

Studie zu Online-Programm zur Stressreduktion ausgezeichnet

Studie zu Online-Programm zur Stressreduktion ausgezeichnet
© Andrey Popov / fotolia.com

Der Reinhold-Schwarz-Förderpreis für Psychoonkologie 2018 wurde an die Psychologin Astrid Grossert-Leugger, Basel, verliehen. Die Preisträgerin erhielt die mit 2.500 € dotierte Auszeichnung für ihre Arbeit zum Thema „Web-Based Stress Management for Newly Diagnosed Patients with Cancer (STREAM): A Randomized, Wait‐List Controlled Intervention Study“. Die Preisverleihung erfolgte auf der 17. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie...

„du bist kostbar“

Aufgrund der zunehmend verbesserten Behandlungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren nimmt die Zahl der Menschen mit Krebs, die geheilt werden oder lange mit der Erkrankung leben können, stetig zu. „Dennoch erleben Menschen, die von Krebs betroffen sind, die Krankheit meist als tiefen Eingriff ins Leben. Mit den Ärzten bespricht man die medizinischen Behandlungsschritte, doch die Angst bleibt und es stellen sich häufig viele weitere Fragen. Wir beantworten diese...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Erstlinientherapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms: Cabozantinib verlängert PFS im Vergleich zu Sunitinib"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.