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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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27. Oktober 2017

Erstlinientherapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms: Cabozantinib verlängert PFS im Vergleich zu Sunitinib

Der Multitarget-Kinase-Inhibitor Cabozantinib (Cabometyx®) ist seit September 2016 in Europa zur Behandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (RCC) nach einer antiangiogenen Therapie zugelassen. Cabozantinib erweitert das Behandlungsspektrum an zielgerichtet wirkenden Medikamenten, die in den vergangenen Jahren Eingang in die Behandlung des fortgeschrittenen RCC gefunden und die Prognose der Patienten deutlich verbessert haben.
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Unter den Therapieoptionen ab der Zweitlinie zeigte Cabozantinib bisher als einzige Monosubstanz in einer Phase-III-Studie in den 3 Wirksamkeitsendpunkten Gesamtüberleben (OS), progressionsfreies Überleben (PFS) und objektive Ansprechrate Vorteile bei vorbehandelten Patienten mit RCC gegenüber dem bisherigen Standard Everolimus (1).

Nun zeigen aktuelle Daten der Phase-II-Studie CABOSUN, die bei der ESMO-Jahrestagung 2017 in Madrid vorgestellt wurden, dass Cabozantinib möglicherweise auch in der Erstlinie dem derzeitigen Therapiestandard Sunitinib überlegen ist (2). In der offenen randomisierten Studie erhielten 157 Patienten mit nicht systemisch vorbehandeltem fortgeschrittenen RCC und intermediärem und hohem Risiko nach den IMDC-Kriterien im Verhältnis 1:1 entweder Cabozantinib (60 mg 1x tgl.) oder Sunitinib (50 mg 1x tgl., 4 Wochen, gefolgt von 2 Wochen Pause). Primärer Studienendpunkt war das PFS, sekundäre Endpunkte unter anderem das OS.

Die beim ESMO präsentierten Daten zeigten eine klinisch relevante und statistisch signifikante 52%ige Reduktion der Rate für Progression oder Tod zugunsten von Cabozantinib (HR=0,48; zweiseitiger p-Wert=0,0008) (2). Ebenso wurde ein Vorteil hinsichtlich des OS (26,6 Monate unter Cabozantinib vs. 21,1 Monate unter Sunitinib) dokumentiert, der das Signifikanzniveau aber noch nicht erreichte (HR=0,80; p=0,29). Die Toxizität von Cabozantinib und Sunitinib entsprach der von effektiven Tyrosinkinase-Inhibitoren, 21% der Patienten im Cabozantinib- und 22% im Sunitinib-Arm brachen die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab. Studienleiter Prof. Toni K. Choueiri, Boston, MA, USA, betonte, dass Cabozantinib möglicherweise eine neue Option darstelle, um zukünftig Patienten mit fortgeschrittenem RCC in der Erstlinie behandeln zu können.
Dr. Claudia Schöllmann
Quelle: Pressekonferenz „Latest developments on Cabometyx®“, ESMO 2017, 10.09.2017, Madrid; Veranstalter: Ipsen Pharma
Literatur:
(1) Choueiri TK et al. Lancet Oncol 2016;17:917-27.
(2) Choueiri TK et al. ESMO Jahrestagung 2017, Abstract LBA38_PD.
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