Mittwoch, 20. November 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

22. Juni 2018 Nicht-metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom: Erstmals Therapie in Aussicht

Bislang ist es üblich, nach einem Wiederanstieg des PSA-Werts unter Androgen-Deprivationstherapie (ADT) diese fortzusetzen, bis sich Fernmetastasen mittels Bildgebung nachweisen lassen – und dann eine für das metastasierte kastrationsresistente Prostatakarzinom (mCRPC) zugelassene Therapie zu geben. Apalutamid wurde jetzt bei Patienten mir kurzer PSA-Verdopplungszeit untersucht, die noch keine Fernmetastasen hatten.
Je schneller der PSA-Wert nach Eintreten der Kastrationsresistenz ansteigt, desto höher ist das Risiko, dass der Patient rasch Metastasen entwickeln und schließlich versterben wird, erläuterte Prof. Dr. Peter Hammerer, Braunschweig. Bislang gibt es für dieses Stadium jedoch keine Therapieoption. In die Placebo-kontrollierte, randomiserte SPARTAN-Studie wurden 1.207 Patienten mit M0 CRPC und einer PSA-Verdopplungszeit ≤ 10 Monate eingeschlossen. Sie erhielten im Verhältnis 2:1 entweder Apalutamid oder Placebo, jeweils + ADT (1). Das metastasenfreie Überleben (MFS, primärer Endpunkt) betrug bei den Patienten unter Apalutamid im Median 40,5 Monate im Vergleich zu 16,2 Monaten unter Placebo und verlängerte sich damit um gut 2 Jahre. Dies entspricht einer 72%igen Reduktion des Risikos für Fernmetastasen oder Tod. Der Vorteil war konsistent in allen getesteten Subgruppen. Klinisch wichtiger aus Sicht von Prof. Dr. Boris Hadaschik, Essen, war die Zeit bis zur symptomatischen Progression – hier war das Risiko um 55% reduziert. Als zweiter primärer Endpunkt wird zudem das zweite progressionsfreie Überleben (PFS2) ausgewertet, also die Zeit des progressionsfreien Überlebens unter Erstlinientherapie des metastasierten CRPC seit Randomisierung – hier zeigt sich eine Risikoreduktion um 51%. Das mediane Gesamtüberleben betrug im Placebo-Arm 39 Monate, im Apalutamid-Arm war es zum Zeitpunkt der Auswertung noch nicht erreicht.

Als für den Urologen ungewohnte Nebenwirkung von Apalutamid nannte Hadaschik Hautausschläge, die bei ei-nem knappen Viertel der Patienten auftraten. Diese seien topisch mit Kortison und bei Bedarf systemisch mit Antihistaminika zu behandeln. In den USA wurde Apalutamid kürzlich zugelassen, in Europa ist die Zulassung beantragt.

 

Dr. rer. nat. Anne Benckendorff

Quelle: Pipeline-Presseworkshop „Janssen in der Onkologie: Aktuelle Daten zur Therapie des nicht-metastasierten kastrations-resistenten Prostatakarzinoms mit Apalutamid“, 23.05.2018, Frankfurt am Main; Veranstalter: Janssen

Literatur:

(1) Smith MR et al. N Engl J Med 2018;378:1408-18.


Das könnte Sie auch interessieren

José Carreras Leukämie-Stiftung lobt Best Paper Award 2018

José Carreras Leukämie-Stiftung lobt Best Paper Award 2018
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

„Nur über medizinische Forschung wird es uns gelingen, Leukämie und andere bösartige Blut- oder Knochenmarkserkrankungen bei jedem und immer heilbar zu machen. Nach 2016 und 2017 zeichnet die José Carreras Leukämie-Stiftung deshalb auch in diesem Jahr wieder herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus. Dotiert ist der 3. Best Paper Award mit 10.000 Euro, über die der Preisträger für seine weitere wissenschaftliche Arbeit frei verfügen kann“,...

Brustkrebs: Informationen helfen gegen Ängste

Brustkrebs: Informationen helfen gegen Ängste
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Aktuelle Studien belegen: Patientinnen mit der Diagnose Brustkrebs profitieren von  guter Gesundheitsinformation und Aufklärung. Ängste und Sorgen nehmen ab, die Lebensqualität steigt. Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) informiert Betroffene und Angehörige seit 30 Jahren rund um das Thema Krebs. Bei 50 Prozent aller Anfragen zu Tumorlokalisationen steht das Thema Brustkrebs im Vordergrund.

Typ-2-Diabetes-Risiko senken – weniger Krebsgefahr

Typ-2-Diabetes-Risiko senken – weniger Krebsgefahr
© Fotolia / oneinchpunch

Der Weltgesundheitstag am 7. April 2016 stellt das Thema Diabetes in den Mittelpunkt. In Deutschland sind fast 7,3 Millionen Menschen von dieser Krankheit betroffen. Insbesondere Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigen Typ-2-Diabetes. Typ-2-Diabetiker haben zudem ein erhöhtes Krebsrisiko. Ein ungesunder Lebensstil kann jedoch nicht nur zu Diabetes führen, er ist auch grundsätzlich ein Risikofaktor für verschiedene Krebserkrankungen. Die Deutsche Krebshilfe...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Nicht-metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom: Erstmals Therapie in Aussicht"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO 2019
  • PD-L1-positives NSCLC: Pembrolizumab-Monotherapie bei Patienten mit und ohne Hirnmetastasen vergleichbar wirksam
  • Tumormutationslast etabliert sich als prädiktiver Marker für das Ansprechen auf Pembrolizumab bei soliden Tumoren
  • Hohes und langanhaltendes Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei unterschiedlichen MSI-H-Tumoren
  • Checkpoint-Inhibition in der adjuvanten und metastasierten Situation hat für Patienten mit Melanom das Überleben neu definiert
  • Magenkarzinom/Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs: Patienten mit MSI-high-Tumoren profitieren besonders von Checkpoint-Inhibition
  • Pembrolizumab + Chemotherapie beim Plattenepithelkarzinom-NSCLC: Überlegenes OS, PFS, ORR und PFS2 gegenüber alleiniger Chemotherapie
  • Frühes TNBC: signifikant verbesserte pCR-Rate durch neoadjuvante Therapie mit Pembrolizumab + Chemotherapie
  • HNSCC: Pembrolizumab-Monotherapie und kombiniert mit Platin-basierter Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • PD-L1-positives Magenkarzinom und AEG: Vergleichbare Lebensqualität unter Pembrolizumab-Monotherapie und Chemotherapie
  • Pembrolizumab-Monotherapie beim vorbehandelten mTNBC: Klarer Trend zu verbessertem Überleben mit zunehmender PD-L1-Expression