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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Oktober 2017 Neues Regime für die Zweitlinientherapie beim Pankreaskarzinom

Im Oktober 2016 wurde mit pegyliertem liposomalen Irinotecan (nal-IRI) erstmals eine Option für die Zweitlinientherapie des metastasierten Pankreaskarzinoms nach Versagen einer Gemcitabin-haltigen Therapie zugelassen. Die einjährigen Erfahrungen mit der Substanz im klinischen Alltag bestätigen die positiven Studiendaten.
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Die Zulassung von nal-IRI (Onivyde®) beruht auf der Phase-III-Studie NAPOLI-1, die 417 Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom und Progress nach Gemcitabin-basierter Therapie umfasste (1). Durch die zusätzliche Gabe von nal-IRI zu 5-Fluorouracil/Leukovorin (5-FU/LV) wurde im Vergleich zu 5-FU/LV allein eine Verlängerung des Gesamtüberlebens um 2 Monate erreicht (6,24 vs. 4,24 Monate; HR=0,75; 95%-KI: 0,57-0,99). Die Hazard Ratio von 0,75 entsprechend einer Reduktion des Sterberisikos um relativ 25% wertete Prof. Dr. Michael Geißler, Esslingen, als klinisch relevant. Die 1-Jahres-Überlebensrate wurde um absolut 10% – von 16% im Kontroll-Arm auf 26% mit nal-IRI – verbessert.

Besonders stark von der Kombination profitierten Patienten, die das nal-IRI-Regime in voller Dosisintensität (≥ 80%) erhielten: In diesem Subkollektiv lag das Überleben bei 8,9 Monaten und war damit fast ebenso lang wie unter einer Erstlinientherapie mit Gemcitabin/nab-Paclitaxel. Im 5-FU/LV-Arm überlebten Patienten dagegen nur 5,1 Monate. „Um das nal-IRI-Regime in voller Dosisintensität verabreichen zu können, sollte man darauf achten, dass Patienten mithilfe adäquater Supportiv-maßnahmen fit in die zweite Therapielinie kommen“, riet Geißler. Das progressionsfreie Überleben wurde etwa verdoppelt und lag im Gesamtkollektiv mit der Kombination bei 3,09 Monaten gegenüber nur 1,46 Monaten mit 5-FU/LV (HR=0,57; 95%-KI: 0,43-0,76).

Trotz der etwas erhöhten Toxizität im Kombinationsarm blieb der globale Gesundheitszustand in beiden Armen erhalten; die funktionellen Lebensqualitätsscores waren ähnlich. Zudem wurde mit der nal-IRI-Therapie ein klinisch relevanter Zugewinn im qualitätsadjustierten Überleben erreicht: Die qualitätsadjustierte Zeit ohne Symptome oder Toxizität (Q-TWIST) wurde im Vergleich zu 5-FU/LV allein um 1,3 Monate verlängert. Auch im Behandlungsalltag hat sich das nal-IRI-Protokoll bewährt; es kann nach einer Gemcitabin-Monotherapie und nach einer Gemcitabin-Kombination eingesetzt werden, berichtete Prof. Dr. Manfred Lutz, Saarbrücken. Die Zulassung von nal-IRI vor einem Jahr hat das Behandlungsspektrum nach Meinung von Prof. Dr. Armin Gerger, Graz, deutlich erweitert. Damit wird jetzt beim Pankreaskarzinom eine Sequenztherapie über mehrere Linien möglich.

Katharina Arnheim (ka)

Quelle: Pressegespräch „1 Jahr Onivyde®: Wie hat sich die Therapie für Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom verändert?“, DGHO, 30.09.2017, Stuttgart; Veranstalter: Shire

Literatur:

(1) Wang-Gillam A et al. Lancet 2016;387:545-57.


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