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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

23. Juli 2019 Neue Studiendaten zu immunonkologischen und zielgerichteten Therapien

Beim diesjährigen ASCO-Meeting war das Unternehmen Roche mit 155 Abstracts vertreten. Highlights waren Daten zum Lungen- und Mammakarzinom sowie aus dem Bereich der Hämatoonkologie und pädiatrischen Onkologie.
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In der Phase-III-Studie IMpower150 wurde die Behandlung von Patienten mit zuvor unbehandeltem metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit dem Checkpoint-Inhibitor Atezolizumab (Tecentriq®) + Bevacizumab (Avastin®) + Chemotherapie (Carboplatin + Paclitaxel) (Arm B) gegen Atezolizumab + Chemotherapie (Arm A) sowie Bevacizumab + Chemotherapie (Arm C) getestet. Koprimäre Endpunkte waren das Gesamtüberleben (OS) und das progressionsfreie Überleben (PFS). Beim ASCO-Meeting wurden nun die Daten zum Vergleich von Arm B vs. Arm C vorgestellt. Die Viererkombination (Arm B) war der Dreierkombination ohne den Checkpoint-Inhibitor (Arm C) hinsichtlich der beiden Endpunkte OS (median 19,8 vs. 14,9 Monate; HR=0,76; p=0,006) und PFS (HR=0,59; p<0,001) überlegen. Bemerkenswert war, dass Patienten mit Lebermetastasen, deren Prognose ungünstig ist, in besonderem Maße von der Viererkombination profitieren (OS-HR=0,52; PFS-HR=0,41).

Auch im Bereich des triple-negativen Mammakarzinoms (TNBC) gab es interessante neue Studiendaten. So wurde die zweite Interimsanalyse der IMpassion130-Studie zum OS vorgestellt, zudem aktualisierte Sicherheitsdaten und patient reported outcomes (PRO). Die Phase-III-Studie testete die Kombination Atezolizumab + nab-Paclitaxel gegen Placebo + nab-Paclitaxel bei 902 TNBC-Patientinnen. Die aktuelle Analyse nach 18 Monaten ergab eine klinisch relevante Verlängerung des OS um median 7 Monate unter der kombinierten Immuntherapie (medianes OS 25 vs. 18 Monate, HR=0,86; p=0,078) bei den PD-L1-positiven Patientinnen. Nach 2 Jahren waren immer noch 51% der PD-L1-positiven Patientinnen am Leben gegenüber 37% im Kontroll-Arm. In der Gesamtpopulation der Patientinnen (ITT) zeigte sich ein Trend zugunsten der Immuntherapiegruppe, doch wurde das Signifikanzniveau verfehlt. Es wurden keine neuen Sicherheitssignale identifiziert. Wie die Patientinnen selbst berichteten (PRO), schränkte die Kombinationsbehandlung ihre Lebensqualität nicht ein.

Im Bereich der pädiatrischen Onkologie wurden Daten der Phase-I/II-Studie STARTRK-NG mit der Prüfsubstanz Entrectinib bei Kindern und Jugendlichen mit verschiedenen rezidivierenden und refraktären soliden Tumoren inklusive ZNS-Tumoren vorgestellt. Entrectinib ist eine in klinischer Entwicklung befindliche orale Substanz der nächsten Generation zur Behandlung von Tumoren mit ROS1- und NTRK-Genfusionen. An der Studie nahmen 29 Kinder und Jugendliche im Alter von 5 Monaten bis 20 Jahren mit verschiedenen, auch seltenen Tumorentitäten teil. Bei einem Teil der Patienten wiesen die Tumoren molekulare Veränderungen (Fusionen) in den Genen NTRK1/2/3, ROS1 oder ALK auf (n=12), bei den anderen (n=17) nicht. Entrectinib zeigte ein signifikant besseres Ansprechen bei allen pädiatrischen Tumortypen mit den Genfusionen (p<0,0001) – auch bei Tumoren des ZNS.

Dr. rer. nat. Claudia Schöllmann

Quelle: Media Briefing „Learning from every patient to better care for every patient: It´s in our DNA“, ASCO, 31.05.2019, Chicago, USA; Veranstalter: Roche


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