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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

26. Juni 2017 Neu diagnostiziertes, metastasiertes Prostatakarzinom: Abirateron verdoppelt Zeit bis zum Fortschreiten der Krankheit

Abirateron plus Prednison zusätzlich zur Standardtherapie verringert das Mortalitätsrisiko von Männern mit neu diagnostiziertem, metastasiertem Prostatakarzinom um 38%. In einer klinischen Phase-III-Studie mit mehr als 1.200 Patienten konnte mit Abirateron die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung von 14,8 auf 33 Monate verlängert werden.
Patienten, bei denen ein metastasiertes Prostatakarzinom diagnostiziert wird, leben durchschnittlich weniger als 5 Jahre. In die multinationale, randomisierte und Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie LATITUDE wurden Patienten mit neu diagnostiziertem, bereits metastasiertem Prostatakarzinom eingeschlossen, die zuvor noch keine Androgenentzugstherapie (ADT) erhalten hatten. Alle Patienten hatten mindestens 2 von 3 Risikofaktoren (Gleason Score ≥ 8, ≥ 3 Metastasen,oder ≥ 3 viszerale Metastasen). Die Patienten wurden randomisiert zu ADT + Abirateron/Prednison oder ADT + Placebo.

Nach einem medianen Follow-up von 30,4 Monaten war das Sterberisiko in der Abirateron-Gruppe um 38% niedriger als in der Placebo-Gruppe. Das mediane Gesamtüberleben war in der Abirateron-Gruppe noch nicht erreicht und betrug in der Placebo-Gruppe 34,7 Monate. Das Risiko eines Fortschreitens der Erkrankung konnte mit Abirateron um 53% veringert werden im Vergleich zur Placebo-Gruppe, die nur ADT erhalten hatte. Das Tumorwachstum wurde im Median um 18,2 Monate verzögert. Häufige Nebenwirkungen mit Abirateron und Prednison sind Bluthochdruck (20 vs. 10%), niedrige Kaliumspiegel (10,4 vs. 1,3%) und erhöhte Leberwerte. Als nächstes sollte geprüft werden, ob Abirateron zusätzlich zu einer Chemotherapie mit Docetaxel noch einen weiteren Vorteil bringt, sagte Karim Fizazi, Villejuif, Frankreich, der die Studie auf dem ASCO präsentierte.

(red.)

Quelle: ASCO 2017, LBA3


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