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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

16. März 2018
Seite 1/2
NSCLC: Kongresshighlights in 2017

Die Dynamik in der Therapie des NSCLC spiegelt sich in der Studienlandschaft wider, die Dr. Karl-Matthias Deppermann, Düsseldorf, zusammenfasste.
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PACIFIC

Die PACIFIC-Studie (1), die auf dem ESMO 2017 in Madrid vorgestellt wurde, wird nach Auffassung von Deppermann „practise-changing“ sein. Sie prüfte zum ersten Mal eine konsolidierende Immuntherapie mit Durvalumab vs. Placebo nach Chemoradiotherapie bei nicht resektablen NSCLC-Patienten im Stadium III. Der ko-primäre Endpunkt (progressionsfreies Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS)) wurde deutlich erreicht. Mit einer konsolidierenden Immuntherapie betrug das mediane PFS 16,8 Monate vs. 5,6 Monate im Placebo-Arm (HR=0,52; p<0,001). Das PFS nach 12 und 18 Monaten wurde fast verdoppelt (55,9 vs. 35,3% bzw. 44,2 vs. 27,0%). Ermutigend sei auch gewesen, dass sich eine Plateau-Bildung in der Überlebenskurve der immuntherapierten Patientengruppe abzeichnete. Dabei war die Toxizität mit Durvalumab nicht maßgeblich erhöht, erwähnte Deppermann.


FLAURA und ALEX

Ein zweites großes Feld ist die Therapie mit Tyrosinkinase-Inhibitoren. Hier gab es laut Deppermann 2 weitere practise-changing Studien, die ebenfalls auf dem ESMO vorgestellt wurden: FLAURA (2) und ALEX (3).

In der FLAURA-Studie (2) erzielte die Erstlinienbehandlung mit dem EGFR-Tyrosinkinasehemmer (TKI) Osimertinib bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC (Stadium IV) mit EGFR-Mutation ein längeres medianes PFS von 18,9 Monaten im Vergleich zu 10,2 Monaten unter Erlotinib oder Gefitinib (HR=0,46; p<0,001). Die mediane Dauer des Ansprechens betrug 17,2 Monate mit Osimertinib vs. 8,5 Monate mit Standard EGFR-TKI. Gleichzeitig erwies sich Osimertinib als besser verträglich als Gefitinib oder Erlotinib (Adverse events ≥ Grad 3: 34 vs. 45%). Ein neuer Aspekt ist Deppermann zufolge die Wirksamkeit von Osimertinib bei Hirnmetastasen.

Die Studie ALEX (3) prüfte bei nicht vorbehandelten ALK-mutierten Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC die seit kurzem auch für die Erstlinientherapie zugelassene Substanz Alectinib vs. Crizotinib. „Auch hier wurde eine beeindruckende Hazard Ratio von 0,47 für Krankheitsprogression oder Tod erreicht“, so Deppermann. Die Patienten waren mit Alectinib über 2 Jahre und damit mehr als doppelt so lang wie unter Crizotinib progressionsfrei. Das durch die Prüfärzte bewertete mediane PFS war unter Alectinib noch nicht erreicht vs. 11,1 Monate in der Crizotinib-Gruppe. Alectinib ist auch bei Patienten mit Hirnmetastasen wirksam. Für diese Gruppe konnte ein signifikanter PFS-Vorteil unabhängig von der ZNS-Metastasierung zu Studienbeginn gezeigt werden. „Eine Wirksamkeit von Alectinib besteht auch bei Patienten mit leptomenigealer Beteiligung“, sagte Deppermann.
 
Dr. Karl-Matthias Deppermann, Düsseldorf



Innovative Chemotherapien

„Die Chemotherapie ist in der Behandlung des fortgeschrittenen NSCLC weiterhin etabliert und kommt in der Erstlinientherapie immer zum Einsatz, wenn keine PD-L1-Überexpression vorliegt oder entsprechende gezielte Therapien ausgeschöpft sind“, betonte Deppermann. nab-Paclitaxel ist inzwischen in mehreren Settings untersucht worden, z.B. bei älteren NSCLC-Patienten in der Studie Abound 70+ (4) und in der Abound.sqm bei NSCLC-Patienten mit Plattenepithelhistologie (5, 6). Diese Studien bestätigen die Daten der Zulassungsstudien und zeigen, dass nab-P+Carboplatin eine gut verträgliche Kombination ist: Bei den älteren Patienten bestätigt sich das lange Gesamtüberleben; beim Plattenepithelkarzinom bestätigt sich die gute Ansprechrate. In beiden Kollektiven in der Abound 70+ bzw. sqm kam es zu einer Reduktion lungenkrebsspezifischer Symptome unter nab-P+Carboplatin (z.B. Husten, Hämoptysen, Kurzatmigkeit).

 
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