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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

07. Dezember 2017 NSCLC: Ergebnisse der Keynote-24-Studie könnten Therapielandschaft verändern

Der aktuelle Therapiealgorithmus beim fortgeschrittenen, nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) sieht für die meisten Patienten in der ersten Linie eine Platin-basierte Chemotherapie vor, erklärte Prof. Dr. Jürgen Wolf, Köln. „Doch dies könnte sich durch die Ergebnisse der Studie Keynote-24 ändern.“ In dieser Untersuchung, die als ein Einschlusskriterium eine hohe Tumor-PD-L1-Expression hatte, zeigte sich Pembrolizumab (KEYTRUDA®) dem -Chemotherapie-Regime überlegen.
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Mit dem bisherigen Erstlinienstandard erreichte man ein medianes Gesamtüberleben (OS) von 10 bis 12 Monaten, „gänzlich unabhängig davon, welche Kombination gefahren wurde“, sagte Wolf. Die Ergebnisse von Keynote-24, in der Pembrolizumab gegen das bisher gültige Behandlungsschema getestet wurde, dürften die Therapielandschaft wesentlich verändern, so Wolf. Die Patienten hatten keine systemische Chemotherapie als Vorbehandlung für die fortgeschrittene Tumorerkrankung (UICC IV) erhalten. Die Tumorhistologie wies keine EGFR- oder ALK-Mutationen auf und es durften keine unbehandelten Hirnmetastasen vorliegen. Außerdem mussten die Tumorzellen einen hohen Tumor Proportion Score (TPS), d.h. prozentualen Anteil PD-L1-positiver Tumorzellen der Gewebeprobe ≥ 50% haben.


Signifikante Überlegenheit beim PFS, ORR und OS

Beim primären Endpunkt, dem progressionsfreien Überleben (PFS), war Pembrolizumab (n=154) der kombinierten Chemotherapie (n=151) signifikant überlegen (p<0,001). Der Median des PFS für den Checkpoint-Inhibitor betrug 10,3 Monate vs. 6 Monate unter Chemotherapie (HR=0,5). Ein bestätigtes Gesamt-Ansprechen (ORR) wurde bei 45% der Patienten gesehen, und war somit dem Chemotherapie-Regime mit 28% ebenfalls signifikant überlegen (p=0,0011) (1). Besonders überzeugend war der Benefit für die Patienten im OS, dem sekundären Endpunkt. Nicht zuletzt, so Wolf, weil die Hälfte der Patienten von der Möglichkeit eines Crossovers Gebrauch gemacht hatte. Nach über 30 Monaten ergab sich ein medianes OS im Pembrolizumab-Kollektiv von 30 Monaten gegenüber 14,2 Monaten unter Chemotherapie; auch dies war statis-tisch signifikant (p=0,002) (2).

Demnach müsste der Behandlungs-algorithmus, so Wolf, dergestalt umgeschrieben werden, dass Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC ohne Treiber-Mutationen, die aber zugleich einen TPS > 50% haben, in der ersten Linie mit Pembrolizumab behandelt werden. Zumal sich die Behandlung mit dem Checkpoint-Inhibitor als deutlich verträglicher erwiesen hat: Trotz doppelt so langer medianer Expositionsdauer betrug die behandlungsbezogene Rate unerwünschter Wirkungen vom Grad 3 und 4 unter Pembrolizumab 21% gegenüber 51% unter der Chemotherapie (1).

Reimund Freye

Quelle: Satellitensymposium: „Immunonkologie – Ein spannender Weg“, AIO, 18.11.2017, Berlin; Veranstalter: MSD

Literatur:

(1) Reck M et al. Ann Oncol 2016;27(suppl 6):abstr LBA8_PR (ESMO 2016, Kopenhagen).
(2) Brahmer JR et al. J Thorac Oncol 2017;12(suppl): Abstr OA 17.06 (WCLC 2017, Yokohama).


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