Mittwoch, 22. Mai 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

07. Dezember 2017 NSCLC: Ergebnisse der Keynote-24-Studie könnten Therapielandschaft verändern

Der aktuelle Therapiealgorithmus beim fortgeschrittenen, nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) sieht für die meisten Patienten in der ersten Linie eine Platin-basierte Chemotherapie vor, erklärte Prof. Dr. Jürgen Wolf, Köln. „Doch dies könnte sich durch die Ergebnisse der Studie Keynote-24 ändern.“ In dieser Untersuchung, die als ein Einschlusskriterium eine hohe Tumor-PD-L1-Expression hatte, zeigte sich Pembrolizumab (KEYTRUDA®) dem -Chemotherapie-Regime überlegen.
Mit dem bisherigen Erstlinienstandard erreichte man ein medianes Gesamtüberleben (OS) von 10 bis 12 Monaten, „gänzlich unabhängig davon, welche Kombination gefahren wurde“, sagte Wolf. Die Ergebnisse von Keynote-24, in der Pembrolizumab gegen das bisher gültige Behandlungsschema getestet wurde, dürften die Therapielandschaft wesentlich verändern, so Wolf. Die Patienten hatten keine systemische Chemotherapie als Vorbehandlung für die fortgeschrittene Tumorerkrankung (UICC IV) erhalten. Die Tumorhistologie wies keine EGFR- oder ALK-Mutationen auf und es durften keine unbehandelten Hirnmetastasen vorliegen. Außerdem mussten die Tumorzellen einen hohen Tumor Proportion Score (TPS), d.h. prozentualen Anteil PD-L1-positiver Tumorzellen der Gewebeprobe ≥ 50% haben.


Signifikante Überlegenheit beim PFS, ORR und OS

Beim primären Endpunkt, dem progressionsfreien Überleben (PFS), war Pembrolizumab (n=154) der kombinierten Chemotherapie (n=151) signifikant überlegen (p<0,001). Der Median des PFS für den Checkpoint-Inhibitor betrug 10,3 Monate vs. 6 Monate unter Chemotherapie (HR=0,5). Ein bestätigtes Gesamt-Ansprechen (ORR) wurde bei 45% der Patienten gesehen, und war somit dem Chemotherapie-Regime mit 28% ebenfalls signifikant überlegen (p=0,0011) (1). Besonders überzeugend war der Benefit für die Patienten im OS, dem sekundären Endpunkt. Nicht zuletzt, so Wolf, weil die Hälfte der Patienten von der Möglichkeit eines Crossovers Gebrauch gemacht hatte. Nach über 30 Monaten ergab sich ein medianes OS im Pembrolizumab-Kollektiv von 30 Monaten gegenüber 14,2 Monaten unter Chemotherapie; auch dies war statis-tisch signifikant (p=0,002) (2).

Demnach müsste der Behandlungs-algorithmus, so Wolf, dergestalt umgeschrieben werden, dass Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC ohne Treiber-Mutationen, die aber zugleich einen TPS > 50% haben, in der ersten Linie mit Pembrolizumab behandelt werden. Zumal sich die Behandlung mit dem Checkpoint-Inhibitor als deutlich verträglicher erwiesen hat: Trotz doppelt so langer medianer Expositionsdauer betrug die behandlungsbezogene Rate unerwünschter Wirkungen vom Grad 3 und 4 unter Pembrolizumab 21% gegenüber 51% unter der Chemotherapie (1).

Reimund Freye

Quelle: Satellitensymposium: „Immunonkologie – Ein spannender Weg“, AIO, 18.11.2017, Berlin; Veranstalter: MSD

Literatur:

(1) Reck M et al. Ann Oncol 2016;27(suppl 6):abstr LBA8_PR (ESMO 2016, Kopenhagen).
(2) Brahmer JR et al. J Thorac Oncol 2017;12(suppl): Abstr OA 17.06 (WCLC 2017, Yokohama).


Das könnte Sie auch interessieren

World Blood Cancer Day 2017: Mehr Lebenschancen durch nachhaltige Aufklärung

World Blood Cancer Day 2017: Mehr Lebenschancen durch nachhaltige Aufklärung
© DKMS gemeinnützige Gesellschaft mbH

in diesem Jahr liegt der Fokus des jährlichen World Blood Cancer Day (WBCD) am 28. Mai auf nachhaltiger Bildung rund um das Thema Blutkrebs. Darüber hinaus wird gemeinsam mit Helfern, Gruppen und Organisationen weltweit im Rahmen des jährlichen Aufmerksamkeitstags Solidarität mit Patienten demonstriert. Die DKMS appelliert: Macht alle mit! Jeder kann sich am WBCD beteiligen und so den Kampf gegen Blutkrebs voranbringen.

Urologen starten Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017

Urologen starten Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017
© Paolese / Fotolia.com

Deutschlands Urologen gehen neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit: Mit der Einführung der „Urologischen Themenwochen“ baut die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) ihr Engagement in der medizinischen Aufklärung der Bevölkerung erneut aus: Den Anfang macht die Urologische Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017. Mit zielgruppengerecht aufbereiteten Informationen wollen Urologinnen und Urologen männliche Heranwachsende und junge...

Darmkrebspatienten benötigen spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung

Darmkrebspatienten benötigen spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung
© Fotolia / cryonoid_media

Mit einem Pressegespräch am 19. April in Berlin nimmt EuropaColon Deutschland e. V. seine Tätigkeit als spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung von Darmkrebspatienten auf. Der neu gegründete Verein ist die deutsche Tochter der seit zwölf Jahren europaweit aktiven Patientenorganisation EuropaColon, die in 24 Ländern Europas Menschen mit Darmkrebs unterstützt und gegenüber der Gesundheitspolitik für deren Interessen eintritt. Der Verein soll Anlaufstelle...

Frauenärzte der GenoGyn fordern Maßnahmen gegen riskanten Alkoholkonsum

Frauenärzte der GenoGyn fordern Maßnahmen gegen riskanten Alkoholkonsum
© karepa / Fotolia.com

Beim Alkoholkonsum belegt Deutschland im weltweiten Vergleich stets Spitzenplätze: Rund zehn Liter reinen Alkohols werden hierzulande nach aktuellen Informationen des Bundesgesundheitsministeriums jedes Jahr pro Kopf getrunken und verursachen alljährlich volkswirtschaftliche Schäden in Höhe von 26,7 Milliarden Euro. „Obwohl Erkenntnisse über das Suchtpotenzial von Alkohol in der Gesellschaft inzwischen hinlänglich verbreitet sind, finden Bier, Wein und...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"NSCLC: Ergebnisse der Keynote-24-Studie könnten Therapielandschaft verändern"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.