Sonntag, 21. April 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

06. Dezember 2016 NSCLC: Checkpoint-Inhibitor in Erstlinienbehandlung erfolgreich

Die Immuntherapeutika können bei recht differenten Tumorentitäten indiziert sein, stellte Prof. Dr. Frank Griesinger, Oldenburg, fest. Immer mehr kristallisiert sich zudem heraus, dass durch eine zuverlässigere Bestimmung der PD-L1-Expression das neuere Therapieprinzip effizienter und individualisierter eingesetzt werden kann.
Waren zuvor bei der PD-L1-Bestimmung noch sehr verschiedene Tests auf dem Markt, so hat innerhalb kurzer Zeit eine rasche Validierung und Standardisierung stattgefunden, berichtete Prof. Dr. Peter Schirmacher, Heidelberg. Die Validität und Exaktheit immunhistochemischer Tests wird in angelaufenen Ringversuchen weiter abgesichert.

Eine genaue Bestimmung der PD-L1-Expression, gemessen als TPS (Tumor Proportion Score) ist notwendig, um die Checkpoint-Inhibitoren gezielt und effektiv anwenden zu können, erklärte Prof. Dr. Hans--Georg Kopp, Tübingen. In der KEYNOTE-001-Studie sah man deutlich eine Korrelation des Ansprechens von Pembrolizumab in Abhängigkeit vom Anteil der Tumorzellen, die PD-L1 auf ihrer Zelloberfläche vorweisen.

Daher setzte man in KEYNOTE-024 zur Testung von Pembrolizumab als Monotherapie in der Erstlinienbehandlung beim NSCLC einen Cut-off des TPS von mindestens 50% fest. Pembrolizumab (Keytruda®) wurde gegen eine Platin-basierte Chemotherapie untersucht. Es konnte vom Studienarzt aus 5 gängigen Chemotherapieregimen ausgewählt werden. Die Histologie umfasste sowohl Plattenepithel- als auch Adenokarzinome. Pembrolizumab erzielte bei dieser Patientenpopulation eine 50%ige Risikoreduktion bezüglich des progressionsfreien Überlebens (PFS) und eine 40%ige Reduktion der Gesamtsterblichkeit (OS) im Vergleich zur Chemotherapie. Die häufigsten Nebenwirkungen unter Pembrolizumab waren Diarrhoe, Fatigue und Fieber (1). Die Studie ist zur Zulassung von Pembrolizumab in Europa eingereicht.

Bereits vor Kurzem wurde dieser Checkpoint-Inhibitor in der 2. Behandlungslinie aufgrund der KEYNOTE-010-Studie für die Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden NSCLC zugelassen.

Prof. Dr. Viktor Grünwald, Hannover, sieht bei den Kopf-Hals-Tumoren für die Checkpoint-Inhibitoren zunächst einen Einsatzort in der 2. Behandlungslinie. Die Erforschung in der Erstlinien-Therapie ist der nächste Schritt. Erste Ergebnisse aus der KEYNOTE-055-Studie, in welcher Pembrolizumab nach Versagen einer Therapie mit Platin und Cetuximab in einer einarmigen Untersuchung verabreicht wurde, liegen vor. Immerhin konnte bei 54% der Patienten eine Schrumpfung der Tumorlast in den Zielläsionen dokumentiert werden (2). „Insgesamt ein vielversprechendes Zwischenergebnis“, resümierte Grünwald.

Reimund Freye

Quelle: Satellitensymposium „Immuntherapie – Was bringt die Zukunft?“, DGHO-Kongress 2016, 14.10.2016, Leipzig; Veranstalter: MSD

Literatur:

(1) Reck M et al. N Engl J Med 2016; doi: 10.1056/NEJMoa1606774.
(2) Bauml J et al. presentation at ASCO 2016.


Das könnte Sie auch interessieren

Junge Krebspatienten: Ausbildung und Familie, aber auch Angst und Schmerzen

Junge Krebspatienten: Ausbildung und Familie, aber auch Angst und Schmerzen
© pathdoc / Fotolia.com

„Ich hatte große Träume für mein Leben, jetzt denke ich oft viel, viel kurzfristiger“, sagt die 25-jährige Studentin Mia*, die vor anderthalb Jahren an Krebs erkrankte. Nach der Diagnose musste sie ihr Studium unterbrechen, ihre Familienplanung in Frage stellen und auch mit ihrem Freundeskreis einen neuen Umgang finden. Sie ist eine von rund 15.000 jungen Menschen, die jährlich im Alter von 18 bis 39 Jahren die Diagnose Krebs erhalten.

DEGUM-Experten fordern Ultraschall der Eierstöcke als Kassenleistung

DEGUM-Experten fordern Ultraschall der Eierstöcke als Kassenleistung
© CLIPAREA.com / fotolia.com

Um harmlose Eierstockzysten von bösartigem Eierstockkrebs zu unterscheiden, verwenden Ärzte das Ultraschallverfahren. Zysten und Krebsgeschwülste bilden im sonografischen Bild bestimmte Muster, die ein erfahrener Fachmann unterscheiden kann. Für ein hohes Qualitätsniveau der Untersuchung setzt sich die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) ein. Sie fordert, dass der Ultraschall der Eierstöcke eine Kassenleistung wird – auch...

Schmerzmittel Methadon ist kein Krebsheilmittel - keine falschen Hoffnungen wecken

Schmerzmittel Methadon ist kein Krebsheilmittel - keine falschen Hoffnungen wecken
@ efmukel / Fotolia.com

Das Opioid Methadon sollte nicht zur Tumortherapie eingesetzt werden. Die derzeit vorliegenden Daten aus Labor- und Tierversuchen sowie einer Studie mit 27 Krebspatienten reichen nicht aus, um eine Behandlung zu rechtfertigen. Einige Medienberichte wecken dennoch bei an Leukämie oder Hirntumor erkrankten Patienten die falsche Hoffnung auf Heilung. Methadon ist zur Behandlung starker Schmerzen zugelassen und ein etabliertes Medikament in der Schmerztherapie bei Krebserkrankten. Darauf...

Personalisierte Medizin in der Onkologie: Behandlung bestmöglich auf den Patienten zuschneiden

Medikamente möglichst maßgeschneidert auf die spezifischen Merkmale einer Krankheit zuzuschneiden und diese gezielt bei jenen Patienten einzusetzen, denen sie am besten helfen, lautet das Credo der Personalisierten Medizin. Dank vertiefter Kenntnisse über die molekularbiologischen Ursachen von Krankheiten gibt es heute bereits eine Reihe von innovativen diagnostischen Tests, durch die Patienten identifiziert werden können, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine...

Neue Krebs-Studien zur Immuntherapie am Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) für Patienten geöffnet

Das Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) am Krankenhaus Nordwest startet jetzt in Kooperation mit der Klinik für Onkologie und Hämatologie zwei neue Studien zur Wirksamkeit eines hoch innovativen immuntherapeutischen Ansatzes unter Verwendung von sogenannten Checkpoint-Hemmern: Diese sollen die Blockaden des Immunsystems gegen Krebszellen aufheben. An der ersten Studie in Phase II nehmen Patienten mit vorbehandeltem Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) teil, die einen...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"NSCLC: Checkpoint-Inhibitor in Erstlinienbehandlung erfolgreich"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.