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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

06. Dezember 2016 NSCLC: Checkpoint-Inhibitor in Erstlinienbehandlung erfolgreich

Die Immuntherapeutika können bei recht differenten Tumorentitäten indiziert sein, stellte Prof. Dr. Frank Griesinger, Oldenburg, fest. Immer mehr kristallisiert sich zudem heraus, dass durch eine zuverlässigere Bestimmung der PD-L1-Expression das neuere Therapieprinzip effizienter und individualisierter eingesetzt werden kann.
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Fachinformation
Waren zuvor bei der PD-L1-Bestimmung noch sehr verschiedene Tests auf dem Markt, so hat innerhalb kurzer Zeit eine rasche Validierung und Standardisierung stattgefunden, berichtete Prof. Dr. Peter Schirmacher, Heidelberg. Die Validität und Exaktheit immunhistochemischer Tests wird in angelaufenen Ringversuchen weiter abgesichert.

Eine genaue Bestimmung der PD-L1-Expression, gemessen als TPS (Tumor Proportion Score) ist notwendig, um die Checkpoint-Inhibitoren gezielt und effektiv anwenden zu können, erklärte Prof. Dr. Hans--Georg Kopp, Tübingen. In der KEYNOTE-001-Studie sah man deutlich eine Korrelation des Ansprechens von Pembrolizumab in Abhängigkeit vom Anteil der Tumorzellen, die PD-L1 auf ihrer Zelloberfläche vorweisen.

Daher setzte man in KEYNOTE-024 zur Testung von Pembrolizumab als Monotherapie in der Erstlinienbehandlung beim NSCLC einen Cut-off des TPS von mindestens 50% fest. Pembrolizumab (Keytruda®) wurde gegen eine Platin-basierte Chemotherapie untersucht. Es konnte vom Studienarzt aus 5 gängigen Chemotherapieregimen ausgewählt werden. Die Histologie umfasste sowohl Plattenepithel- als auch Adenokarzinome. Pembrolizumab erzielte bei dieser Patientenpopulation eine 50%ige Risikoreduktion bezüglich des progressionsfreien Überlebens (PFS) und eine 40%ige Reduktion der Gesamtsterblichkeit (OS) im Vergleich zur Chemotherapie. Die häufigsten Nebenwirkungen unter Pembrolizumab waren Diarrhoe, Fatigue und Fieber (1). Die Studie ist zur Zulassung von Pembrolizumab in Europa eingereicht.

Bereits vor Kurzem wurde dieser Checkpoint-Inhibitor in der 2. Behandlungslinie aufgrund der KEYNOTE-010-Studie für die Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden NSCLC zugelassen.

Prof. Dr. Viktor Grünwald, Hannover, sieht bei den Kopf-Hals-Tumoren für die Checkpoint-Inhibitoren zunächst einen Einsatzort in der 2. Behandlungslinie. Die Erforschung in der Erstlinien-Therapie ist der nächste Schritt. Erste Ergebnisse aus der KEYNOTE-055-Studie, in welcher Pembrolizumab nach Versagen einer Therapie mit Platin und Cetuximab in einer einarmigen Untersuchung verabreicht wurde, liegen vor. Immerhin konnte bei 54% der Patienten eine Schrumpfung der Tumorlast in den Zielläsionen dokumentiert werden (2). „Insgesamt ein vielversprechendes Zwischenergebnis“, resümierte Grünwald.

Reimund Freye

Quelle: Satellitensymposium „Immuntherapie – Was bringt die Zukunft?“, DGHO-Kongress 2016, 14.10.2016, Leipzig; Veranstalter: MSD

Literatur:

(1) Reck M et al. N Engl J Med 2016; doi: 10.1056/NEJMoa1606774.
(2) Bauml J et al. presentation at ASCO 2016.


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