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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

08. September 2017 Mit T-VEC gegen Melanom-Zellen

Onkolytische Viren, die Tumorzellen infizieren und lysieren, bilden einen neuen Therapieansatz beim unresezierbaren, lokal fortgeschrittenen und frühen metastasierten Melanom. Die erste derartige Immuntherapie, für die ein Nutzen beim Melanom nachgewiesen werden konnte und die in Europa zugelassen ist, ist T-VEC.
Derzeit befindet sich eine Reihe von Viren in der Entwicklung, die in der Lage sind, Melanomzellen zu infizieren, sich darin zu vermehren und diese schließlich abzutöten. Teils handelt es sich um Viren, die nicht modifiziert sind, teils durchlaufen Viren sehr umfangreiche Veränderungen, um bestimmte Eigenschaften zu erzielen, erläuterte Prof. Dr. Christoph Höller, Wien. Im konkreten Fall von T-VEC (Talimogen laherparepvec, Imlygic®) handelt es sich um ein modifiziertes Herpes-Simplex-Virus- Typ 1 (HSV-1). Dieses ist charakterisiert durch die funktionelle Deletion zweier Gene (ICP34.5 und ICP47) sowie Insertion des humanen Granulozyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierenden Faktors (hGM-CSF), letzteres mit dem Ziel, die Immunantwort auf den Tumor zu verstärken (1).

Die Indikation für eine derartige lokale Behandlung sieht Dr. Peter Mohr, Buxtehude, unter anderem bei inoperablen kutanen oder subkutanen Metastasen, bei einer Kontraindikation für eine Strahlentherapie oder systemische Therapie. Diese Behandlung direkt in der Läsion ist zudem abhängig etwa von Größe/Tumorvolumen und Tumordynamik und nicht zuletzt von Alter und klinischem Status des Patienten.

In OPTIM, einer offenen Phase-III-Studie wurde T-VEC gegen GM-CSF im Verhältnis 2:1 bei Melanom-Patienten in Stadien IIIB/C und IV eingesetzt (2). Primärer Endpunkt war die dauerhafte Ansprechrate (durable response rate, DRR). T-VEC wurde in kutane, subkutane und nodale Läsionen appliziert. Eine Injektion in viszerale Läsionen war nicht erlaubt. Die DRR lag für T-VEC bei 16,3%, während sie unter GM-CSF nur 2,1% betrug (p<0,0001). Ein komplettes Ansprechen erzielten 10,8% versus 0,7%, ein partielles 15,6% versus 5,0% der Patienten. Das Gesamtüberleben (OS) verlängerte sich unter T-VEC gegenüber der Kontrolle um 4,4 Monate (23,3 vs. 18,9 Monate, p=0,051). Wie Mohr ausführte, waren DRR und OS unter T-VEC in der Subpopulation im Stadium IIIB/C, IVM1a am höchsten. Als wichtigste häufigere Nebenwirkungen unter T-VEC traten Fatigue, Schüttelfrost, Fieber, Übelkeit, Grippe-ähnliche Erkrankungen und Schmerzen an der Injektionsstelle auf.

Martin Bischoff

Quelle: Satellitensymposium „Going viral with melanoma“, im Rahmen des 7th European Post-Chicago Melanoma/Skin Cancer Meeting, 29.06.2017, München; Veranstalter: Amgen

Literatur:

(1) Liu BL et al. Gene Ther 2003;10(4):292-303.
(2) Andtbacka RH et al. J Clin Oncol 2015;33(25): 2780-8.


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