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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

08. September 2017 Metastasiertes kolorektales Karzinom: Die Tumorlokalisation ist ein bedeutender Prognoseparameter

Ein Primärtumor im rechtsseitigen Kolon bis einschließlich Colon transversum mit KRAS-Wildtyp (WT) hat eine schlechtere Prognose als eine Lokalisation distal der Milzflexur. Das gilt auch bei zusätzlicher BRAF-Mutation und ist zugleich ein Argument für eine Bevacizumab-basierte Therapie – nicht nur in der Erstlinie.
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Diese räumliche Differenzierung wird durch molekulare Charakteristika gestützt, „sodass wir sowohl von den klinischen Befunden als auch von den molekularen Markern, die wir als wichtig erachten, eine gute Trennung haben“, betonte Prof. Dr. Arndt Vogel, Hannover. Für die prinzipielle Wirksamkeit eines antiangiogenetischen Therapie-Ansatzes mit Bevacizumab (Avastin®) ist die Tumorlokalisation zwar kaum bedeutsam (1), wohl aber für die Behandlung mit EGF-Rezeptor-Antikörpern wie Cetuximab, die in Leitlinien ausschließlich bei linksseitigen Tumoren empfohlen wird. Bei rechtsseitigen Primärtumoren profitieren „diese Patienten selten oder gar nicht von einer EGFR-Therapie“, so Vogel.

Der hingegen für eine Bevacizumab-basierte Primärtherapie rechtsseitiger Primarien in mehreren Studien nachgewiesene Vorteil im Vergleich zu einer EGFR-basierten Behandlung werde durch aktuelle Daten (2) des ASCO 2017 nun auf Patienten mit All-RAS/BRAF-WT und BRAF-Mutation erweitert. Das mediane Gesamtüberleben (OS) war hier unter Bevacizumab + Chemotherapie mit 23,7 Monaten numerisch höher als unter Cetuximab plus Chemotherapie (5,8 Monate). Response-basierte Endpunkte wie die „early tumor shrinkage“ (ETS) hält der Onkologe dagegen bezüglich des Überlebens nicht für aussagekräftig.

Daten der deutschen Phase-III-Studie ML18147 (3) („TML“, Treatment through Multiple Lines) und der italienischen Phase-II-Studie Bebyp (4) belegen überdies, dass eine Bevacizumab-basierte Therapie auch nach Tumorprogression bei gleichzeitigem Wechsel der Chemotherapie mit Erfolg beibehalten werden kann. In der, für die Therapielinien-übergreifende Zulassung von Bavacizumab relevanten TML-Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit eine kontinuierlichen Bevacizumab-Gabe führte die Hinzunahme des VEGF-Hemmers im Vergleich zu einem alleinigen Wechsel der Chemotherapie zu einem signifikant um 1,4 Monate verlängerten OS (11,2 vs. 9,8 Monate).

„Wir haben für die Sequenz Anti-VEGF/Anti-VEGF gute Beweggründe und offenbar einen Vorteil gegenüber einer Anti-EGFR-Strategie“, unterstrich auch Prof. Dr. Dirk Arnold, Hamburg. Er sieht zudem den prädiktiven und prognostischen Wert von RAS-Mutation und Tumorlokalisation für die Auswahl der Therapie bei mCRC aktuell von keinem anderen Marker übertroffen.

Dr. Andreas Häckel

Quelle: Pressegespräch „First-Line-Therapie & beyond: Einsatz von Avastin® beim mCRC“, 25.07. 2017, Frankfurt am Main; Veranstalter: Roche Pharma AG

Literatur:

(1) Loupakis F et al. J Natl Cancer Inst 2015 107(3):dju 427.
(2) Innocenti F et al. J Clin Oncol 35 2017; (suppl; abstr 3504).
(3) Bennouna J et al. Lancet Oncol 2013;14:29-37.
(4) Masi G et al. Ann Oncol 2015;26:724-730.


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