Sonntag, 27. September 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

03. August 2017 Metastasiertes Mammakarzinom: Monotherapie mit Eribulin verlängert Gesamtüberleben signifikant

Die Monotherapie mit Eribulin (Halaven®) ist mit einem signifikanten Überlebensvorteil beim fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom nach Vorbehandlung mit Anthrazyklin oder Taxan assoziiert. Die Effektivität ist wahrscheinlich auf den besonderen Wirkmechanismus des Zytostatikums mit multimodaler Anti-Tumoraktivität zurückzuführen.
Anzeige:
Fachinformation
EMBRACE sei eine der Landmark-Studien zu Eribulin, erklärte Prof. Dr. Wolfgang Janni, Ulm. In der Phase-III-Studie (1) hatte Eribulin in Monotherapie bei Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom und mindestens 2 vorangegangenen Chemotherapien einschließlich Anthrazyklinen und Taxanen im Vergleich zu einer Monotherapie nach Wahl des Arztes einen Überlebensvorteil von 2,7 Monaten gezeigt (13,2 vs. 10,5 Monate). Die Studie 301 (2), in der Eribulin gegen Capecitabin untersucht wurde, demonstrierte einen signifikanten Überlebensvorteil von 3,1 Monaten bei HER2-negativen Patientinnen (15,1 vs. 12,0 Monate) und in der gepoolten Analyse beider Studien (3) konnte gezeigt werden, dass Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs (TNBC) mit einem Gesamtüberleben (OS) von 5,0 Monaten profitierten (14,4 vs. 9,4 Monate). „Besonders für den TNBC ist das Ergebnis wichtig, weil wir hier bislang keine Möglichkeit einer zielgerichteten Therapie haben“, so Janni. Aufgrund der Daten bewertet die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) den Einsatz des Medikaments auch in ihrer aktuellen Leitlinie wieder mit hoher Evidenz (1b) und höchstem Empfehlungsgrad (++) in der palliativen Chemotherapie des HER2-negativen, Hormon-Rezeptor (HR)-positiven metastasierten Mammakarzinoms nach Anthrazyklin- und Taxan-Vorbehandlung.

Der OS-Vorteil ist vermutlich auf den speziellen multimodalen Wirkmechanismus von Eribulin zurückzuführen. Das synthetische Analogon des antiproliferativen Halichondrin B inhibiert die Mikrotubulus-Funktion durch Sequestrierung des Tubulins in nicht-funktionale Aggregate und bewirkt somit eine irreversible Mitose-blockade, aus der eine Apoptose resultiert. Nicht-mitotische Anti-Tumoraktivitäten bestehen in einem Remodeling der Tumor-Vaskularisierung mit Induktion einer Hypoxie im Mikromilieu des Tumors. Eribulin unterdrückt zudem die epithelial-mesenchymale Transition, die die Tumorzellen zur Migration und damit Metastasierung befähigt.


DETECT überprüft Wirksamkeit anhand CTC

Im Rahmen der IVb-Studie DETECT erhalten Patientinnen mit HR-positivem metastasierten Mammakarzinom und der Indikation für eine Chemotherapie sowie Patientinnen mit TNBC eine Eribulin-Monotherapie. Dabei wird die Effektivität der Therapien anhand der Abnahme zirkulierender Tumorzellen (CTC) im peripheren Blut sowie anhand des PFS untersucht. Derzeit wird Eribulin auch in verschiedenen Studien in Kombination mit anderen Substanzen bei TNBC geprüft – unter anderem mit dem Immuntherapeutikum Pembrolizumab. In einer Phase Ib/II-Studie (4) zeigte sich unter der Kombination mit dem PD-1-Antikörper eine objektive Ansprechrate von 33,3% bei einem mit den Monotherapien vergleichbaren Toxizitätsprofil.

Michael Koczorek

Quelle: Meet the Expert „HALAVEN® eröffnet neue Perspektiven bei der Therapie des fortgeschrittenen Mammakarzinoms“, 30.06.2017, Berlin; Veranstalter: Eisai

Literatur:

(1) Cortes J et al. The Lancet 2011;377:914-923.
(2) Kaufman PA et al. J Clin Oncol 2015;33:594-601.
(3) Twelves C et al. Breast Cancer Res Treat 2014;148:553-561.
(4) Tolaney S et al. SABCS Meeting 2016, Poster #P5-15-02.


Anzeige:

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Metastasiertes Mammakarzinom: Monotherapie mit Eribulin verlängert Gesamtüberleben signifikant"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA25 virtuell
  • Real-life-Daten zur CAR-T-Zell-Therapie bei r/r DLBCL und BCP-ALL zeigen hohe Ansprechraten – neuer Prädiktor für Ansprechen identifiziert
  • CAR-T-Zell-Therapie bei Patienten mit r/r DLBCL: TMTV als Prädiktor für frühen Progress
  • Sichelzellerkrankung: Verbesserung der Lebensqualität ist wichtigstes Therapieziel aus Sicht der Patienten – neue Behandlungsoptionen erwünscht
  • PV: Ruxolitinib senkt Hämatokrit und erhöht Phlebotomie-Unabhängigkeit im Real-world-Setting
  • Neuer BCR-ABL-Inhibitor Asciminib bei bisher unzureichend therapierten CML-Patienten in Phase-I-Studie wirksam
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin in Kombination mit Chemotherapie für jüngere und ältere Patienten vergleichbar sicher
  • Real-world-Daten zeigen: Eltrombopag auch bei sekundärer ITP wirksam
  • CML: Hohe Rate an tiefem molekularen Ansprechen nach 24-monatiger Therapie mit Nilotinib in der Zweitlinie
  • Systemische Mastozytose: neuer Prädiktor für das OS entdeckt
  • MF: Real-world-Daten bestätigen relevante Reduktion des Mortalitätsrisikos unter dem Einfluss von Ruxolitinib