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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

03. August 2017 Metastasiertes Mammakarzinom: Monotherapie mit Eribulin verlängert Gesamtüberleben signifikant

Die Monotherapie mit Eribulin (Halaven®) ist mit einem signifikanten Überlebensvorteil beim fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom nach Vorbehandlung mit Anthrazyklin oder Taxan assoziiert. Die Effektivität ist wahrscheinlich auf den besonderen Wirkmechanismus des Zytostatikums mit multimodaler Anti-Tumoraktivität zurückzuführen.
EMBRACE sei eine der Landmark-Studien zu Eribulin, erklärte Prof. Dr. Wolfgang Janni, Ulm. In der Phase-III-Studie (1) hatte Eribulin in Monotherapie bei Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom und mindestens 2 vorangegangenen Chemotherapien einschließlich Anthrazyklinen und Taxanen im Vergleich zu einer Monotherapie nach Wahl des Arztes einen Überlebensvorteil von 2,7 Monaten gezeigt (13,2 vs. 10,5 Monate). Die Studie 301 (2), in der Eribulin gegen Capecitabin untersucht wurde, demonstrierte einen signifikanten Überlebensvorteil von 3,1 Monaten bei HER2-negativen Patientinnen (15,1 vs. 12,0 Monate) und in der gepoolten Analyse beider Studien (3) konnte gezeigt werden, dass Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs (TNBC) mit einem Gesamtüberleben (OS) von 5,0 Monaten profitierten (14,4 vs. 9,4 Monate). „Besonders für den TNBC ist das Ergebnis wichtig, weil wir hier bislang keine Möglichkeit einer zielgerichteten Therapie haben“, so Janni. Aufgrund der Daten bewertet die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) den Einsatz des Medikaments auch in ihrer aktuellen Leitlinie wieder mit hoher Evidenz (1b) und höchstem Empfehlungsgrad (++) in der palliativen Chemotherapie des HER2-negativen, Hormon-Rezeptor (HR)-positiven metastasierten Mammakarzinoms nach Anthrazyklin- und Taxan-Vorbehandlung.

Der OS-Vorteil ist vermutlich auf den speziellen multimodalen Wirkmechanismus von Eribulin zurückzuführen. Das synthetische Analogon des antiproliferativen Halichondrin B inhibiert die Mikrotubulus-Funktion durch Sequestrierung des Tubulins in nicht-funktionale Aggregate und bewirkt somit eine irreversible Mitose-blockade, aus der eine Apoptose resultiert. Nicht-mitotische Anti-Tumoraktivitäten bestehen in einem Remodeling der Tumor-Vaskularisierung mit Induktion einer Hypoxie im Mikromilieu des Tumors. Eribulin unterdrückt zudem die epithelial-mesenchymale Transition, die die Tumorzellen zur Migration und damit Metastasierung befähigt.


DETECT überprüft Wirksamkeit anhand CTC

Im Rahmen der IVb-Studie DETECT erhalten Patientinnen mit HR-positivem metastasierten Mammakarzinom und der Indikation für eine Chemotherapie sowie Patientinnen mit TNBC eine Eribulin-Monotherapie. Dabei wird die Effektivität der Therapien anhand der Abnahme zirkulierender Tumorzellen (CTC) im peripheren Blut sowie anhand des PFS untersucht. Derzeit wird Eribulin auch in verschiedenen Studien in Kombination mit anderen Substanzen bei TNBC geprüft – unter anderem mit dem Immuntherapeutikum Pembrolizumab. In einer Phase Ib/II-Studie (4) zeigte sich unter der Kombination mit dem PD-1-Antikörper eine objektive Ansprechrate von 33,3% bei einem mit den Monotherapien vergleichbaren Toxizitätsprofil.

Michael Koczorek

Quelle: Meet the Expert „HALAVEN® eröffnet neue Perspektiven bei der Therapie des fortgeschrittenen Mammakarzinoms“, 30.06.2017, Berlin; Veranstalter: Eisai

Literatur:

(1) Cortes J et al. The Lancet 2011;377:914-923.
(2) Kaufman PA et al. J Clin Oncol 2015;33:594-601.
(3) Twelves C et al. Breast Cancer Res Treat 2014;148:553-561.
(4) Tolaney S et al. SABCS Meeting 2016, Poster #P5-15-02.


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