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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

17. Februar 2016 Metastasierter Darmkrebs: Biomarker-gesteuerte Studien eröffnen interessante Behandlungsansätze

Je nach Lage weisen Kolorektalkarzinome verschiedene Biomarker auf und sprechen möglicherweise unterschiedlich auf eine Immuntherapie an. Hinweise darauf lieferte eine Phase-II-Studie, die auf dem letzten ASCO für viel Aussehen sorgte. Die internationale Studie MODUL untersucht jetzt Wirksamkeit und Sicherheit einer Biomarker-gesteuerten Erhaltungstherapie bei Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom in Abhängigkeit von ihrem Ansprechen auf eine Erstlinienchemotherapie.

Während bei Tumoren im linken Kolon häufiger eine Amplifikation von Rezeptoren zu finden ist, zeigen die rechtsseitigen Kolonkarzinome öfter eine Mikrosatelliten-Instabilität (MSI) oder andere Mutationen. Eine Mikrosatelliten-Instabilität ist gekennzeichnet durch eine Längenveränderungen innerhalb kurzer, repetitiver DNA-Sequenzen als Folge defekter DNA-Reparaturproteine. 

Eine Phase-II-Studie von Le et al., die auf der ASCO-Jahrestagung 2015 vorgestellt wurde (1), konnte zeigen, dass Patienten, deren Tumore eine MSI aufweisen, sehr viel besser auf eine Immuncheckpoint-Therapie angesprochen haben, als Patienten ohne diese genetische Veränderung.

Die Ansprechrate der Patienten mit MSI, d.h. von Patienten mit defekten DNA-Reparaturproteinen, betrug 62%, lag keine MSI vor, war die Ansprechrate 0%. Ansprechraten um 60% sind eigentlich nur in der Erstlinientherapie zu sehen, sagte Prof. Salah Al-Batran, Frankfurt, und deshalb würde er keinen Zweifel daran hegen, dass die Immuncheckpoint-Blockade bei diesen Patienten mit MSI zum „State-of-the-Art“ werden wird. 

 

MODUL-Studie

Als eine sehr interessante internationale Studie, die einen Biomarker-gesteuerten Therapieansatz prüft, bezeichnete Al-Batran die Studie MODUL (NCT02291289). Diese Studie untersucht in Abhängigkeit von Biomarkern die Wirksamkeit und Sicherheit einer Erhaltungstherapie für Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom (mCRC) in der Erstlinie. Zunächst erhalten alle Patienten eine Induktionstherapie mit FOLFOX + Bevacizumab. Patienten, die mit einer kompletten oder partiellen Remission oder Krankheitsstabilisierung ansprechen, werden randomisiert. Liegt eine BRAF-Mutation vor, besteht die Erhaltungstherapie entweder aus Fluoropyrimidin (5-FU oder Capecitabin), Cetuximab und einem BRAF-Inhibitor (Vemurafenib) oder aus einem Fluoropyrimidin und Bevacizumab. Liegt keine BRAF-Mutation vor, so erhalten die Patienten entweder ein Fluoropyrimidin und Bevacizumab plus den anti-PD-L1-Antikörper MPDL3280A oder nur den Standard, d.h. ein Fluoropyrimidin kombiniert mit Bevacizumab. Werden neue Biomaker bekannt, so können neue Behandlungskohorten in die Studie aufgenommen werden und falls sich keine Wirksamkeit abzeichnet, kann ein Amendment durchgeführt werden. 

Al-Batran: „Es handelt sich um eine der modernsten Studien und in Zukunft werden wir viel mehr Studien dieser Art durchführen.“

(as)

Quelle: Satellitensymposium „Perspektive ImmunOnkologie“, im Rahmen der AIO-Herbsttagung, 21.11.2015, Berlin; Veranstalter: MSD

Literatur:

(1) Le DT et al. J Clin Oncol 33, 2015 (suppl; abstr. LBA100).


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