Mittwoch, 22. Mai 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

10. September 2018 Lungen- und Ovarialkarzinom: Zulassungserweiterungen verbessern Therapie

Zielgerichtete Therapien sind Standard beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) und beim rezidivierten Ovarialkarzinom. In beiden Indikationen gibt es nun klinisch relevante Weiterentwicklungen.
Anzeige:
Fachinformation
NSCLC: Osimertinib als Erstlinientherapie

Osimertinib (Tagrisso®) ist eine neue Erstlinien-Option für Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC und aktivierenden EGFR-Mutationen (1). Der EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor (EGFR-TKI) führte im Vergleich mit den Standard-EGFR-TKI Erlotinib bzw. Gefitinib in der FLAURA-Studie zu einer Verlängerung des PFS von 10,2 auf 18,9 Monate (HR=0,46; 95%-KI: 0,37-0,57; p<0,0001). Der Vorteil zeigte sich auch bei Patienten mit Hirnmetastasen. Die Ansprechdauer war unter Osimertinib doppelt so hoch wie im Vergleichsarm (17,2 vs. 8,5 Monate). Zudem traten seltener Nebenwirkungen ≥ Grad 3 auf (34% vs. 45%) (2). „Diese Ergebnisse sind klinisch relevant“, fasste Prof. Dr. Christian Schumann, Kempten, zusammen. „Weil wir mit jeder weiteren Therapielinie Patienten verlieren, gilt der Grundsatz, die wirksamste Substanz zuerst einzusetzen. Das spricht dafür, Patienten mit EGFR-Mutation Osimertinib als Erstlinientherapie anzubieten.“


Ovarialkarzinom: Olaparib unabhängig vom BRCA-Status

Den PARP-Inhibitor Olaparib (Lynparza®) gibt es für Patientinnen mit Platin-sensitivem Ovarialkarzinomrezidiv ab sofort in Form von Filmtabletten. Zugleich wurde die Zulassung auf alle high-grade epithelialen Tumoren erweitert und gilt nun unabhängig vom BRCA-Mutationsstatus. Statt 2x 8 Kapseln à 50 mg müssen die Patientinnen nur noch 2x 2 Filmtabletten à 150 mg einnehmen (3). „Wir freuen uns, dass Olaparib unabhängig vom BRCA-Mutationsstatus jetzt noch mehr erkrankten Frauen zur Verfügung steht“, sagte Prof. Dr. Jalid Sehouli, Berlin. Er hob die langfristigen Effekte der Therapie hervor: In der SOLO-2-Studie profitierten bisher 43% der Patientinnen länger als 2 Jahre von Olaparib (4). „Das sind Effekte, die wir bisher so nicht gesehen haben“, so Sehouli.

Anne Krampe-Scheidler

Quelle: Pressekonferenz „Erweiterte Indikationen, neue Perspektiven, spürbarer Fortschritt: Tagrisso® und Lynparza® verbessern Therapieoptionen beim Lungen- & Eierstockkrebs“, 27.06.2018, Berlin; Veranstalter: AstraZeneca

Literatur:

(1) Fachinformation TAGRISSO®; Stand Juni 2018.
(2) Soria JC et al. N Engl J Med 2018;378:113-25.
(3) Fachinformation Lynparza® Filmtabletten; Stand Mai 2018.
(4) Ledermann J et al. Lancet Oncol 2016;17(11):1579-89.


Das könnte Sie auch interessieren

„Durch Wissen zum Leben“

Wann immer möglich, wird heutzutage versucht, Krebspatienten Klinikaufenthalte zu ersparen. Die Behandlung erfolgt vielmehr bevorzugt ambulant bei niedergelassenen Krebsmedizinern oder in Klinikambulanzen. Das erlaubt es den Patienten, trotz der Erkrankung weitestgehend in ihrer gewohnten Umgebung zu leben und ihrem Alltag nachgehen zu können. Die vorwiegend ambulante Behandlung hat jedoch auch zur Folge, dass dem Patienten weniger Ansprechpartner zu allen Fragen zur Erkrankung und...

Krebs und Sexualität - ein doppeltes Tabu

Krebs und Sexualität - ein doppeltes Tabu
© Expensive / fotolia.com

Eine Krebserkrankung hinterlässt Spuren, körperliche und seelische. Für Patientinnen ist es manchmal schwer, über ihre Empfindungen und Ängste zu sprechen. Umso belastender kann es sein, die mit der Krankheit häufig einhergehende Beeinträchtigung der Sexualität in Worte zu fassen. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums bietet Unterstützung an – auch bei Fragen, die viele als heikel empfinden.

Rudern gegen Krebs

Rudern gegen Krebs
© Universitätsklinikum Ulm

Die dritte Benefiz-Regatta Rudern gegen Krebs auf der Donau unter der Schirmherrschaft des Ulmer Oberbürgermeisters Gunter Czisch startet am Sonntag, 26. Juni 2016. Initiator und Veranstalter ist die Stiftung Leben mit Krebs in bewährter Kooperation mit der Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin am Universitätsklinikum Ulm und dem Ulmer Ruderclub Donau e. V.. Bereits am 21. April starten die Patientinnen und Patienten offiziell mit dem Vorbereitungstraining für die...

Prävention: „Körperliche Aktivität so wichtig wie ein Krebsmedikament“

Prävention: „Körperliche Aktivität so wichtig wie ein Krebsmedikament“
© Heidi Mehl / Fotolia.com

Nach Schätzungen beruhen etwa 70 Prozent aller behandelten Erkrankungen in den Industrienationen auf Lebensstilfaktoren, wie Übergewicht, das aufgrund von falscher Ernährung und mangelnder Bewegung entstanden ist. Ein gesunder Lebensstil sei ein wesentlicher Präventionsfaktor und müsse dringend gesundheitspolitisch verankert werden, fordert ein Experte im Vorfeld der MEDICA EDUCATION CONFERENCE 2016. Es gelte nicht nur medizinische, sondern auch gravierende soziale...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Lungen- und Ovarialkarzinom: Zulassungserweiterungen verbessern Therapie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.