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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

21. Juni 2018 Labordiagnostik – Immuntherapie: Potential bei Lungenkrebs besser einschätzen

Vor Beginn einer Immuntherapie wird meist geprüft, ob der Ligand PD-L1 in der Zellmembran der Tumorzellen immunhistochemisch nachweisbar ist. Bei Lungenkrebs ist zusätzlich die Bestimmung der Mutationslast sinnvoll: Aufgrund der mutagenen Substanzen im Zigarettenrauch entstehen zusätzliche Antigene.
Die Immuntherapie hat die Lebenserwartung von Patienten mit einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) erheblich verbessert. Das betrifft aber nicht nur Patienten, bei denen PD-L1 nachgewiesen wurde. Auch Patienten mit einer hohen Mutationslast profitierten von Immun-Checkpoint-Inhibitoren.

Effektive DNA-Sequenziertechniken ermöglichen es, die Mutationslast (Tumor Mutational Burden; TMB) zu bestimmen. Die TMB gilt als hoch, wenn mehr als 10 Mutationen pro Megabase DNA nachgewiesen werden. Infolge der Mutationen entstehen veränderte, immunogene Proteine. Diese Neoantigene können Immunreaktionen gegen den Tumor auslösen.

Toxische Substanzen im Zigarettenrauch steigern die TMB. Bei NSCLC ist die Mutationslast häufig hoch, deshalb ist es sinnvoll, die TMB zu bestimmen. Laut Prof. Dr. Frank Griesinger, Oldenburg, kann man nach der Bestimmung der TMB die Patienten mit NSCLC identifizieren, die wahrscheinlich in der Erstlinie von einer Immuntherapie profitieren.

Mit Hilfe der Hybrid-Capture-Technologie in Verbindung mit Next-Generation Sequencing können Pathologen der Krebskliniken die Bestimmung der Tumormutationslast und klinisch relevanter Treibermutationen mit Unterstützung von NEO New Oncology durchführen. Die Technologien des Unternehmens ermöglichen es, Tumor- und Therapie-relevante Abschnitte einer DNA-Probe parallel zu analysieren.

Zunächst werden im Kliniklabor DNA des Tumors extrahiert und die krankheitsrelevanten Gene mit komplementären DNA-Sonden aus dem Gesamtgenom des Tumors angereichert (Hybrid-Capture). Dann werden die Genabschnitte amplifiziert und die einzelnen Klone parallel sequenziert. Die Rohdaten der Sequenzierung werden an Neo New Oncology geschickt und dort mit Methoden der Bioinformatik analysiert.

Das Kliniklabor bekommt eine „Binary Alignment Map“ (BAM) der sequenzierten Gene sowie Analysen zu Mutationen, Veränderungen der Kopienzahl, Translokationen und Mikrosatelliteninstabilität. Sämtliche Daten gehören der Klinik, können also für Forschungsprojekte verwendet werden.

Dr. rer. nat. Maren Mundt

Quelle: Fachmediengespräch „Immuntherapie – welcher Patient profitiert? Analyse der Tumormutationslast als präditiver Marker“, Pathologie-Kongress, 24.05.2018, Berlin; Veranstalter: NEO New Oncology


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