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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. Juni 2016 Kopf-Hals-Tumoren: Wiederherstellende Chirurgie zu gefährlich für Ältere? Aktuelle Studie gibt Entwarnung

Ein bisher umstrittenes Thema, das gerade im Zuge unserer immer älter werdenden Bevölkerung an Brisanz gewinnt: Sollen im Rahmen der Therapie von Kopf-Hals-Tumoren mikrochirurgische Rekonstruktionen auch bei älteren Menschen durchgeführt werden, oder ist die Belastung bei fortgeschrittenem Alter zu hoch? Doch die Sorge ist unbegründet, wie eine aktuelle Studie der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf belegt. Die Ergebnisse wurden auf dem DGMKG-Jahreskongress vorgestellt.
Die Hamburger MKG-Chirurgen um Prof. Dr. Dr. Max Heiland analysierten die Behandlungsdaten von Tumorpatienten mit chirurgischer Therapie im Zeitraum von Januar 2012 bis Juni 2015. Systematisch erfasst wurden neben den Grundcharakteristika die Dauer der Operation, Dauer des Intensivaufenthaltes und die stationäre Behandlungsdauer der Patienten. Zur Auswertung wurden die Patienten in 4 Altersgruppen eingeteilt: unter 64 Jahre, 65-74 Jahre, 75-84 Jahre und älter als 85 Jahre.

In die Studie konnten 343 Patienten eingeschlossen werden. Patienten mit einem Alter über 85 Jahre litten häufiger unter größeren Tumoren und erhielten seltener begleitende Therapien (Radio- und/oder Chemotherapie). Die Komplikationsraten unterschieden sich in den Altersgruppen nicht. In der Gruppe über 85 Jahre wurden 16 mikrovaskuläre Transplantate eingebracht mit einer mittleren stationären Verweildauer von 26,53 Tagen. Demgegenüber wurden 188 mikrochirurgische Transplantate in der Altersgruppe unter 65 Jahren angewandt mit einer mittleren stationären Aufenthaltsdauer von 20,47 Tagen. Die Verlustraten der mikrovaskulären Transplantate unterschieden sich zwischen den Altersgruppen nicht. Aufgrund dieser Daten kann geschlussfolgert werden, dass bei älteren Menschen mit Krebs im Kopf-Hals-Bereich ein Verzicht auf mikrochirurgische Rekonstruktion nicht gerechtfertigt ist. Genau wie bei jüngeren Patienten sollten alle zeitgemäßen Alternativen in der Therapieplanung erwogen werden.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG)


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