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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Juli 2018 Kombinierte Immun-Chemotherapie beim Magenkarzinom

Mit Ramucirumab als Monotherapie oder in Kombination mit Paclitaxel steht eine bewährte Option für vorbehandelte Patienten mit fortgeschrittenem Magenkarzinom zur Verfügung. Eine verbesserte Effektivität erhofft man sich von Ramucirumab-Regimen + Nivolumab.
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Mangels eines systematischen Screenings werden Magenkarzinome oft erst im fortgeschrittenen Stadium detektiert. „Die palliative Therapie ist daher bei diesem Tumor weiter von großer Bedeutung“, betonte PD Dr. Dominik Modest, München. Patienten, die nach kombinierter Erstlinien-Chemotherapie progredient werden, stehen heute in der zweiten Linie mehrere Optionen zur Verfügung. Die Zweitlinientherapie wurde laut Modest zunächst lange von Docetaxel und Irinotecan dominiert. Zwei Phase-III-Studien mit dem Anti-VEGFR-Antikörper Ramucirumab (Cyramza®) eröffneten dann neue Perspektiven für betroffene Patienten: So wurde in der RAINBOW-Studie durch Kombination von Ramucirumab mit Paclitaxel eine Verlängerung des Gesamtüberlebens (OS) um gut 2 Monate und des progressionsfreien Überlebens um 1,5 Monate im Vergleich zu Paclitaxel mono erreicht (7,4 vs. 9,6 Monate; HR=0,807; p=0,017 bzw. 2,9 vs. 4,4 Monate; HR=0,635; p=0,0001) (1). In der REGARD-Studie bewährte sich auch die Ramucirumab-Monotherapie, die im Vergleich zur alleinigen Supportivtherapie zu einer OS-Verlängerung um fast 4 Monate führte (5,2 vs. 3,8 Monate; HR=0,776; p=0,047) (2). Trotz der Therapieeskalation blieb die Lebensqualität in beiden Studien erhalten, betonte Modest. Beide Ramucirumab-Regime wurden nach seinen Worten rasch in die Standardtherapie beim Magenkarzinom inkorporiert. „Insbesondere das Regime Ramucirumab/Paclitaxel ist heute im klinischen Alltag in der zweiten Linie konkurrenzlos“, so der Onkologe.

Auf der ASCO-Tagung wurden neue Ramucirumab-Kombinationen beim Magenkarzinom vorgestellt. So wurde Ramucirumab in einer Studie der Phase I/II bei 46 Patienten mit Progress unter oder nach Erstlinientherapie mit dem Checkpoint-Inhibitor Nivolumab kombiniert (3). Modest bezeichnete die Ansprechrate von 25% in der Zweitliniensituation als „hervorragend“; die weitere Evaluation des Regimes sei wünschenswert. Zudem profitieren die Patienten langfristig: Nach einem Follow-up von median 8,2 Monaten werden weiterhin 44% der Teilnehmer kombiniert behandelt. In einer multizentrischen Phase-I/II-Studie soll außerdem das etablierte Zweitlinien-Regime Ramucirumab/Paclitaxel in Kombination mit Nivolumab geprüft werden (4).

Dr. Katharina Arnheim

Quelle: Presse Talk „ASCO 2018“, ASCO, 04.06.2018, Chicago; Veranstalter: Lilly Oncology

Literatur:

(1) Wilke H et al. Lancet Oncol 2014;15:1224-35.
(2) Fuchs CS et al. Lancet 2014;383:31-9.
(3) Takahari D et al. ASCO 2018; Abstract 4047.
(4) Nishina T et al. ASCO 2018; Abstract TPS4131.


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