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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

06. Oktober 2017 Interimsanalyse von MONARCH-3: Abemaciclib verbessert ORR und verlängert PFS von Patientinnen mit HR+/HER2- fortgeschrittenem Brustkrebs signifikant

Im Rahmen der doppelblinden Phase-III-Studie MONARCH-3 wird der selektive CDK4/6-Inhibitor Abemaciclib in Kombination mit nicht-steroidalen Aromatasehemmern (NSAI, Anastrozol oder Letrozol (n=328)) vs. Placebo + NSAI (n=165) als Initialtherapie für postmenopausale Frauen mit HR+/HER2- fortgeschrittenem Brustkrebs, die keine systemische Vortherapie in der metastasierten Situation hatten, evaluiert. Abemaciclib + NSAI zeigte in der Interimsanalyse (1) ein tolerierbares Sicherheitsprofil und verbesserte die objektive Ansprechrate (ORR) und das progressionsfreie Überleben (PFS) signifikant.
493 Frauen wurden in die Studie eingeschlossen, von denen 52,9% viszerale Metastasen, 80,5% eine messbare Erkrankung, 27,4% eine vorherige (neo)adjuvante Therapie mit Aromatasehemmern und 39,8% einen de novo fortgeschrittenen Brustkrebs hatten. In der Interimsanalyse wurden 194 PFS-Events beobachtet. Das progressionsfreie Überleben war signifikant verlängert (HR=0,543; 95%-KI: 0,409-0,723; p=0,000021) mit 14,7 Monaten im Placebo-Arm vs. nicht erreichtem medianen PFS im Abemaciclib-Arm. Für Patienten mit messbarer Erkrankung lag die objektive Ansprechrate (ORR) im Abemaciclib-Arm signifikant höher als im Placebo-Arm (59% vs. 44%; p=0,004). Die häufigsten unerwünschten Wirkungen (Abemaciclib- vs. Placebo-Arm) waren Diarrhoe (81,3% vs. 29,8%; Grad 3: 9,5% vs. 1,2%; kein Grad 4), Neutropenie (41,3% vs. 1,9%; Grad 3/4: 21,1% vs. 1,2%) und Fatigue (40,1% vs. 31,7%; Grad 3: 1,8% vs. 3,0%).


 
Joachim Bischoff
Kommentar von PD Dr. Joachim Bischoff, Dessau-Roßlau, zur MONARCH-3-Studie

„Zunächst ist als positiv zu verbuchen, dass in Gestalt der in Madrid vorgestellten MONARCH-3-Studie eine weitere Bestätigung vorgelegt wurde, dass das neue Prinzip der CDK-Inhibition in Kombination mit Aromatasehemmern einen Stellenwert in der Firstline-Therapie beim luminalen Mammakarzinom besitzt. Allerdings bleibt in Bezug auf Abemaciclib zu erwähnen, dass es sich derzeit nur um die vorläufigen Ergebnisse einer ersten Interimsanalyse handelt, ohne dass der primäre Studienendpunkt bereits endgültig erreicht ist. Zudem bleibt abzuwarten, inwieweit die Substanz überhaupt eine Markteinführung beim Mammakarzinom erlebt, da bislang noch keinerlei Zulassung bei entsprechenden Behörden beantragt wurde. In diesem Zusammenhang könnte auch das Toxizitätsprofil dieses CDK-Inhibitors eine gewisse Rolle spielen, da anders als bei Ribociclib und Palbociclib nicht die Neutropenie, sondern eine nicht unerhebliche Diarrhoe-Rate in Vordergrund steht. Weitere Studien müssen zeigen, inwieweit eine obligate Prophylaxe diesbezüglich notwendig ist, was zu entsprechenden Com-pliance-Problemen bei den betroffenen Patientinnen führen könnte. Einen interessanten Neben-Aspekt liefert jedenfalls eine Subgruppenanalyse aus der aktuell präsentierten Studie, die näher beleuchtet, welcher Patienten-Typus am meisten von der Kombination aus Abemaciclib mit einem Aromatasehemmer profitiert. Dass es sich hierbei vor allem um Hochrisiko-Fälle mit viszeralen Metastasen handelt, wirft erneut Fragen nach der adäquaten Patientenselektion auf, wie sie sich bereits für Palbociclib und Ribociclib nach deren Zulassung ergeben haben. Es darf also weiterhin diskutiert werden, ob Patientinnen mit Low-risk-Metastasierung und luminalem Mammakarzinom ideale Kandidatinnen für eine endokrine Monotherapie sind.“

(übers. v. um)

Quelle: ESMO 2017

Literatur:

(1) Di Leo A, Toi M, Campone M et al. ESMO, Abstr. 236O_PR.


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