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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Juli 2018 HER2-positives Mammakarzinom: Rückfallrisiko weiter senken

Mit der im Juni 2018 erfolgten EU-Zulassung von Pertuzumab für die adjuvante Therapie des frühen HER2-positiven Mammakarzinoms haben betroffene Patientinnen mit hohem Rezidivrisiko eine neue Option, die ihre Prognose deutlich verbessert.
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Hintergrund der Zulassung von Pertuzumab (Perjeta®) in der Adjuvanz ist die weltweit erstellte Phase-III-Studie APHINITY: Gegenüber dem Kontroll-Arm, in der Patientinnen mit frühem HER2-positiven Brustkrebs eine Standardchemotherapie + Trastuzumab (Herceptin®) erhielten, wurde das invasive krankheitsfreie Überleben (iDFS) als primärer Endpunkt durch die zusätzliche Gabe von Pertuzumab signifikant verbessert: Das Ereignisrisiko war bei dualer HER2-Blockade signifikant um relativ 19% und absolut 1,7% nach 4 Jahren reduziert (HR=0,81; p=0,045) (1).

Prof. Dr. Bahriye Aktas, Leipzig, wies darauf hin, dass Frauen mit positivem Nodalstatus bekanntlich ein sehr hohes Rezidivrisiko haben. Diese Subgruppe profitierte von der dualen HER2-Blockade besonders ausgeprägt: Die 4-Jahres-Rate des iDFS wurde von 86,7% im Kontroll-Arm auf 89,9% im Pertuzumab-Arm gesteigert, das Rezidivrisiko entsprechend um fast ein Viertel reduziert (HR=0,77; p=0,0188). Ähnlich stark profitierte die Subgruppe von Patientinnen mit Hormonrezeptor (HR)-negativem Brustkrebs, in der die 4-Jahres-Rate um absolut 2,3% stieg (88,7% vs. 91,0%; HR=0,76; p=0,0847).

Die doppelte Antikörper-Blockade kann somit nun bei Patientinnen mit positivem Nodal- oder negativem HR-Status unabhängig vom Zeitpunkt der Operation sowohl neoadjuvant komplettiert als auch adjuvant eingesetzt werden. „Es besteht jetzt also mehr Flexibilität beim Operationszeitpunkt“, kommentierte Prof. Dr. Nadia Harbeck, München. Die duale HER2-Blockade in der Adjuvanz wurde bereits in die aktuellen Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft gynäkologische Onkologie (AGO) aufgenommen und bei Patientinnen mit hohem Rezidivrisiko gemäß Zulassung (Lymphknotenbefall, HR-negativ) mit einem „Plus“ bewertet (2). Die AGO empfiehlt, die adjuvante Therapie mit Pertuzumab nach neoadjuvanter systemischer Therapie bei Nodal-positiver und HR-negativer Erkrankung auf insgesamt ein Jahr zu komplettieren (+). Als wichtig wertete Harbeck die AGO-Empfehlung, diese effektive Therapie bei Hochrisiko-Patientinnen mit pathologischer Komplettremission nach neoadjuvanter Therapie postoperativ fortzusetzen, um Fernmetastasen aufgrund residueller Tumorzellen zu verhindern.

Dr. Katharina Arnheim

Quelle: Symposium „Die HER2-positive Patientin im Fokus“, DGS, 14.06.2018, Stuttgart; Veranstalter: Roche

Literatur:

(1) Von Minckwitz G et al. N Engl J Med 2017;377:122-131.
(2) www.ago-online.de


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