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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

22. Februar 2019 HCC: Cabozantinib verlängert Gesamtüberleben

Seit November 2018 steht Patienten mit einem Hepatozellulären Karzinom (HCC) der Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) Cabozantinib in der Zweitlinientherapie zur Verfügung. Die zulassungsrelevante Phase-III-Studie CELESTIAL belegt bei vortherapierten Patienten mit fortgeschrittenem HCC ein signifikant höheres Gesamtüberleben (OS) im Vergleich zu Placebo (1). Zudem verbesserten sich das progressionsfreie Überleben (PFS) und die objektive Ansprechrate (ORR) unter Cabozantinib.
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„Cabozantinib hemmt verschiedene Tyrosinkinase-Signalwege, einschließlich derer des VEGFR (vascular endothelial growth factor receptor) 1, 2 und 3, MET und AXL. Diese Signalwege beteiligen sich an der Progression des HCC und der Entwicklung einer Resistenz gegen Sorafenib, der Standard-Erstbehandlung für fortgeschrittenes HCC“, erläuterte Prof. Dr. Arndt Vogel, Hannover, in München.

Die doppelblinde, Placebo-kontrollierte CELESTIAL-Studie untersuchte eine Cabozantinib-Therapie (1x täglich 60 mg) bei zuvor behandelten Patienten mit fortgeschrittenem HCC. Insgesamt wurden 707 Patienten im Verhältnis 2:1 randomisiert. Die teilnehmenden Patienten hatten zuvor eine Sorafenib-Behandlung, erfuhren eine Progression der Erkrankung nach mind. einer systemischen Behandlung und hatten bis zu 2 vorherige systemische Therapien für ein fortgeschrittenes HCC erhalten. Der primäre Studienendpunkt war das OS, sekundäre Endpunkte waren PFS und ORR.

Das mediane OS verbesserte sich mit 10,2 Monaten in der Cabozantinib-Gruppe signifikant im Vergleich zu 8,0 Monaten in der Placebo-Gruppe (HR=0,76; 96%-KI: 0,63-0,92; p=0,0049). Das mediane PFS betrug 5,2 Monate unter Cabozantinib und 1,9 Monate unter Placebo (HR=0,44; 95%-KI: 0,36-0,52; p<0,001). Die ORR lag bei 4% bzw. 1% (p=0,009). Hinsichtlich der unerwünschten Ereignisse zeigte Cabozantinib ein TKI-typisches Nebenwirkungsprofil, erklärte Vogel. Nebenwirkungen der Grade 3 oder 4 traten bei 68% der Patienten in der Cabozantinib-Gruppe und bei 36% in der Placebo-Gruppe auf. Die häufigsten hochgradigen Ereignisse waren Hand-Fuß-Syndrome (17% bei Cabozantinib vs. 0% bei Placebo), Hypertonie (16% vs. 2%), eine erhöhte Aspartataminotransferase (AST) (12% vs. 7%), Fatigue ( 10% vs. 4%) und Durchfall (10% vs. 2%).

Insgesamt stellt eine Cabozantinib-Behandlung eine neue effektive Therapieoption für Patienten mit fortgeschrittenem HCC nach vorangegangener Systemtherapie dar, fasste Vogel zusammen.

sk

Quelle: Pressekonferenz „Mehrwert: Einsatz von Cabozantinib jetzt neu beim HCC“, 06.02.2019, München; Veranstalter: Ipsen

Literatur:

(1) Abou-Alfa GK et al. N Engl J Med 2018; 379(1):54-63.


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