Mittwoch, 27. März 2019
Navigation öffnen

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

22. Februar 2019 HCC: Cabozantinib verlängert Gesamtüberleben

Seit November 2018 steht Patienten mit einem Hepatozellulären Karzinom (HCC) der Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) Cabozantinib in der Zweitlinientherapie zur Verfügung. Die zulassungsrelevante Phase-III-Studie CELESTIAL belegt bei vortherapierten Patienten mit fortgeschrittenem HCC ein signifikant höheres Gesamtüberleben (OS) im Vergleich zu Placebo (1). Zudem verbesserten sich das progressionsfreie Überleben (PFS) und die objektive Ansprechrate (ORR) unter Cabozantinib.
Anzeige:
„Cabozantinib hemmt verschiedene Tyrosinkinase-Signalwege, einschließlich derer des VEGFR (vascular endothelial growth factor receptor) 1, 2 und 3, MET und AXL. Diese Signalwege beteiligen sich an der Progression des HCC und der Entwicklung einer Resistenz gegen Sorafenib, der Standard-Erstbehandlung für fortgeschrittenes HCC“, erläuterte Prof. Dr. Arndt Vogel, Hannover, in München.

Die doppelblinde, Placebo-kontrollierte CELESTIAL-Studie untersuchte eine Cabozantinib-Therapie (1x täglich 60 mg) bei zuvor behandelten Patienten mit fortgeschrittenem HCC. Insgesamt wurden 707 Patienten im Verhältnis 2:1 randomisiert. Die teilnehmenden Patienten hatten zuvor eine Sorafenib-Behandlung, erfuhren eine Progression der Erkrankung nach mind. einer systemischen Behandlung und hatten bis zu 2 vorherige systemische Therapien für ein fortgeschrittenes HCC erhalten. Der primäre Studienendpunkt war das OS, sekundäre Endpunkte waren PFS und ORR.

Das mediane OS verbesserte sich mit 10,2 Monaten in der Cabozantinib-Gruppe signifikant im Vergleich zu 8,0 Monaten in der Placebo-Gruppe (HR=0,76; 96%-KI: 0,63-0,92; p=0,0049). Das mediane PFS betrug 5,2 Monate unter Cabozantinib und 1,9 Monate unter Placebo (HR=0,44; 95%-KI: 0,36-0,52; p<0,001). Die ORR lag bei 4% bzw. 1% (p=0,009). Hinsichtlich der unerwünschten Ereignisse zeigte Cabozantinib ein TKI-typisches Nebenwirkungsprofil, erklärte Vogel. Nebenwirkungen der Grade 3 oder 4 traten bei 68% der Patienten in der Cabozantinib-Gruppe und bei 36% in der Placebo-Gruppe auf. Die häufigsten hochgradigen Ereignisse waren Hand-Fuß-Syndrome (17% bei Cabozantinib vs. 0% bei Placebo), Hypertonie (16% vs. 2%), eine erhöhte Aspartataminotransferase (AST) (12% vs. 7%), Fatigue ( 10% vs. 4%) und Durchfall (10% vs. 2%).

Insgesamt stellt eine Cabozantinib-Behandlung eine neue effektive Therapieoption für Patienten mit fortgeschrittenem HCC nach vorangegangener Systemtherapie dar, fasste Vogel zusammen.

sk

Quelle: Pressekonferenz „Mehrwert: Einsatz von Cabozantinib jetzt neu beim HCC“, 06.02.2019, München; Veranstalter: Ipsen

Literatur:

(1) Abou-Alfa GK et al. N Engl J Med 2018; 379(1):54-63.


Das könnte Sie auch interessieren

José Carreras Leukämie-Stiftung lobt Best Paper Award 2018

José Carreras Leukämie-Stiftung lobt Best Paper Award 2018
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

„Nur über medizinische Forschung wird es uns gelingen, Leukämie und andere bösartige Blut- oder Knochenmarkserkrankungen bei jedem und immer heilbar zu machen. Nach 2016 und 2017 zeichnet die José Carreras Leukämie-Stiftung deshalb auch in diesem Jahr wieder herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus. Dotiert ist der 3. Best Paper Award mit 10.000 Euro, über die der Preisträger für seine weitere wissenschaftliche Arbeit frei verfügen kann“,...

Urologen starten Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017

Urologen starten Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017
© Paolese / Fotolia.com

Deutschlands Urologen gehen neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit: Mit der Einführung der „Urologischen Themenwochen“ baut die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) ihr Engagement in der medizinischen Aufklärung der Bevölkerung erneut aus: Den Anfang macht die Urologische Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017. Mit zielgruppengerecht aufbereiteten Informationen wollen Urologinnen und Urologen männliche Heranwachsende und junge...

Junge Krebspatienten: Ausbildung und Familie, aber auch Angst und Schmerzen

Junge Krebspatienten: Ausbildung und Familie, aber auch Angst und Schmerzen
© pathdoc / Fotolia.com

„Ich hatte große Träume für mein Leben, jetzt denke ich oft viel, viel kurzfristiger“, sagt die 25-jährige Studentin Mia*, die vor anderthalb Jahren an Krebs erkrankte. Nach der Diagnose musste sie ihr Studium unterbrechen, ihre Familienplanung in Frage stellen und auch mit ihrem Freundeskreis einen neuen Umgang finden. Sie ist eine von rund 15.000 jungen Menschen, die jährlich im Alter von 18 bis 39 Jahren die Diagnose Krebs erhalten.

Die Björn Schulz Stiftung

Die Björn Schulz Stiftung
© Александра Вишнева / fotolia.com

in Deutschland leben derzeit rund 50.000 Familien mit einem lebensbedrohlich oder lebensverkürzend erkrankten Kind. Ihre Zahl steigt, denn dank des medizinischen Fortschritts haben schwerst- oder unheilbar kranke Kinder heute eine höhere Lebenserwartung als noch vor 20 Jahren. In der für die betroffenen Kinder und Angehörigen schwierigen Situation bieten Kinderhospizdienste eine intensive Begleitung sowie eine umfassende Betreuung in einer familiären, kindgerechten...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"HCC: Cabozantinib verlängert Gesamtüberleben"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.