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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

15. November 2019 Fortgeschrittenes Prostatakarzinom: Apalutamid und Abirateronacetat in Phase-III-Studien überlegen

Sowohl der selektive Androgenrezeptor-Inhibitor Apalutamid (Erleada®) für das Hochrisiko-M0CRPC als auch der Androgenbiosynthese-Inhibitor Abirateronacetat (Zytiga®) + Prednison/Prednisolon (Abirateron/P) – u.a. für das nicht oder mild symptomatische metastasierte kastrationsresistente Prostatakarzinom (mCRPC) und das neu diagnostizierte metastasierte Hochrisiko-hormonsensitive Prostatakarzinom (mHSPC) – zeigten in ihren Zulassungsstudien eine signifikante Überlegenheit gegenüber dem jeweiligen Vergleichsarm, etwa bei den primären Endpunkten (1-4). Auf dem DGU-Kongress stellten Prof. Dr. Kurt Miller, Berlin, und PD Dr. Henrik Suttmann, Hamburg, aktuelle Daten zur Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms (PC) mit den beiden Wirkstoffen vor.
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PFS2 weist auf Erhalt der Wirksamkeit von Folgetherapien hin

Aufgrund der Fortschritte der letzten Jahre und der damit einhergehenden Verfügbarkeit verschiedener Behandlungsoptionen erhalten Männer mit CRPC heute moderne antihormonelle Therapien meist in der Sequenz. Laut Miller kann die Wahl der richtigen Sequenz für die Dauer und den Erfolg der gesamten Therapie ausschlaggebend sein. Damit Patienten möglichst lange profitierten, solle demnach neben der Wirksamkeit und Verträglichkeit einer anfänglichen Therapie auch die Wirksamkeit von Folgetherapien betrachtet werden, ergänzte er.

Das progressionsfreie Überleben in der zweiten Therapielinie (PFS2) ist ein neuer Endpunkt in klinischen Studien zum fortgeschrittenen PC, der Hinweise auf die Wirksamkeit einer Systemtherapie über 2 Therapielinien gibt. Es ist definiert als die Zeit zwischen Randomisierung und Krankheitsprogression oder Tod in der ersten Folgetherapie, die u.a. mit Abirateron/P erfolgte. Anfang 2019 wurde ein Jahr nach der zulassungsrelevanten Interimsanalyse, die bereits die Überlegenheit von Apalutamid + Androgendeprivation (ADT) bzgl. des PFS2 (explorativer Endpunkt) gezeigt hatte, eine aktualisierte Auswertung präsentiert. Hierbei bestätigte sich die signifikante Verlängerung des PFS2 unter Apalutamid + ADT gegenüber Placebo + ADT (Median nicht erreicht (NR) vs. 39,3 Monate; HR=0,5; p<0,0001) (5).

Miller hob hervor, dass im Zuge der SPARTAN-Studie (1) erhobene Resistenzdaten die positiven PFS2-Ergebnisse ergänzen würden. So war unter Apalutamid im Vergleich zu Placebo (jeweils + ADT) die Rate von Androgenrezeptor-Anomalien nicht erhöht. Laut Miller können diese die Wirksamkeit späterer Therapielinien einschränken. Suttmann fügte hinzu, dass Apalutamid zudem nicht für das nachfolgende Stadium des mCRPC zugelassen sei und damit nach einer Behandlung des Hochrisiko-M0CRPC mit Apalutamid noch das volle Spektrum der möglichen Folgetherapien erhalten bliebe.

Mehr unter: www.med4u.org/16026

Quelle: Janssen

Literatur:

(1) Smith MR et al. N Engl J Med 2018;378(15): 1408-18.
(2) Rathkopf DE et al. Eur Urol 2014;66(5):815-25.
(3) Ryan CJ et al. Lancet Oncol 2015;16(2):152-60.
(4) Fizazi K et al. N Engl J Med 2017;377(4):352-60.
(5) Small EJ et al. J Clin Oncol 2019;37(suppl 7S; -abstr 144 & Poster).


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