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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

06. Dezember 2016 Fortgeschrittenes Mammakarzinom: Neue Chemotherapie wirkt insbesondere bei Hirnmetastasierung

Das metastasierte Mammakarzinom ist für viele Therapiestrategien ein Vorreiter. Trotz der enormen Verbesserung der Prognose besteht insbesondere für schwer vorbehandelte Patientinnen ein hoher Bedarf an wirksamen Medikationen. Bei einem Satellitensymposium von Daiichi Sankyo zeigte Javier Cortes, Madrid, Spanien, neue Fortschritte: das Erreichen eines Überlebensvorteils für Patientinnen mit Hirnmetastasen unter Etirinotecan Pegol.
Etirinotecan Pegol ist ein neuer Topoisomerase-I-Inhibitor mit klinischer Aktivität und guter Tolerabilität bei intensiv vorbehandelten Patientinnen mit fortgeschrittenem Mammakarzinom. In der Phase-III-Studie BEACON wurde Etirinotecan Pegol bei 852 Patientinnen mit 2-5 vorangegangenen Chemotherapien für die fortgeschrittene Erkrankung geprüft, von denen etwa 7-8% Hirnmetastasen, 53-54% Lebermetastasen und 36-40% Lungenmetastasen aufwiesen (1). Die Studienteilnehmerinnen erhielten randomisiert Etirinotecan Pegol oder eine Chemotherapie nach Wahl des Behandlers, hauptsächlich Eribulin (40%), Vinorelbin (23%) und Gemcitabin (18%). Primärer Studienendpunkt war das Gesamtüberleben (OS).

Im Median überlebten die Patientinnen 12,4 Monate im Etirinotecan-Arm und 10,3 Monate im Kontrollarm (HR=0,872; p=0,0835). Innerhalb der ITT-Population wurden vergleichbare Ergebnisse in Bezug auf das progressionsfreie Überleben (4 vs. 2,8 Monate) und das Ansprechen (16% vs. 17%) gesehen. Ein Unterschied wurde bei der Verträglichkeit beobachtet: Nebenwirkungen ≥ Grad 3 traten bei 48% der Patientinnen im Etirinotecan-Arm und bei 63% im Kontrollarm auf. Diarrhoe wurde häufiger unter Etirinotecan beobachtet, Neutropenie und periphere Neuropathie waren häufiger unter der Chemotherapie nach Wahl des Behandlers. Die Lebensqualität war laut EORTC QLQ-C30-Befragung signifikant besser unter Etirinotecan (p=0,0185).

Ein klinisch relevantes Ergebnis war der OS-Vorteil bei der prä-definierten Patienteninnengruppe mit Hirnmetastasen. Unter Etirinotecan Pegol betrug das mediane OS bei dieser Subgruppe 10,0 Monate, unter Chemotherapie nach Wahl des Behandlers 4,8 Monate (HR=0,511; p=0,0099). In der Phase-III-Studie Attain wird Etirinotecan nun speziell bei Brustkrebs-Patientinnen mit stabiler Hirnmetastasierung untersucht.

(is)

Quelle: Satellitensymposium „Breast cancer patients with brain metastases: A new horizon“, ESMO-Kongress, 09.10.2016, Kopenhagen; Veranstalter: Daiichi Sankyo

Literatur:

(1) Perez EA et al. Lancet Oncol 2015;16:1556-68.


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