Dienstag, 25. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. Januar 2019 Fortgeschrittenes Lungenkarzinom: Verbesserte Überlebenschancen unter Kombinationstherapien mit Atezolizumab

Neue Daten aus Phase-III-Studien zeigen, dass Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkarzinom sehr von einer Kombinationstherapie von Chemotherapie mit dem Checkpoint-Inhibitor Atezolizumab profitieren können. Erstmals seit langer Zeit eröffnen sich dadurch auch verbesserte Überlebenschancen für Patienten mit kleinzelligem Lungenkarzinom (SCLC).
Anzeige:
Beim fortgeschrittenen SCLC konnte nach Einführung von Etoposid/Platin in den 1980er Jahren kein durchschlagender neuer Therapieerfolg mehr erzielt werden, sagte PD Dr. Florian Fuchs, Erlangen. Mit der Phase-III-Studie IMpower133 hat sich das jetzt geändert. Unbehandelte Patienten mit fortgeschrittenem SCLC erhielten hier entweder Atezolizumab + Chemotherapie (Carboplatin + Etoposid) mit nachfolgender Atezolizumab-Erhaltungstherapie oder eine alleinige Chemotherapie.

Unter der Kombination zeigte sich eine signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens (mOS: 12,3 vs. 10,3 Monate; p=0,0069) und mehr als die Hälfte der Patienten (51,7%) war nach einem Jahr noch am Leben (vs. 38,2% unter alleiniger Chemotherapie). Auch der Anteil von Patienten, die nach einem Jahr noch progressionsfrei waren, war unter der Atezolizumab-Kombination mehr als verdoppelt (12,6% vs. 5,4%) (1).

Auch beim fortgeschrittenen NSCLC gibt es in der Erstlinie positive neue Ergebnisse für die Kombinationstherapie mit Atezolizumab. In der Phase-III-Studie IMpower150 wurden Patienten mit noch nicht chemotherapeutisch vorbehandeltem metastasierten NSCLC (kein Plattenepithelkarzinom) in 3 Gruppen randomisiert: Gruppe A erhielt Atezolizumab + Chemotherapie (Carboplatin + Paclitaxel), Gruppe B Atezolizumab, Chemotherapie + Bevacizumab und Gruppe C nur Chemotherapie + Bevacizumab. Das Besondere an der Studie: Eingeschlossen waren auch EGFR+ und ALK+ Patienten, wenn es unter der zielgerichteten Therapie zu Progress oder Unverträglichkeiten gekommen war.

Unter der Vierfachkombination (Gruppe B) lebten die Patienten im Mittel 4,5 Monate länger als unter der Kombination von Chemotherapie und Bevacizumab (mOS: 19,2 vs. 14,7 Monate; p=0,02). Erfreulicherweise profitierten Patienten mit Lebermetastasen (13,2 vs. 9,1 Monate) und TKI-vorbehandelte Patienten mit EGFR- oder ALK-Mutation besonders von der Therapie (2). Gerade diese Patienten haben ansonsten eine besonders schlechte Prognose, sagte Fuchs.

Maria Weiß


Das könnte Sie auch interessieren

8. Krebsaktionstag – Gemeinsam gegen Krebs

8. Krebsaktionstag – Gemeinsam gegen Krebs
© Olivier Le Moal / Fotolia.com

Der Krebsaktionstag findet alle zwei Jahre am letzten Kongresstag des Deutschen Krebskongresses in Berlin statt und wird von der Stiftung Deutsche Krebshilfe, der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Berliner Krebsgesellschaft e. V. organisiert. Krebsexperten treffen, Wissen erweitern, Selbsthilfegruppen kennenlernen: Der 8. Krebsaktionstag bietet Ihnen aktuellste Informationen rund um das Thema Krebs. Betroffene, Angehörige und Interessierte sind herzlich eingeladen, an der...

Individualisierte Schmerztherapie

Individualisierte Schmerztherapie
© Dan Race / Fotolia.com

Schmerz ist eine komplexe Empfindung. Der menschliche Körper besitzt ein weitverzweigtes Netzwerk aus Schmerzrezeptoren und Schmerzleitungen.  Schmerzen können bei Krebserkrankungen durch das Wachstum eines Tumors oder auch durch unerwünschte Begleiterscheinungen von Therapien verursacht werden.  Um das Schmerzerleben adäquat behandeln zu können, ist es notwendig, eine individuelle Schmerztherapie durchzuführen. Die Mitarbeit der Betroffenen ist dabei...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Fortgeschrittenes Lungenkarzinom: Verbesserte Überlebenschancen unter Kombinationstherapien mit Atezolizumab"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren