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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. Juli 2020
Seite 1/4
Fokale Therapie des Prostatakarzinoms

J. Reiß, B. Rosenhammer, W. Otto, M. Burger, J. Bründl Klinik für Urologie der Universität Regensburg, Caritas-Krankenhaus St. Josef, Regensburg.

Die zunehmende Akzeptanz und Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen führt beim Prostatakarzinom zu einer häufigeren Diagnose in frühen Tumorstadien mit uni- oder oligofokaler Ausbreitung. Um eine mögliche Übertherapie durch die etablierten Therapieverfahren (radikale Prostatektomie sowie Radiotherapie) und die damit assoziierten Nebenwirkungen und Folgeschäden zu umgehen, findet sich eine zunehmende Bandbreite an fokalen Therapieverfahren. Insbesondere die Anwendung des hochintensiven fokussierten Ultraschalls (HIFU) und der Kryotherapie des Prostatakarzinoms wird bei passender Indikation zunehmend diskutiert. Beide Verfahren finden in der aktuellen EAU-Leitlinie Erwähnung und sollen im Rahmen klinischer Studien weiterhin angewandt und untersucht werden. Zum adäquaten Einsatz fokaler Therapieverfahren ist eine strikte Indikationsprüfung unumgänglich.
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Indikation und Nachsorge

 
Die möglichst exakte Diagnostik zur Identifikation der Tumorherde und Planung der Therapie ist unabdingbare Grundvoraussetzung für die korrekte Anwendung der Verfahren. Die multiparametrische Magnetresonanztomographie (mpMRT) hat sich in Kombination mit dem transrektalen Ultraschall (TRUS) weitestgehend als Standard in der primären Bildgebung etabliert (1, 2). Dabei stellt die Kombination aus MRT-gezielter sowie systematischer Prostatastanzbiopsie inzwischen flächendeckend den Goldstandard der weiterführenden histopathologischen Abklärung dar.
 
Abhängig von der Lokalisation sowie der Ausdehnung bzw. Verteilung der Karzinombefunde kommen hochfokale Ablationen ebenso zum Einsatz wie Behandlungen einer Drüsenhemisphäre bis hin zur subtotalen Ablation der Prostata.
 
Patienten mit Prostatakarzinomen der Low-risk-Konstellation nach d’Amico sowie Patienten mit früh-intermediären Tumoren (Gleason 7a) erscheinen nach aktuellem Kenntnisstand am besten zur Anwendung einer fokalen Therapie geeignet (3). Diese fungiert dabei entweder als Ersatz der Active Surveillance oder der radikalen Prostatektomie (RPE) bzw. Radiatio der Prostata.
 
Der Einsatz in früh-intermediären Tumorstadien nimmt dabei aktuell zu, fokale Therapieverfahren können jedoch anhand der nach wie vor lückenhaften Evidenzlage weiterhin nicht generell für Patienten mit hoch-intermediärem oder hohem Risiko empfohlen werden (4).
 
Neben der umfassenden prätherapeutischen Abklärung ist eine konsequente, in Form von Studien organisierte Nachsorge essenziell. Hierzu sollten Verlaufskontrollen mittels mpMRT der Prostata und Fusionsbiopsien inklusive Biopsie des behandelten Drüsenareals implementiert werden. Auch das funktionelle Outcome mit Erfassung der Miktions- und Sexualfunktion sowie die Health-related Quality of Life (HRQoL) müssen neben onkologischen Verlaufsparametern langfristig erfasst werden, um eine adäquate Beurteilung des Nebenwirkungsprofils zu ermöglichen.
 
Abb. 1: mpMRT der Prostata (T2, transversal) vor (A) und 1 Jahr nach HIFU-Hemiablation der rechten Prostata-Hemisphäre (B).
mpMRT der Prostata vor und 1 Jahr nach HIFU-Hemiablation
 
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