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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

16. Dezember 2019 Erstlinientherapie des EGFRm NSCLC – Osimertinib zeigt medianen OS-Vorteil von über 3 Jahren

Auf dem ESMO-Kongress wurden die finalen Analysedaten der FLAURA-Studie zum Gesamtüberleben (OS) für die Erstlinientherapie des fortgeschrittenen EGFR-mutierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) mit Osimertinib (Tagrisso®) vorgestellt. Diese konnten einen signifikanten und klinisch relevanten OS-Vorteil von rund 39 Monaten für den Drittgenerations-Tyrosinkinasehemmer (TKI) im Vergleich zu TKIs der 1. Generation (Erlotinib/Gefitinib) zeigen (1). Welche Bedeutung diese Daten für die medizinische Praxis haben, erläuterte PD Dr. Niels Reinmuth, Leitender Arzt der Thorakalen Onkologie, Asklepios Fachkliniken München-Gauting.
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Fachinformation
Wie bewerten Sie die OS-Verlängerung, die mit Osimertinib erzielt wurde?

Es ist die erste große Phase-III-Studie, die eine signifikante OS-Verbesserung in der Erstlinientherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem EGFR-mutierten NSCLC zeigen konnte. Die mit Osimertinib erzielte mediane OS-Verlängerung von 31,8 auf 38,6 Monate gegenüber Gefitinib oder Erlotinib ist klinisch extrem bedeutsam. Es ist schön, dass auf diesem Gebiet solche Fortschritte erreicht werden können.


Welche klinischen Erfahrungen konnten Sie mit diesem Behandlungsregime bereits sammeln?

Die FLAURA-Studie kennen wir schon seit längerem – die bereits publizierten Daten konnten einen bisher unerreichten Vorteil beim progressionsfreien Überleben nachweisen. Auf Basis dieser Daten hat der TKI der 3. Generation Mitte letzten Jahres die Zulassungserweiterung für die Erstlinientherapie von Patienten mit fortgeschrittenem EGFRm NSCLC erhalten. Entsprechend setzen wir Osimertinib gerne in der ersten Therapielinie ein und haben im Behandlungsalltag schon sehr positive Erfahrungen mit TKIs der 3. Generation gemacht. Der Wirkstoff zeichnet sich durch eine gute Verträglichkeit sowie durch eine sehr gute und lange Erkrankungskontrolle aus. Nicht zuletzt darf man auch die gute intrazerebrale Wirksamkeit dieser Substanz nicht vergessen, sodass man insgesamt von einer hochaktiven, sehr gut verträglichen und somit der besten TKI-Substanz sprechen kann, die wir aktuell kennen.


Was wären Behandlungsregime, die man bei Progress der Erkrankung unter Osimertinib einsetzen würde?

Es ist die Behandlungsrealität, dass die Erkrankung dieser Patienten auch unter einer Erstlinientherapie mit Osimertinib, dem aktuell besten TKI in dieser Indikation, irgendwann fortschreitet. In einem solchen Fall gibt es dann weitere gute Behandlungsansätze. Das heißt, entweder finden wir eine Kombination beispielsweise mit einer Chemotherapie oder mit einer anderen Substanz. In der klinischen Prüfung befindet sich etwa eine Kombination mit einem MET-Inhibitor. Man kann auch überlegen, ganz neue Ansätze zu finden und etwa die Chemotherapie mit einer Immuntherapie zu kombinieren. Ein solches Regime ist mit der Kombination aus Atezolizumab + Carboplatin/Paclitaxel/Bevacizumab bereits zugelassen. Ich glaube, wir werden zukünftig auch noch differenzierter innerhalb einer Subgruppe denken müssen. Und dann haben wir Situationen, wo wir in jedem Fall eine Rebiopsie anstreben sollten – nach Progress oder vielleicht schon währenddessen, um anhand von Plasmaproben eine minimale Resterkrankung zu erkennen oder auf sich anbahnende Resistenzmechanismen zu schauen. Auch der Stellenwert der Immuntherapie ist noch relativ unklar.

(Red.)

Literatur:

(1) Ramalingam SS et al. Ann Oncol;2019:30 (suppl_5): v851-v934.


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