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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

13. Dezember 2018 Erstlinientherapie des EGFRm-NSCLC: Bedeutung der FLAURA-Daten für die medizinische Praxis

Interview mit PD Dr. med. Niels Reinmuth, Asklepios Fachkliniken München-Gauting.

Aufgrund der Ergebnisse der FLAURA-Studie wurde Osimertinib (Tagrisso®) im Juni 2018 von der EU-Kommission zur Erstlinientherapie des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten NSCLC mit aktivierenden Mutationen des EGFR (EGFRm-NSCLC) zugelassen. In einem Interview im Rahmen des ESMO erläuterte PD Dr. Niels Reinmuth, München, die zentralen Ergebnisse der FLAURA-Studie und deren Bedeutung für die klinische Praxis.
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Niels Reinmuth
Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Resultate der FLAURA-Studie?

„Die Phase-III-Zulassungsstudie hat für alle Endpunkte eine deutliche Überlegenheit der Therapie mit Osimertinib gezeigt. Es wurde ein signifikanter PFS-Vorteil im Vergleich zu den aktuellen Standard-EGFR-TKIs Gefitinib und Erlotinib dokumentiert, und eine Interimsanalyse deutet bereits zum jetzigen Zeitpunkt eine Verbesserung des Gesamtüberlebens an. Der TKI der dritten Generation zeigte außerdem sein bekannt gutes Sicherheitsprofil.


Wie beurteilen Sie die mit Osimertinib erzielte PFS-Verlängerung?

Osimertinib hat in der FLAURA-Studie eine noch nie erreichte PFS-Verlängerung von 18,9 Monaten im Vergleich zu 10,2 Monaten im Kontroll-Arm gezeigt, die klinisch relevant war. Daher ist die Erstlinientherapie des EGFRm-NSCLC mit dem TKI der 3. Generation für uns die neue Standardtherapie.“


Wie bewerten Sie die vorläufigen vielversprechenden Daten zum Gesamtüberleben?

„Aufgrund des wirklich beeindruckenden Vorteils beim PFS und den publizierten Resultaten der OS-Interimsanalyse kann man davon ausgehen, dass sich dieser Vorteil auch in eine Verbesserung des Gesamtüberlebens übersetzt. Die Nachbeobachtungszeit ist noch zu kurz, und wir rechnen mit einer neuen Auswertung dieser Daten im nächsten Jahr. Diese wird den Stellenwert der Erstlinientherapie des EGFRm-NSCLC mit Osimertinib zusätzlich unterstreichen, denn es ist für diese Patienten aktuell die beste Behandlungsoption, mit den überzeugendsten Daten zur Wirksamkeit und dem besseren Verträglichkeitsprofil. Für uns Ärzte bedeutet das, dass wir unserer Verpflichtung zu testen nachkommen müssen. Molekularpathologische Untersuchungen werden für gezielte Therapieansätze zunehmend wichtiger, damit wir diese Patienten immer besser und länger behandeln können. Da ist die Therapie mit Osimertinib ein ganz wichtiger Schritt.“


Wie sah das Verträglichkeitsprofil von Osimertinib in der FLAURA-Studie aus?

„Das Sicherheitsprofil war sehr gut. Die Therapie mit Osimertinib war besser verträglich als die Behandlung mit den Standard-EGFR-TKIs Erlotinib und Gefitinib, dem Vergleichsarm in der FLAURA-Studie. Das deckt sich auch mit unseren eigenen klinischen Erfahrungen. Damit ist Osimertinib in dieser Indikation aktuell das beste Medikament mit den besten Daten.


Was bedeuten die Studiendaten für die Zukunft der Therapie des EGFRm-NSCLC?

„Die Verbesserung des PFS war in der FLAURA-Studie konsistent über alle Subgruppen zu sehen, auch bei Patienten mit Hirnmetastasen. Dementsprechend ist Osimertinib der neue Standard in der Erstlinientherapie von Patienten mit EGFRm NSCLC, und das ist ein erfreulicher Fortschritt.“


Vielen Dank für das Gespräch!

Red.


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