Samstag, 20. April 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. Januar 2019 Erhaltungstherapie mit PARP-Inhibitoren und aktuelle Studien beim Ovarialkarzinom

Seit einem Jahr ist in Deutschland der PARP-Inhibitor Niraparib (Zejula®) für die Erhaltungstherapie beim rezidivierten, Platin-sensiblen Ovarialkarzinom verfügbar. Auf einem Symposium im Rahmen des 15. AIO-Herbstkongresses waren sich die Referentinnen einig, dass nach Jahren der Stagnation durch die Einführung von PARP-Inhibitoren wie Niraparib Anlass zur Hoffnung auf ein längeres krankheitsfreies Überleben für Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom besteht.
„Die Erhaltungstherapie mit einem PARP-Inhibitor soll den Erfolg der Chemotherapie konsolidieren und Krankheitskontrolle und Symptome verbessern“, erklärte Prof. Dr. Diana Lüftner, Berlin. Als erster PARP-Inhibitor war Niraparib bei Patientinnen mit rezidiviertem, Platin-sensiblem Ovarialkarzinom prospektiv in einer Phase-III-Studie an Patientinnen mit BRCA-Keimbahnmutation und Frauen ohne eine solche Mutation untersucht worden. In beiden Kohorten führte die Erhaltungstherapie mit Niraparib zu einer signifikanten Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (1). Auch durch die Möglichkeit des Patienten-individualisierten Therapiemanagements zeigt die Erhaltungstherapie mit dem PARP-Inhibitor eine gute Langzeitverträglichkeit (2).

Ein großer Bedarf an neuen Therapieoptionen besteht für die Late-Line-Therapie des rezidivierten high-grade serösen Ovarialkarzinoms. Die Phase-II-Studie QUADRA untersucht eine Monotherapie mit Niraparib in der vierten oder noch späteren Therapielinie bei 463 Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom unabhängig von ihrem Platin- oder Biomarkerstatus. „Die Studie hat eine sehr breite Patientenpopulation – Platin-sensitiv, -resistent oder -refraktär – und nach intensiver Vorbehandlung. Das sind Patientinnen, wie wir sie im Alltag sehen“, kommentierte Lüftner. Beim ESMO 2018 wurden Daten zur Subgruppe der PARP-Inhibitor-naiven Patientinnen mit BRCA-Mutation vorgestellt: Bei diesen Patientinnen betrug die objektive Ansprechrate 31%, die mediane Dauer des Ansprechens 9,2 Monate und das mediane Gesamtüberleben 26 Monate (3). Als Erhaltungstherapie nach Erstlinien-Chemotherapie untersucht die Phase-III-Studie PRIMA eine Niraparib-Monotherapie als Erhaltungstherapie. Die Studie wird an einem breiteren Patientenkollektiv durchgeführt als die SOLO1-Studie mit Olaparib, da auch Frauen ohne BRCA-Mutation eingeschlossen sind, berichtete Prof. Dr. Tjoung-Won Park-Simon, Hannover. Ergebnisse zur Effektivität werden für Ende 2019 erwartet. Zudem wird Niraparib in Kombination mit Checkpoint-Inhibitoren in klinischen Studien geprüft (4).

Dr. rer. nat. Claudia Schöllmann

Quelle: Satellitensymposium „Niraparib – Verträglichkeit und Effektivität beim Ovarialkarzinom“, AIO-Herbstkongress, 15.-17.11.2018, Berlin; Veranstalter: Tesaro

Literatur:

(1) Mirza MR et al. N Engl J Med 2016;375:2154-64.
(2) Mirza MR et al. 2018; Abstract IGCS8-1480.
(3) Moore KN et al. Ann Oncol 2018;29 (suppl_8):viii3. Abstract 944P und poster presentation.
(4) Konstantinopoulos PA et al. J Clin Oncol 2018; 36(suppl; abstr 106) und oral presentation.


Das könnte Sie auch interessieren

Krebs und Sexualität - ein doppeltes Tabu

Krebs und Sexualität - ein doppeltes Tabu
© Expensive / fotolia.com

Eine Krebserkrankung hinterlässt Spuren, körperliche und seelische. Für Patientinnen ist es manchmal schwer, über ihre Empfindungen und Ängste zu sprechen. Umso belastender kann es sein, die mit der Krankheit häufig einhergehende Beeinträchtigung der Sexualität in Worte zu fassen. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums bietet Unterstützung an – auch bei Fragen, die viele als heikel empfinden.

DEGUM-Experten fordern Ultraschall der Eierstöcke als Kassenleistung

DEGUM-Experten fordern Ultraschall der Eierstöcke als Kassenleistung
© CLIPAREA.com / fotolia.com

Um harmlose Eierstockzysten von bösartigem Eierstockkrebs zu unterscheiden, verwenden Ärzte das Ultraschallverfahren. Zysten und Krebsgeschwülste bilden im sonografischen Bild bestimmte Muster, die ein erfahrener Fachmann unterscheiden kann. Für ein hohes Qualitätsniveau der Untersuchung setzt sich die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) ein. Sie fordert, dass der Ultraschall der Eierstöcke eine Kassenleistung wird – auch...

Krebstherapie gestern, heute, morgen: Entwicklungen in der Onkologie

Krebs gilt heute als Volkskrankheit: Bei Frauen stieg die Zahl der jährlich auftretenden Neuerkrankungen seit 1980 um 35 Prozent, bei Männern sogar um 80 Prozent an. Dass die krebsbedingte Sterberate dennoch im gleichen Zeitraum zurückging, ist u. a. Verdienst der modernen Forschung: In allen Bereichen der Krebsmedizin – von der Grundlagenforschung bis hin zur strukturierten Nachsorge der Patienten – haben sich enorme Erfolge eingestellt. Dies war jedoch ein weiter...

Zielgerichtete Brustkrebstherapie ist erfolgreich

Brustkrebs kann jede Frau treffen. Eine von acht Frauen wird im Laufe ihres Lebens mit der Diagnose konfrontiert - allein in Deutschland sind das 72.000 Frauen im Jahr. Doch dank innovativer Forschung und Entwicklung wurden gerade in der Behandlung von Brustkrebs in den vergangenen Jahren große Fortschritte erreicht. Heute sind zielgerichtete Medikamente verfügbar, die die Überlebensaussichten von Frauen mit Brustkrebs entscheidend verbessern.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Erhaltungstherapie mit PARP-Inhibitoren und aktuelle Studien beim Ovarialkarzinom"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.