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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

26. April 2016 Entscheidende Fortschritte in der Therapie des NSCLC

Bevacizumab ist mittlerweile ein Medikament, das in der Behandlung des NSCLC fest etabliert ist, konstatierte Prof. Dr. Wolfgang Schütte, Halle/Saale, während eines Pressegesprächs der Roche Pharma AG auf dem Pneumologenkongress in Leipzig. Zusammen mit jeder Platindublette verlängert es das Gesamtüberleben (OS) in der Erstlinie und kann ebenfalls in der Erhaltungstherapie allein als gut verträgliche Behandlung fortgeführt werden. Bei Erlotinib ist der genaue Mutationsstatus zu beachten.
„Um die Jahrtausendwende war mit einer alleinigen Chemotherapie bezüglich des Gesamtüberlebens ein Plateau erreicht“, erinnerte Schütte. Hier konnte durch die Zugabe von Bevacizumab zur Kombination von Carboplatin und Paclitaxel gegen die Kombination allein beim Adenokarzinom ein Überlebensvorteil von 3,9 Monaten beim medianen OS erreicht werden.

Statt der damals maximal möglichen 10,3 Monate unter Zytostatika beim medianen OS, erreicht man heute mit dem Angiogenesehemmer Bevacizumab 14-16 Monate, „was ein ganz klarer Fortschritt aus meiner Sicht ist.“ Dies schlägt sich nieder in den aktualisierten ESMO-Guidelines, in denen Bevacizumab zweimal den höchsten Empfehlungsgrad erhielt (1).


Bei Älteren: Triple- besser als Zweifach-Therapie

Bevacizumab ist auch Therapiestandard bei Patienten > 65 Jahre; in dieser Altersgruppe kommt es zu zwei Dritteln aller Neuerkrankungen von Bronchialkarzinomen. In der von Schütte selbst geleiteten 65plus-Studie untersuchte man Bevacizumab + Pemetrexed gegen eine Dreifachtherapie, die außerdem Carboplatin enthielt (2). Fragestellung war: Reichen diese beiden Substanzen aus, und kann man auf Carboplatin, aufgrund seiner hohen Toxizität, verzichten?

Aber man ist mit der Dreifachgabe bei einem besseren Outcome. Das mediane OS betrug 15,2 vs. 11,6 Monate bei der Zweifachgabe. „Wenn die älteren Patienten sich in einem guten Allgemeinzustand befinden, sollte also das Dreifach-Regime bevorzugt werden.“

Außerdem ist zu beachten: Bevacizumab ist als Monotherapie auch in der Erhaltung zugelassen. Schütte: „Durch diese Zulassung kann die Therapie ohne Wirkstoffwechsel fortgesetzt und Bevacizumab breit eingesetzt werden – auch bei älteren Patienten, bei Patienten mit vorbehandelten oder unvorbehandelten ZNS-Metastasen sowie bei zentraler Tumorlage.“


Erlotinib – Mutationsstatus genau identifizieren

Beim Einsatz von Erlotinib, also bei der Behandlung des EGFR-mutierten NSCLC, müssen die verschiedenen Mutationen sowie der Performance-Status berücksichtigt werden, so Schütte. Für Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC mit ECOG PS 2 (mit del19- sowie L858R-Mutation) liegen Daten vor, die eine Therapie mit Erlotinib unterstützen. Auch für Patienten mit ECOG PS 0-1 und L858R-Mutation ist Erlotinib aufgrund des Gesamtprofils aus Wirksamkeit und Verträglichkeit eine Option. Basierend auf Daten der klinischen Studien sowie Meta-Analysen zeigt der Tyrosinkinase-Inhibitor eine sehr gute Balance zwischen Wirksamkeit und Verträglichkeit (3).

Reimund Freye

Quelle: Pressegespräch „Den Patienten im Blick – Innovation und Langzeiterfahrung bei lebensbedrohlichen Lungenerkrankungen“ im Rahmen des 57. DGP-Kongresses, Leipzig, 04.03.2016; Veranstalter: Roche

Literatur:

(1) Reck M et al. Ann Oncol 2014;25(Suppl3): iii27-iii39.
(2) Schütte WH et al. J Clin Oncol 2013;31 (suppl;#8013).
(3) Shepherd, NEJM, 2005; Zhou, Ann Oncol, 2015; Rosell, Lancet Oncol, 2012; Haaland, JTO, 2014.


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