Samstag, 4. April 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

13. September 2016 Checkpoint-Blockade auch beim progredienten kleinzelligen Lungenkrebs wirksam

Immuncheckpoint-Inhibitoren wie Nivolumab, ein Antikörper gegen PD-1, und der Anti-CTLA-4 Antikörper Ipilimumab wirken der Immunsuppression entgegen und können auch bei Chemoresistenz noch eine klinisch nachweisbare Antitumoraktivität auslösen. In der CheckMate -032-Studie ist dies für Nivolumab mit und ohne Ipilimumab beim kleinzelligen Lungenkarzinom (SCLC) nach Versagen einer platinbasierten Behandlung belegt worden.
Anzeige:
CheckMate -032 ist eine multizentrische, open-label Phase-I/II-Studie. Aufgenommen wurden 216 Patienten mit Progress eines fortgeschrittenen SCLC nach mindestens einer platinbasierten Chemotherapie. PD-L1-Expression im Tumor oder Platinsensitivität waren kein Selektionskriterium. Die Teilnehmer erhielten entweder eine Nivolumab-Monotherapie bis zum Progress oder inakzeptabler Toxizität (3 mg/kg KG i.v. alle 2 Wochen; n=98) oder eine Kombination von Ipilimumab (Ipi) plus Nivolumab (Nivo) in 2 unterschiedlichen Dosierungen: Nivo 1 mg/kg + Ipi 3 mg/kg alle 3 Wochen (Nivo1/Ipi3; n=61) oder Nivo 3 mg/kg KG + Ipi 1 mg/kg alle 3 Wochen (Nivo3/Ipi1; n=54). In den beiden Kombinationstherapiegruppen schloss sich nach jeweils 4 Zyklen eine Behandlung mit Nivolumab an (3 mg/kg KG alle 2 Wochen).

Prof. Dr. Scott J. Antonia, Tampa, stellte Interimergebnisse der noch laufenden Studie bei der Jahrestagung der ASCO in Chicago vor (1). Zeitgleich wurden diese Daten publiziert (2). Das mediane Follow-up betrug bei Datenanalyse 11,1 Monate in der Monotherapiegruppe, 16,5 Monate unter Nivo1/Ipi3 und 13,1 Monate unter Nivo3/Ipi1. Die Ansprechraten (komplette und partielle Response) waren 10% unter Nivo-Monotherapie, 23% im Nivo1/Ipi3-Arm und 19% unter Nivo3/Ipi1, und zwar ähnlich bei platinsensitiven und -resistenten Patienten. Die Teilnehmer der Nivo-Monotherapiegruppe überlebten median 4,4 Monate, in der Nivo1/Ipi3-Gruppe waren es 7,7 Monate und unter Nivo3/Ipi1 6,0 Monate. Die 1-Jahres-Überlebensraten betrugen entsprechend 33%, 43% und 35%.

„Das sind frühe Daten, aber die Art des Ansprechens ist dem bei fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomen (NSCLC) sehr ähnlich, und selbst Patienten mit hoher Tumorlast können ansprechen“, sagte Antonia.

Das Toxizitätsprofil der Kombinationsbehandlung entspreche dem, wie es von anderen Indikationen bekannt sei. Grad-3/4-Toxizitäten gab es bei 13% in der Monotherapiegruppe und bei 30% und 19% in den Kombinationsarmen (Nivo1/Ipi3 und Nivo3/Ipi1). 3 therapiebedingte Todesfälle traten auf: durch Myasthenia gravis, Beschleunigung eines Nierenversagens und Pneumonitis. Die Kombination Nivo1/Ipi3 alle 3 Wochen sei nun für eine Phase-III-Studie gewählt worden.

Obwohl die Kombinationstherapie mit einer erhöhten Toxizität einhergehe, sei diese geringer als beim NSCLC, kommentierte Prof. Dr. Jedd D. Wolchok, New York, beim Kongress. Dies spreche dafür, dass die Mikroumgebungen der Tumoren biologisch unterschiedlich sind. Die Ergebnisse der Kombinationstherapien mit Immuncheckpoint-Inhibitoren seien vielversprechend, sagte Wolchok. Aber sie seien kein „one-size-fits-all“-Ansatz.

(nsi)

Literatur:

(1) Antonia SJ et al. J Clin Oncol 34, 2016 (suppl; abstr 100).
(2) Antonia SJ et al. Lancet Oncol 2016;17:883-95.


Das könnte Sie auch interessieren

Bayern gegen Leukämie – Gemeinsamer landesweiter Aktionstag für Typisierung am 25. Mai 2018

Bayern gegen Leukämie – Gemeinsamer landesweiter Aktionstag für Typisierung am 25. Mai 2018
© RFBSIP / Fotolia.com

Jedes Jahr erkranken in Deutschland laut Robert Koch-Institut Berlin rund 11.000 Menschen neu an Leukämie. Mit einer Stammzellspende können sie gerettet werden, jedoch gibt es für jeden zehnten Patienten noch immer keinen passenden Spender. Deshalb sind am 25. Mai alle Bayern aufgerufen, sich als Stammzellspender gegen Leukämie typisieren zu lassen. Die DAK-Gesundheit in Bayern unterstützt gemeinsam mit zahlreichen Partnern die nach Angaben der Stiftung Aktion...

Hufeland-Preis ehrt Initiatoren eines bundesweiten Kita-Sonnenschutzprojekts zur Krebsprävention

Hufeland-Preis ehrt Initiatoren eines bundesweiten Kita-Sonnenschutzprojekts zur Krebsprävention
© drubig-photo / Fotolia.com

Prof. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Dermatologische Prävention e.V. (ADP), Dr. Nadja Seidel und Dr. Friederike Stölzel, Leiterinnen des Präventionszentrums des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) sind mit dem Hufeland-Preis des Kuratoriums der Stiftung Hufeland-Preis ausgezeichnet worden. Sie erhielten den mit 20.000 Euro dotierten Preis für Präventivmedizin für ihr bundesweites Sonnenschutz-Projekt...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Checkpoint-Blockade auch beim progredienten kleinzelligen Lungenkrebs wirksam"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden