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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Juli 2018 CUPISCO-Studie prüft molekular-gesteuerte zielgerichtete Therapie beim CUP-Syndrom

Das CUP-Syndrom (Cancer of Unknown Primary) macht 3-5% aller Krebserkrankungen aus und ist definiert als unbekannte Lokalisation des Primärtumors (1). Die Inzidenz der als CUP diagnostizierten Fälle ist zwar zurückgegangen, dies schlägt sich jedoch nicht in einem besseren medianen Überleben (mOS) der Patienten nieder: Das mOS der Patienten mit CUP-Syndrom beträgt etwa 9 Monate, wie Phase-II-Studien mit Platin-basierten Kombinationschemotherapien gezeigt haben (2). Klinisch präsentiert sich das CUP-Syndrom als überaus heterogen – von der undifferenzierten Neoplasie bis zum schlecht oder gut differenzierten Adenokarzinom. In ca. 85% der Fälle soll eine klinisch relevante Genveränderung vorliegen, die sich therapeutisch möglicherweise adressieren lässt (3). Die Phase-II-Studie CUPISCO (4) prüft nun bei CUP-Patienten nach einem umfassenden Tumorprofiling die Effektivität und Sicherheit einer zielgerichteten Therapie.
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In die Studie sollen 790 Patienten eingeschlossen werden. Ihr Tumorprofil wird mit FoundationOne® (5) ermittelt (Sequenzanalyse von 315 krebsrelevanten Genen sowie Bestimmung der Tumormutationslast und Mikrosatelliteninstabilität). Nach 3 Zyklen einer Platin-Doublette (Carboplatin/Paclitaxel, Cisplatin/Gemcitabin oder Carboplatin/Gemcitabin) als Induktionstherapie werden die Patienten randomisiert für entweder Fortführung der systemischen Chemotherapie (Standard-Arm) oder für eine auf ihr molekulares Profil abgestimmte zielgerichtete Therapie (experimenteller Arm; je nach Genprofil mit Alectinib, Vismodegib, Ipatasertib, Olaparib, Erlotinib, Bevacizumab, Vemurafenib, Cobimetinib, Trastuzumab, Pertuzumab oder Atezolizumab).
 
Abb. 1: Studiendesign der CUPISCO-Studie (© Roche).
 Abb. 1: Studiendesign der CUPISCO-Studie (Roche).


Primärer Endpunkt ist das progressionsfreie Überleben. Sekundäre Endpunkte sind das OS, die Gesamtansprechrate, die Dauer des klinischen Benefits (DCB) sowie Nebenwirkungen.


Einschlusskriterien (Auszug):

• Histologisch bestätigtes CUP-Syndrom nach den ESMOv1-Kriterien
• Abgeben einer Blutprobe für genomisches Profiling
• Keine systemische Vortherapie des CUP
• ECOG-PS 0-1
• Muss für Platin-basierte Doublette in Frage kommen
• Mind. eine messbare Läsion nach RECIST v1.1
• Vorliegen einer FFPE-Tumorprobe


Ausschlusskriterien (Auszug):

• Plattenepithel-CUP
• Bekannter leptomeningealer Befall
• HIV
• Kardiovaskuläre Erkrankung
• Vorhergehende Stammzell- oder Organtransplantation
• Schwangerschaft, Stillend oder sofortiger Kinderwunsch



Prof. Dr. med. Alwin Krämer

Clinical Cooperation Unit, Molecular Hematology/Oncology
Head of Department


German Cancer Research Center (DKFZ)
Foundation under Public Law
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg

Tel.: 06221/42-1440
Fax: 06221/42-1444
E-Mail: a.kraemer@dkfz.de

Literatur:

(1) Massard C et al. Nat Rev Clin Oncol 2011, 8:701-710.
(2) Greco FA, Hainsworth JD. In: DeVita VT Jr, Hellman S, Rosenberg SA (eds): Cancer: Principles and Practice of Oncology (ed 9), Philadelphia, Verlag Lippincott Williams and Wilkins 2011, 2033-2051.
(3) Ross J S et al. JAMA Oncol 2015,1:40-49.
(4) https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT03498521
(5) Frampton GM et al. Nat Biotechnol 2013; 31(11):1023-31.


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