Samstag, 28. März 2020
Navigation öffnen

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Juli 2018 CUPISCO-Studie prüft molekular-gesteuerte zielgerichtete Therapie beim CUP-Syndrom

Das CUP-Syndrom (Cancer of Unknown Primary) macht 3-5% aller Krebserkrankungen aus und ist definiert als unbekannte Lokalisation des Primärtumors (1). Die Inzidenz der als CUP diagnostizierten Fälle ist zwar zurückgegangen, dies schlägt sich jedoch nicht in einem besseren medianen Überleben (mOS) der Patienten nieder: Das mOS der Patienten mit CUP-Syndrom beträgt etwa 9 Monate, wie Phase-II-Studien mit Platin-basierten Kombinationschemotherapien gezeigt haben (2). Klinisch präsentiert sich das CUP-Syndrom als überaus heterogen – von der undifferenzierten Neoplasie bis zum schlecht oder gut differenzierten Adenokarzinom. In ca. 85% der Fälle soll eine klinisch relevante Genveränderung vorliegen, die sich therapeutisch möglicherweise adressieren lässt (3). Die Phase-II-Studie CUPISCO (4) prüft nun bei CUP-Patienten nach einem umfassenden Tumorprofiling die Effektivität und Sicherheit einer zielgerichteten Therapie.
Anzeige:
In die Studie sollen 790 Patienten eingeschlossen werden. Ihr Tumorprofil wird mit FoundationOne® (5) ermittelt (Sequenzanalyse von 315 krebsrelevanten Genen sowie Bestimmung der Tumormutationslast und Mikrosatelliteninstabilität). Nach 3 Zyklen einer Platin-Doublette (Carboplatin/Paclitaxel, Cisplatin/Gemcitabin oder Carboplatin/Gemcitabin) als Induktionstherapie werden die Patienten randomisiert für entweder Fortführung der systemischen Chemotherapie (Standard-Arm) oder für eine auf ihr molekulares Profil abgestimmte zielgerichtete Therapie (experimenteller Arm; je nach Genprofil mit Alectinib, Vismodegib, Ipatasertib, Olaparib, Erlotinib, Bevacizumab, Vemurafenib, Cobimetinib, Trastuzumab, Pertuzumab oder Atezolizumab).
 
Abb. 1: Studiendesign der CUPISCO-Studie (© Roche).
 Abb. 1: Studiendesign der CUPISCO-Studie (Roche).


Primärer Endpunkt ist das progressionsfreie Überleben. Sekundäre Endpunkte sind das OS, die Gesamtansprechrate, die Dauer des klinischen Benefits (DCB) sowie Nebenwirkungen.


Einschlusskriterien (Auszug):

• Histologisch bestätigtes CUP-Syndrom nach den ESMOv1-Kriterien
• Abgeben einer Blutprobe für genomisches Profiling
• Keine systemische Vortherapie des CUP
• ECOG-PS 0-1
• Muss für Platin-basierte Doublette in Frage kommen
• Mind. eine messbare Läsion nach RECIST v1.1
• Vorliegen einer FFPE-Tumorprobe


Ausschlusskriterien (Auszug):

• Plattenepithel-CUP
• Bekannter leptomeningealer Befall
• HIV
• Kardiovaskuläre Erkrankung
• Vorhergehende Stammzell- oder Organtransplantation
• Schwangerschaft, Stillend oder sofortiger Kinderwunsch



Prof. Dr. med. Alwin Krämer

Clinical Cooperation Unit, Molecular Hematology/Oncology
Head of Department


German Cancer Research Center (DKFZ)
Foundation under Public Law
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg

Tel.: 06221/42-1440
Fax: 06221/42-1444
E-Mail: a.kraemer@dkfz.de

Literatur:

(1) Massard C et al. Nat Rev Clin Oncol 2011, 8:701-710.
(2) Greco FA, Hainsworth JD. In: DeVita VT Jr, Hellman S, Rosenberg SA (eds): Cancer: Principles and Practice of Oncology (ed 9), Philadelphia, Verlag Lippincott Williams and Wilkins 2011, 2033-2051.
(3) Ross J S et al. JAMA Oncol 2015,1:40-49.
(4) https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT03498521
(5) Frampton GM et al. Nat Biotechnol 2013; 31(11):1023-31.


Das könnte Sie auch interessieren

Darmkrebspatienten benötigen spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung

Darmkrebspatienten benötigen spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung
© Fotolia / cryonoid_media

Mit einem Pressegespräch am 19. April in Berlin nimmt EuropaColon Deutschland e. V. seine Tätigkeit als spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung von Darmkrebspatienten auf. Der neu gegründete Verein ist die deutsche Tochter der seit zwölf Jahren europaweit aktiven Patientenorganisation EuropaColon, die in 24 Ländern Europas Menschen mit Darmkrebs unterstützt und gegenüber der Gesundheitspolitik für deren Interessen eintritt. Der Verein soll Anlaufstelle...

Bayern gegen Leukämie – Gemeinsamer landesweiter Aktionstag für Typisierung am 25. Mai 2018

Bayern gegen Leukämie – Gemeinsamer landesweiter Aktionstag für Typisierung am 25. Mai 2018
© RFBSIP / Fotolia.com

Jedes Jahr erkranken in Deutschland laut Robert Koch-Institut Berlin rund 11.000 Menschen neu an Leukämie. Mit einer Stammzellspende können sie gerettet werden, jedoch gibt es für jeden zehnten Patienten noch immer keinen passenden Spender. Deshalb sind am 25. Mai alle Bayern aufgerufen, sich als Stammzellspender gegen Leukämie typisieren zu lassen. Die DAK-Gesundheit in Bayern unterstützt gemeinsam mit zahlreichen Partnern die nach Angaben der Stiftung Aktion...

Kostenlose Kosmetikseminare “look good feel better“ für Krebspatientinnen

Kostenlose Kosmetikseminare “look good feel better“ für Krebspatientinnen
© Carolin Lauer (carolinlauer.de)

Ganz unverhofft trifft die damals 30jährige Cristina aus Hannover die Diagnose Krebs. Erst dachte sie an einen schlechten Scherz, als sie den Anruf von ihrem Arzt erhielt und dann zog ihr die Nachricht den Boden unter den Füßen weg. Mit der Chemotherapie kamen der Verlust der Haare, Augenbrauen und Wimpern und damit auch teilweise unangenehme Situationen: „Selbst als ich noch Stoppeln auf dem Kopf hatte, haben mich sofort alle angestarrt. Teilweise getuschelt oder den...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"CUPISCO-Studie prüft molekular-gesteuerte zielgerichtete Therapie beim CUP-Syndrom"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden