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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

22. März 2019 Apalutamid als neue Therapieoption bei nicht metastasiertem Hochrisiko-Prostatakarzinom

In Europa kommt es bei etwa 7% der Patienten mit Prostatakarzinom während einer Androgendeprivationstherapie (ADT) zu einer kastrationsresistenten, aber zunächst nicht metastasierenden Erkrankung. Viele dieser Tumoren bilden im Laufe der Zeit jedoch Metastasen.
Das nicht metastasierte kastrationsresistente Prostatakarzinom (M0CRPC) ist eine schwer zu behandelnde Variante des Prostatakarzinoms. Für diese Tumorerkrankung gab es bisher noch keine spezielle von der FDA oder der EMA zugelassene Therapie. In den bisherigen Leitlinien wurde den behandelnden Urologen empfohlen, abzuwarten und die klassische ADT beizubehalten.

Die Patienten mussten sich folglich damit abfinden, dass das Ergebnis ihrer regelmäßigen Kontrolluntersuchungen entweder „keine Veränderung“ oder der Nachweis von Metastasen war. Die modernen systemischen Therapien waren zunächst nur für das metastasierte kastrationsresistente Prostatakarzinom zugelassen. Das hat sich mit der Zulassung des Wirkstoffs Apalutamid (Erleada®) geändert. Das Antiandrogen steht jetzt Patienten mit M0CRPC zur Verfügung, bei denen ein hohes Risiko für die Entwicklung von Metastasen besteht.

Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH)-Antagonisten bleiben weiterhin die Basis der Therapie des M0CRPC. Dazu kommt das Antiandrogen, das direkt am Androgenrezeptor der Prostatakrebszelle angreift. Die Bindung von Apalutamid an den intrazellulären Rezeptor blockiert das Andocken von Testosteron und verhindert die Translokation des Hormon-Rezeptor-Komplexes in den Zellkern und damit die DNA-Bindung und Transkription der vom Testosteron/Rezeptorkomplex aktivierten Gene.

In die Phase-III-Studie SPARTAN (1) wurden M0CRPC-Patienten mit hohem Metastasierungsrisiko aufgenommen. Als Parameter für die Wirksamkeit des neuen Androgenrezeptor-Inhibitors Apalutamid in Kombination mit ADT wurde der neue Endpunkt metastasenfreie Überlebenszeit (MSF) verwendet. Die Gesamtüberlebenszeit ist nach Ansicht der Autoren nicht geeignet, weil in frühen Stadien der Erkrankung zwischen dem Wiederanstieg des prostataspezifischen Antigens (PSA) und dem Versterben der Patienten viele Jahre vergehen können. Das MFS oder die Zeit bis zum Tod dauerte unter ADT + Apalutamid median 41 Monate. Unter ADT + Placebo waren es 16 Monate.

Dr. rer. nat. Maren Mundt

Quelle: Fachpressekonferenz „Erleada®: Neue Therapieoption für Patienten mit Hochrisiko-M0CRPC“, 06.02.2019, Neuss; Veranstalter: Janssen-Cilag

Literatur:

(1) Saad F et al. Lancet Oncol 2018;19(10):1404-16.


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