Sonntag, 29. März 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

22. März 2019 Apalutamid als neue Therapieoption bei nicht metastasiertem Hochrisiko-Prostatakarzinom

In Europa kommt es bei etwa 7% der Patienten mit Prostatakarzinom während einer Androgendeprivationstherapie (ADT) zu einer kastrationsresistenten, aber zunächst nicht metastasierenden Erkrankung. Viele dieser Tumoren bilden im Laufe der Zeit jedoch Metastasen.
Das nicht metastasierte kastrationsresistente Prostatakarzinom (M0CRPC) ist eine schwer zu behandelnde Variante des Prostatakarzinoms. Für diese Tumorerkrankung gab es bisher noch keine spezielle von der FDA oder der EMA zugelassene Therapie. In den bisherigen Leitlinien wurde den behandelnden Urologen empfohlen, abzuwarten und die klassische ADT beizubehalten.

Die Patienten mussten sich folglich damit abfinden, dass das Ergebnis ihrer regelmäßigen Kontrolluntersuchungen entweder „keine Veränderung“ oder der Nachweis von Metastasen war. Die modernen systemischen Therapien waren zunächst nur für das metastasierte kastrationsresistente Prostatakarzinom zugelassen. Das hat sich mit der Zulassung des Wirkstoffs Apalutamid (Erleada®) geändert. Das Antiandrogen steht jetzt Patienten mit M0CRPC zur Verfügung, bei denen ein hohes Risiko für die Entwicklung von Metastasen besteht.

Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH)-Antagonisten bleiben weiterhin die Basis der Therapie des M0CRPC. Dazu kommt das Antiandrogen, das direkt am Androgenrezeptor der Prostatakrebszelle angreift. Die Bindung von Apalutamid an den intrazellulären Rezeptor blockiert das Andocken von Testosteron und verhindert die Translokation des Hormon-Rezeptor-Komplexes in den Zellkern und damit die DNA-Bindung und Transkription der vom Testosteron/Rezeptorkomplex aktivierten Gene.

In die Phase-III-Studie SPARTAN (1) wurden M0CRPC-Patienten mit hohem Metastasierungsrisiko aufgenommen. Als Parameter für die Wirksamkeit des neuen Androgenrezeptor-Inhibitors Apalutamid in Kombination mit ADT wurde der neue Endpunkt metastasenfreie Überlebenszeit (MSF) verwendet. Die Gesamtüberlebenszeit ist nach Ansicht der Autoren nicht geeignet, weil in frühen Stadien der Erkrankung zwischen dem Wiederanstieg des prostataspezifischen Antigens (PSA) und dem Versterben der Patienten viele Jahre vergehen können. Das MFS oder die Zeit bis zum Tod dauerte unter ADT + Apalutamid median 41 Monate. Unter ADT + Placebo waren es 16 Monate.

Dr. rer. nat. Maren Mundt

Quelle: Fachpressekonferenz „Erleada®: Neue Therapieoption für Patienten mit Hochrisiko-M0CRPC“, 06.02.2019, Neuss; Veranstalter: Janssen-Cilag

Literatur:

(1) Saad F et al. Lancet Oncol 2018;19(10):1404-16.


Das könnte Sie auch interessieren

Bewegung hilft bei der Krebstherapie

Bewegung hilft bei der Krebstherapie
© Witthaya / Fotolia.com

Dass Sport und eine Krebserkrankung sich nicht gegenseitig ausschließen, ist inzwischen bekannt. Erwiesenermaßen beugt Sport nicht nur vor, sondern hat auch therapeutische Wirkungen und verbessert die Lebensqualität. Doch wie sieht dies in der Praxis aus und welcher Sport empfiehlt sich in welchem Ausmaß bei welcher Therapie? Aktuell werden immer mehr Studien zu diesem Thema durchgeführt. Das Wohlbefinden des Patienten während und nach der Therapie steht...

Was Krebspatienten in der kalten Jahreszeit beachten sollten

Was Krebspatienten in der kalten Jahreszeit beachten sollten
© Jenny Sturm / fotolia.com

Außen kalt, innen überheizt, dazu Glatteis, Schnee und trübes Licht – der Winter ist für Krebspatienten keine leichte Zeit. Aufgrund der geschwächten Immunabwehr und den damit einhergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind besondere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Im Monatsthema Dezember gibt das ONKO-Internetportal hilfreiche Tipps, wie Krebspatienten gut und sicher durch die kalten Monate kommen.

Heller Hautkrebs: Signalweg entschlüsselt

Beim Hautkrebs gibt es verschiedene Krankheitsformen: Mit Abstand am häufigsten ist dabei das so genannte Basalzellkarzinom, eine Form von hellem Hautkrebs, bei der sich der Tumor von seinem Entstehungsort in der Haut langsam aber stetig ausbreitet. Zwar bildet das Basalzellkarzinom im Allgemeinen keine Tochtergeschwülste (Metastasen), der Tumor sollte jedoch so früh wie möglich behandelt werden, da er ansonsten das umgebende Gewebe zerstören und sogar Muskeln...

Frauenärzte warnen vor Folgen von Bewegungsmangel

Frauenärzte warnen vor Folgen von Bewegungsmangel
© Picture-Factory / Fotolia.com

Das Leben des Stubenhockers ist riskant: Wer körperliche Bewegung und sportliche Aktivitäten scheut, verzichtet auf einen Universalschlüssel zur Förderung der Gesundheit und zur Prävention zahlreicher schwerer Erkrankungen - Männer wie Frauen, Jung wie Alt. „Der heutige Mensch ist nicht für körperliche Passivität geschaffen. Die Evolution hat ihn noch nicht an die überwiegend sitzenden Tätigkeiten der Zivilisationsgesellschaft...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Apalutamid als neue Therapieoption bei nicht metastasiertem Hochrisiko-Prostatakarzinom"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden