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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

08. September 2016 Aktuelle Therapiemöglichkeiten des Lungenkarzinoms

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Prof. Dr. Frank Griesinger
Das Lungenkarzinom ist die häufigste maligne zum Tode führende Erkrankung beim Mann und inzwischen die zweithäufigste bei der Frau. Betrachtet man alle Todesursachen, ist Lungenkrebs die zweithäufigste Todesursache beim Mann und die siebthäufigste bei der Frau.

Erhebliche Fortschritte konnten in den letzten Jahren im molekularen Verständnis bei der häufigsten Tumorentität bei Lungenkrebs, nämlich den nicht-plattenepithelialen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen, erzielt werden. Bei 20-25% dieser Patienten finden sich genetische Alterationen, die in der metastasierten Situation zu einem Chemotherapie-freien Ansatz führen können und inzwischen zum Standard in der Therapie gehören. Dies bedingt aber auch eine frühe molekulare Testung der Patienten, um diese zu identifizieren und den zielgerichteten molekularen Therapien zuführen zu können. Die Therapiepfade beim Lungenkarzinom ähneln daher inzwischen den paradigmatischen, molekular charakterisierten Erkrankungen wie CML oder GIST, bei denen die Therapiestratifizierung aufgrund der Molekularpathologie erfolgt. Diese Entwicklungen werden im Artikel des Autors aufgezeigt, mit einem besonderen Fokus auf neue Entwicklungen wie next generation sequencing (NGS) aus Gewebe und Plasma zur umfassenden molekularen Diagnostik beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom.

80% aller Patienten mit Lungenkrebs weisen keine molekularen Veränderungen auf, so dass bis vor kurzem hier der Standard die Chemotherapie war. Mit der Immuntherapie, genauer mit der Inhibierung von sog. Immuncheckpoint-Proteinen wie PD-1 oder PD-L1 konnten in den letzten zwei Jahren erhebliche Fortschritte in der Therapie des NSCLC gemacht werden, ja es kann von einer neuen Ära der Therapie oder von einer neuen Therapiesäule gesprochen werden. Der Artikel von PD Dr. Reinmuth fasst die aktuelle Datenlage zusammen und weist auf die zukünftige Entwicklung hin, die erwarten lässt, dass Chemotherapie-freie Therapien im Sinne einer Immuncheckpoint-Inhibitor-Therapie in naher Zukunft ggf. auch in der Erstlinientherapie zur Verfügung stehen werden.

Bei etwa 20% aller Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom in den Stadien IIIA und IIIB sowie bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten mit kleinzelligem Lungenkarzinom ist eine Strahlentherapie des Tumors oder des Schädels notwendig. Die Daten werden im Artikel von Prof. Dr. Nestle auf den aktuellen Stand gebracht und zusammengefasst. Der Beitrag belegt, dass ein optimale Therapie des Lungenkarzinoms nur in einer engen interdisziplinären Verzahnung, möglichst im Rahmen von Zentren, erfolgen sollte.

Ihr
Prof. Dr. Frank Griesinger, Oldenburg

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