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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

18. Oktober 2016 Aktuelle Strategien und Perspektiven für Melanom-Patienten mit Hirnmetastasen

Mit einem dermato-onkologischen Update knüpft der diesjährige Deutsche Hautkrebskongress der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) an die letzten erfolgreichen Hautkrebskongresse an. Tagungsschwerpunkte waren neue Strategien in der Behandlung des Melanoms und Perspektiven für Melanom-Patienten mit Hirnmetastasen.
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Zunächst gab Prof. Dr. Dirk Schadendorf, Essen, eine Überblick der Geschichte der vor 25 Jahren gegründeten ADO. Die Fachgesellschaft, mit knapp 600 Mitgliedern, sei auch im Vorstand der Deutschen Krebsgesellschaft vertreten und somit „ein aktiver Spieler im interdisziplinären Konzert der Krebsbehandlung“, so Schadendorf.

„Die Immunonkologie blickt in der dermatologischen Onkologie auf eine lange Geschichte zurück und hat sich in den letzten Jahren vor allem in der Behandlung des malignen Melanoms im fortgeschrittenen Stadium stark weiterentwickelt“, erklärte Prof. Dr. Stefan Beissert, Dresden. Der Immuncheckpoint-Inhibitor Ipilimumab erreichte als erstes Medikament eine deutliche Verlängerung des Gesamtüberlebens von Patienten mit metastasiertem Melanom und führte bei mehr als 20% der Patienten zu einem Langzeitüberleben. Obwohl das Ansprechen unter einer Immuntherapie, im Gegensatz zu gezielten Therapien, oftmals verzögert eintritt, ist sie eine bedeutende Therapie in der Onkologie. Beispielsweise sind die 3-Jahres-Überlebensraten mit 50% unter einer Kombinationstherapie mit BRAF- und MEK-Inhibitoren sehr beeindruckend, erläuterte Schadendorf. „Dies sind sehr gute Nachrichten für unsere Patienten“, so Schadendorf weiter. Die unter Immuntherapien häufig auftretenden Autoimmun-Nebenwirkungen sind in den meisten Fällen gut kontrollierbar, so Beissert. Derzeit gilt es unter anderem herauszufinden, welche Patienten besonders gut auf Immuntherapien ansprechen, ob das Alter eine Rolle spielt und welche Faktoren einen Progress verursachen.

Hirnmetastasen stellen ein zunehmendes Problem in der Onkologie dar, postulierte Prof. Dr. Friedegund Meier, Dresden. Bleiben sie unbehandelt, ist die Prognose mit 2-8 Monaten Überleben sehr ungünstig. Hirnmetastasen sind bislang die häufigste Todesursache bei Patienten mit metastasiertem Melanom, erklärte Meier. Mögliche Behandlungsoptionen sind eine operative Entfernung oder eine Therapie mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren. Diese erreichten bislang ein medianes Überleben von 6-9 Monaten und eine Ansprechrate von 20-40%. Dies sei gut, aber nicht zufriedenstellend, so Meier. Derzeit würden die neuen Immuntherapien in Kombination mit einer Radiotherapie in prospektiven Studien untersucht. „Eine verbesserte Kontrolle von Hirnmetastasen und ein verbessertes Überleben sind zu erwarten“, schloss Meier.

ma

Quelle: Kongress-Pressekonferenz im Rahmen des 26. Deutschen Hautkrebskongresses, 22.09.2016, Dresden; Veranstalter: ADO


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