Dienstag, 21. Januar 2020
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Nierenzellkarzinome: asymptomatisch und Zufall entdeckt

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Unter allen malignen Tumoren der Niere kommen die Nierenzellkarzinome (Hypernephrome) mit einem Anteil von 90% am häufigsten vor. Für das Jahr 2014 wurde vom RKI die Zahl an Neuerkrankungen auf 15.500 geschätzt, die Erkrankungsrate der Männer ist dabei deutlich über den Frauen. Das Risiko an Nierenkrebs zu erkranken steigt mit dem Alter. Bei Frauen liegt das Erkrankungsalter im Mittel bei 71 Jahren, bei Männern bei 68 Jahren (1).

Zu den Risikofaktoren für die Tumorentstehung zählen: genetische Disposition (chronische Niereninsuffizienz), Adipositas, Rauchen, arterielle Hypertonie.

Die Symptome bei Nierenzellkarzinome sind in der Regel unauffällig bzw. nicht eindeutig. Eine Makrohämaturie und/oder Flankenschmerzen können erste Anzeichen sein. Des Weiteren zählen allgemeine Krankheitszeichen wie Müdigkeit, Fieber und ungewollter Gewichtsverlust zum klinischen Bild.

Bei Verdacht auf Nierenzellkrebs sind neben einer sorgfältigen Anamnese Laboruntersuchungen zur Bestimmung der Nierenfunktion und die Sonographie evtl. auch CT und MRT wichtiger Teil der Diagnostik. In bestimmten Fällen ist eine Biopsie indiziert.

Histologisch wird beim Nierenzellkarzinom zwischen dem klarzelligen und dem nicht-klarzelligen Typus unterschieden, wobei das klarzellige Nierenzellkarzinom mit 75% am häufigsten auftritt. Umgekehrt bedeutet dies, dass nicht-klarzellige Histologien wie das chromophile oder das chromophobe Nierenzellkarzinom sowie das Ductus-Bellini-Karzinom, das sich durch besondere Aggressivität auszeichnet, 25% aller Patienten betreffen (2).

Die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem bzw. metastasiertem Nierenzellkarzinom (mRCC) hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Mittlerweile steht eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung, die die Prognose der Patienten verbessern (3).

In Abhängigkeit von Histologie und Prognose empfiehlt die Europäische Gesellschaft für Urologie (EAU) verschiedene Optionen für die Erstlinienbehandlung. Für Patienten mit vorwiegend klarzelligem mRCC und günstigem bzw. intermediärem Risikoprofil sind beispielsweise die beiden Tyrosinkinasehemmer (TKI) Sunitinib und Pazopanib empfohlene Therapieoptionen für die medikamentöse Erstlinientherapie. Beide Substanzen zeigten im direkten Vergleich eine vergleichbare Wirksamkeit (4). Bei Progress unter der Erstlinientherapie empfiehlt die EAU-Leitlinie, für die Zweitlinientherapie besagter Patienten den mTOR-Inhibitor Everolimus einzusetzen oder auf einen anderen TKI zu wechseln.

Weitere spannende Informationen und praxisrelevante Hinweise zum Nierenzellkarzinom finden Sie im www.journalonko.de.

Literatur:

(1) http://www.rki.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Nierenkrebs/nierenkrebs_node.html

(2) http://www.journalonko.de/afview.php?id=1520

(3) http://www.journalonko.de/newsview.php?id=7928

(4) Motzer R et al. NEJM 2014; 370(18):1769-1770.

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