Donnerstag, 5. Dezember 2019
Navigation öffnen

Nierenzellkarzinome: asymptomatisch und Zufall entdeckt

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Unter allen malignen Tumoren der Niere kommen die Nierenzellkarzinome (Hypernephrome) mit einem Anteil von 90% am häufigsten vor. Für das Jahr 2014 wurde vom RKI die Zahl an Neuerkrankungen auf 15.500 geschätzt, die Erkrankungsrate der Männer ist dabei deutlich über den Frauen. Das Risiko an Nierenkrebs zu erkranken steigt mit dem Alter. Bei Frauen liegt das Erkrankungsalter im Mittel bei 71 Jahren, bei Männern bei 68 Jahren (1).

Zu den Risikofaktoren für die Tumorentstehung zählen: genetische Disposition (chronische Niereninsuffizienz), Adipositas, Rauchen, arterielle Hypertonie.

Die Symptome bei Nierenzellkarzinome sind in der Regel unauffällig bzw. nicht eindeutig. Eine Makrohämaturie und/oder Flankenschmerzen können erste Anzeichen sein. Des Weiteren zählen allgemeine Krankheitszeichen wie Müdigkeit, Fieber und ungewollter Gewichtsverlust zum klinischen Bild.

Bei Verdacht auf Nierenzellkrebs sind neben einer sorgfältigen Anamnese Laboruntersuchungen zur Bestimmung der Nierenfunktion und die Sonographie evtl. auch CT und MRT wichtiger Teil der Diagnostik. In bestimmten Fällen ist eine Biopsie indiziert.

Histologisch wird beim Nierenzellkarzinom zwischen dem klarzelligen und dem nicht-klarzelligen Typus unterschieden, wobei das klarzellige Nierenzellkarzinom mit 75% am häufigsten auftritt. Umgekehrt bedeutet dies, dass nicht-klarzellige Histologien wie das chromophile oder das chromophobe Nierenzellkarzinom sowie das Ductus-Bellini-Karzinom, das sich durch besondere Aggressivität auszeichnet, 25% aller Patienten betreffen (2).

Die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem bzw. metastasiertem Nierenzellkarzinom (mRCC) hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Mittlerweile steht eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung, die die Prognose der Patienten verbessern (3).

In Abhängigkeit von Histologie und Prognose empfiehlt die Europäische Gesellschaft für Urologie (EAU) verschiedene Optionen für die Erstlinienbehandlung. Für Patienten mit vorwiegend klarzelligem mRCC und günstigem bzw. intermediärem Risikoprofil sind beispielsweise die beiden Tyrosinkinasehemmer (TKI) Sunitinib und Pazopanib empfohlene Therapieoptionen für die medikamentöse Erstlinientherapie. Beide Substanzen zeigten im direkten Vergleich eine vergleichbare Wirksamkeit (4). Bei Progress unter der Erstlinientherapie empfiehlt die EAU-Leitlinie, für die Zweitlinientherapie besagter Patienten den mTOR-Inhibitor Everolimus einzusetzen oder auf einen anderen TKI zu wechseln.

Weitere spannende Informationen und praxisrelevante Hinweise zum Nierenzellkarzinom finden Sie im www.journalonko.de.

Literatur:

(1) http://www.rki.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Nierenkrebs/nierenkrebs_node.html

(2) http://www.journalonko.de/afview.php?id=1520

(3) http://www.journalonko.de/newsview.php?id=7928

(4) Motzer R et al. NEJM 2014; 370(18):1769-1770.

Registrieren Sie sich jetzt und nutzen Sie
das gesamte Angebot unserer Plattform

Jetzt registrieren

News

RCC: Zulassungerweiterung für Avelumab + Axitinib in der Erstlinie

Die Europäische Kommission hat Avelumab (Bavencio®) in Kombination mit Axitinib als Erstlinientherapie bei erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom (RCC) zugelassen. Die Zulassungserweiterung basiert auf positiven Zwischenergebnissen der Phase-III-Studie JAVELIN Renal 101. Diese belegte für Avelumab in Kombination mit Axitinib ein signifikant reduziertes Risiko für Krankheitsprogression oder Tod um 31% (HR=0,69; 95%-KI: 0,574-0,825; p <...

NSCLC: Verlängertes OS unter Nivolumab + Ipilimumab ohne Chemotherapie

Die Kombination aus Nivolumab und niedrig dosiertem Ipilimumab zeigte Langzeitüberleben bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) unabhängig vom PD-L1-Expressionsstatus. Die mediane Ansprechdauer war unabhängig vom PD-L1-Expressionsstatus und war unter Behandlung mit Nivolumab + niedrig dosiertem Ipilimumab fast 4 Mal länger als mit Chemotherapie. Das NSCLC ist die dritte Tumorentität, bei der die Kombinationstherapie mit...

RCC: Zulassungsempfehlung für Avelumab + Axitinib

Der CHMP empfiehlt die Zulassung von Avelumab in Kombination mit Axitinib zur Erstlinientherapie von Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom. Die Empfehlung basiert auf Daten der Phase-III-Studie JAVELIN Renal 101, die ein um 31% reduziertes Risiko für Krankheitsprogression oder Tod und eine verbesserte objektive Ansprechrate im Vergleich zu Sunitinib zeigen (1). Die Entscheidung der Europäischen Kommission wird im 4. Quartal 2019 erwartet.

Ferdinand-Eisenberger-Forschungsstipendium 2020: Förderung für Projekte zum Nierenzellkarzinom

Junge Mediziner in ihrem Forschergeist zu bestärken, ist ein Ziel von Janssen Deutschland. Daher unterstützt Janssen, die Pharmasparte des Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson, 2 der Ferdinand-Eisenberger-Forschungsstipendien mit jeweils 50.000 €. Seit 2010 schreibt die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) die Stipendien aus. Die diesjährige Vergabe fand im Rahmen der Jahrestagung am 20.09.2019 in Hamburg statt.

Videos

  • 0/5 Sternen
    34:08

    Prof. Dr. med. Lothar Bergmann, Prof. Dr. med. Jürgen E. Gschwend, Prof. Dr. med. Kurt Miller, Prof. Dr. med. Markus A. Kuczyk, Herr Prof. Dr. med. Marc-Oliver Grimm, PD Dr. C. Grüllich, Prof. Dr. Viktor Grünwald 
    Neue Therapieoptionen beim Nierenkarzinom 

    0/5 Sternen
    14:52

    Dr. med. Norbert Schleucher, Hamburg 
    Ein Jahr Votrient® - Versprechen gehalten?  

  • 0/5 Sternen
    21:23

    Prof. Dr. med. Stefan Siemer, Homburg/Saar 
    Metastasiertes Nierenzellkarzinom: Einsatz von Pazopanib im klinischen Alltag