Samstag, 26. September 2020
Navigation öffnen

Nierenzellkarzinome: asymptomatisch und Zufall entdeckt

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Unter allen malignen Tumoren der Niere kommen die Nierenzellkarzinome (Hypernephrome) mit einem Anteil von 90% am häufigsten vor. Für das Jahr 2014 wurde vom RKI die Zahl an Neuerkrankungen auf 15.500 geschätzt, die Erkrankungsrate der Männer ist dabei deutlich über den Frauen. Das Risiko an Nierenkrebs zu erkranken steigt mit dem Alter. Bei Frauen liegt das Erkrankungsalter im Mittel bei 71 Jahren, bei Männern bei 68 Jahren (1).

Zu den Risikofaktoren für die Tumorentstehung zählen: genetische Disposition (chronische Niereninsuffizienz), Adipositas, Rauchen, arterielle Hypertonie.

Die Symptome bei Nierenzellkarzinome sind in der Regel unauffällig bzw. nicht eindeutig. Eine Makrohämaturie und/oder Flankenschmerzen können erste Anzeichen sein. Des Weiteren zählen allgemeine Krankheitszeichen wie Müdigkeit, Fieber und ungewollter Gewichtsverlust zum klinischen Bild.

Bei Verdacht auf Nierenzellkrebs sind neben einer sorgfältigen Anamnese Laboruntersuchungen zur Bestimmung der Nierenfunktion und die Sonographie evtl. auch CT und MRT wichtiger Teil der Diagnostik. In bestimmten Fällen ist eine Biopsie indiziert.

Histologisch wird beim Nierenzellkarzinom zwischen dem klarzelligen und dem nicht-klarzelligen Typus unterschieden, wobei das klarzellige Nierenzellkarzinom mit 75% am häufigsten auftritt. Umgekehrt bedeutet dies, dass nicht-klarzellige Histologien wie das chromophile oder das chromophobe Nierenzellkarzinom sowie das Ductus-Bellini-Karzinom, das sich durch besondere Aggressivität auszeichnet, 25% aller Patienten betreffen (2).

Die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem bzw. metastasiertem Nierenzellkarzinom (mRCC) hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Mittlerweile steht eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung, die die Prognose der Patienten verbessern (3).

In Abhängigkeit von Histologie und Prognose empfiehlt die Europäische Gesellschaft für Urologie (EAU) verschiedene Optionen für die Erstlinienbehandlung. Für Patienten mit vorwiegend klarzelligem mRCC und günstigem bzw. intermediärem Risikoprofil sind beispielsweise die beiden Tyrosinkinasehemmer (TKI) Sunitinib und Pazopanib empfohlene Therapieoptionen für die medikamentöse Erstlinientherapie. Beide Substanzen zeigten im direkten Vergleich eine vergleichbare Wirksamkeit (4). Bei Progress unter der Erstlinientherapie empfiehlt die EAU-Leitlinie, für die Zweitlinientherapie besagter Patienten den mTOR-Inhibitor Everolimus einzusetzen oder auf einen anderen TKI zu wechseln.

Weitere spannende Informationen und praxisrelevante Hinweise zum Nierenzellkarzinom finden Sie im www.journalonko.de.

Literatur:

(1) http://www.rki.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Nierenkrebs/nierenkrebs_node.html

(2) http://www.journalonko.de/afview.php?id=1520

(3) http://www.journalonko.de/newsview.php?id=7928

(4) Motzer R et al. NEJM 2014; 370(18):1769-1770.

Registrieren Sie sich jetzt und nutzen Sie
das gesamte Angebot unserer Plattform

Jetzt registrieren

News

Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren

Die Kombination des PD-1-Inhibitors Pembrolizumab (Keytruda®) mit dem Multikinase-Inhibitor Lenvatinib, der die Targets VEGFR-1-3, FGFR 1-4, PDGFRα, KIT und RET adressiert, zeigt bei Patienten mit unterschiedlichen, mehrfach vorbehandelten fortgeschrittenen soliden Tumoren eine ermutigende Wirksamkeit bei handhabbarer Sicherheit. Das sind die Interimsergebnisse einer Phase-II-Studie, die im Rahmen des virtuellen ESMO-Kongresses 2020 vorgestellt wurden (1).

Fortgeschrittenes RCC: Kombination Cabozantinib + Atezolizumab zeigt vielversprechende klinische Aktivität

Cabozantinib, ein Behandlungsstandard für die Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (RCC), fördert ein immun-tolerantes Umfeld, welches das Ansprechen auf Immuncheckpoint-Inhibitoren verstärken könnte. In der multizentrischen Phase-1b-Studie COSMIC-021 wird Cabozantinib in Kombination mit Atezolizumab bei verschiedenen soliden Tumoren untersucht. Beim ESMO 2020 wurden erste Ergebnisse dieser Kombinationstherapie als Erstlinienbehandlung des fortgeschrittenen...

mRCC: Checkmate 9ER zeigt Benefit der Kombinationstherapie Nivolumab + Cabozantinib

Die Phase-III-Studie Checkmate 9ER, die im Pressidential Symposium I des virtuellen ESMO von Studienleiter Toni Choueiri, Boston, USA, präsentiert wurde, hat die Überlegenheit von Nivolumab + Cabozantinib gegenüber der Standardtherape Sunitinib in der Erstlinie beim metastasierten Nierenzellkarzinom (RCC) gezeigt, und zwas sowohl im progressionsfreien und Gesamtüberleben (PFS, OS) als auch in der Ansprechrate (ORR) (1). In einem Medien-Update im Anschluss an die...

NSCLC: Zulassungsempfehlung für Nivolumab + Ipilimumab in Kombination mit 2 Zyklen einer Chemotherapie als Erstlinienbehandlung

Der CHMP hat für Nivolumab + Ipilimumab in Kombination mit 2 Zyklen einer Chemotherapie als Erstlinienbehandlung des metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms eine Zulassungsempfehlung ausgesprochen. Der Zulassungsantrag beruht auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie CheckMate-9LA, die ein signifikant verbessertes Gesamtüberleben bei zuvorunbehandelten Patienten mit metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom zeigte. Ein klinischer Nutzen der Kombination von...

HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen

Patienten mit hereditärem Von-Hippel-Lindau-Syndrom (VHL) weisen ein erhöhtes Risiko auf, an verschiedenen Tumoren zu erkranken, u.a. am klarzelligen Nierenzellkarzinom (RCC). Die Erkrankung wird dadurch verursacht, dass die Inaktivierung des VHL-Gens auf Chromosom 3p26 zur konstitutiven Aktivierung des onkogenen Transkriptionsfaktors HIF-2α führt. Dies wiederum kann nicht nur maligne Wachstumsprozesse in der Niere auslösen, sondern auch Manifestationen in anderen...

Videos

  • 0/5 Sternen
    36:59

    Prof. Dr. Arthur Gerl, Facharztpraxis für Hämatologie und Onkologie, München 
    Immuntherapie beim Nierenzellkarzinom weiter auf dem Vormarsch 

    0/5 Sternen
    34:08

    Prof. Dr. med. Lothar Bergmann, Prof. Dr. med. Jürgen E. Gschwend, Prof. Dr. med. Kurt Miller, Prof. Dr. med. Markus A. Kuczyk, Herr Prof. Dr. med. Marc-Oliver Grimm, PD Dr. C. Grüllich, Prof. Dr. Viktor Grünwald 
    Neue Therapieoptionen beim Nierenkarzinom 

  • 0/5 Sternen
    14:52

    Dr. med. Norbert Schleucher, Hamburg 
    Ein Jahr Votrient® - Versprechen gehalten?  

    0/5 Sternen
    21:23

    Prof. Dr. med. Stefan Siemer, Homburg/Saar 
    Metastasiertes Nierenzellkarzinom: Einsatz von Pazopanib im klinischen Alltag