Journal Onkologie

Radiojodtherapie

Schilddrüsenkarzinom
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3D-Darstellung von Schilddrüsenkrebs, blauer Mensch vor schwarzem Hintergrund

Schilddrüsenkarzinome: klinisch-onkologischer Überblick über Differenzierung, Diagnostik und Therapie

Maligne Schilddrüsenerkrankungen sind selten, werden aber aufgrund der häufig frühen Diagnosestellung und der hohen Langzeitprävalenz regelmäßig in der onkologischen Versorgung gesehen. Deutsche Registerdaten zeigen bei Erstdiagnose überwiegend frühe Stadien (UICC I: 88% bei Frauen, 75% bei Männern) [1]. Für alle Schilddrüsenkarzinome zusammen sind die relativen 5-Jahres-Überlebensraten hoch, während gering differenzierte Schilddrüsenkarzinome (PDTC), differenzierte high-grade Schilddrüsenkarzinome (DHGTC) und insbesondere anaplastische Schilddrüsenkarzinome (ATC) eine deutlich ungünstigere Biologie aufweisen. Die Differenzierung der Entitäten ist daher prognostisch und therapeutisch leitend und sollte interdisziplinär (Tumorboard) in Diagnostik- und Therapiewege übersetzt werden. Differenzierte Schilddrüsenkarzinome (DTC) werden in papilläre (PTC), follikuläre (FTC) und onkozytäre (OTC) Karzinome unterteilt. Risikoadaptierte Chirurgie und ggf. Radioiodtherapie sind zentrale Säulen der Therapie. DHGTC, PDTC und insbesondere ATC erfordern eine rasche interdisziplinäre, meist multimodale Strategie inklusive Molekularpathologie. Medulläre Schilddrüsenkarzinome (MTC) werden primär kurativ operiert. Calcitonin (Ctn) ist der führende Tumormarker und lenkt OP-Zeitpunkt, -Ausmaß und Nachsorge.
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Schilddrüsenkarzinom
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Differenzierte Schilddrüsenkarzinome bei Kindern und Jugendlichen

Differenzierte Schilddrüsenkarzinome bei Kindern und Jugendlichen

Differenzierte Schilddrüsenkarzinome (DTC) stellen bei Kindern und Jugendlichen eine seltene, jedoch biologisch und klinisch eigenständige Entität dar. Trotz häufig fortgeschrittener Stadien mit lymphogener und pulmonaler Metastasierung weisen junge Patient:innen exzellente Langzeitüberlebensraten auf. Die Therapie unterscheidet sich zunehmend von der bei Erwachsenen durch spezifische, altersadaptierte Strategien. Dieser Beitrag beleuchtet die aktuellen Erkenntnisse zu Epidemiologie, Diagnostik, Therapie und Langzeitbetreuung pädiatrischer Patient:innen mit DTC und berücksichtigt dabei insbesondere die Unterschiede zu erwachsenen Patient:innen.
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