Gliome – heterogen und therapeutisch herausfordernd
Gliome sind die häufigsten primären Hirntumoren bei Erwachsenen. Die aktuelle WHO-Klassifikation 2021 unterscheidet Gliome Grad 1-4, basierend auf histologischen und molekularen Kriterien, wie IDH, ATRX und 1p/19q-Codeletion (LOH 1p/19q). Erstes therapeutisches Ziel bei allen Gliomen ist eine maximal mögliche Resektion, ohne Verschlechterung des neurologischen Zustands. Nur bei WHO-Grad 1 Gliomen kann eine alleinige Resektion kurativ sein. Höhergradige Gliome sind durch infiltrierendes Wachstum charakterisiert, sodass postoperativ Radiotherapie und Chemotherapie, insbesondere mit dem Alkylans Temozolomid (TMZ) indiziert sind. Die Hypermethylierung des Reparaturenzyms O6-Methylguanin-Methyltransferase (MGMT) gilt als prädikativer Faktor der TMZ-Therapie beim Glioblastom. Als nicht-invasive Technik gilt hier auch eine Therapie mit Tumor Treating Fields (TTFields) als Option. Für IDH-mutierte Gliome werden IDH-spezifische Therapien entwickelt und der Einfluss des Onkometaboliten 2-Hydroxyglutarat (2-HG) auf das Tumormicroenvironment untersucht.