Mittwoch, 21. April 2021
Navigation öffnen
Infos für Patienten
22. März 2021

Immer weniger Deutsche bei der Darmkrebsvorsorge

Immer weniger Deutsche bei der Darmkrebsvorsorge
©Sebastian Kaulitzki / Fotolia.de
Die Vorstellung ist für Männer wie Frauen anscheinend gleichermaßen derart unangenehm, dass sie die Untersuchungen lieber meiden: Darmkrebsvorsorge. Darauf weist die KKH Kaufmännische Krankenkasse angesichts des Darmkrebsmonats März hin. Laut KKH-Auswertung ist der Anteil der Versicherten, die zwischen 2009 und 2019 einen Vorsorgetest auf Blut im Stuhl gemacht haben, bundesweit bei beiden Geschlechtern um rund 42% gesunken. Auch der Anteil der Darmspiegelungen war im gleichen Zeitraum um 18% rückläufig. Bei den Frauen fällt der Rückgang leicht höher aus (minus 19,5%) als bei den Männern (minus 16,5%). Im Sinne der eigenen Gesundheit gilt es, die eigene Scheu zu überwinden und zum Arzt zu gehen – zur notwendigen Vorsorge und erst recht bei bereits akuten Beschwerden.

 
Eine Früherkennung ist äußerst wichtig, um eine Erkrankung rechtzeitig festzustellen und die Chancen für eine Heilung zu erhöhen. Deshalb werden alle Versicherten mit Erreichen des Alters von 50 Jahren seit dem 1. Juli 2019 von ihrer Krankenkasse zur Teilnahme am Darmkrebs-Screening eingeladen. Ziel ist es, die Inanspruchnahme durch diese Aufklärungsschreiben zukünftig zu erhöhen. Die Tests auf Blut im Stuhl werden für alle Versicherten ab dem 50. Lebensjahr von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Die KKH übernimmt darüber hinaus im Rahmen ihrer Mehrleistungen schon vorher alle 2 Jahre die Kosten für einen solchen Stuhltest. Wird die Untersuchung in einer ärztlichen oder fachärztlichen Praxis vorgenommen, werden 75 Euro des Rechnungsbetrags nach Vorlage der Rechnung auch für Versicherte, die das 50. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, erstattet.

Im Rahmen des Darmkrebs-Screenings können die Versicherten zwischen dem immunologischem Stuhltest und einer Darmspiegelung wählen. Die Darmspiegelung kann bei Männern ab 50 Jahren und Frauen ab 55 Jahren zweimal im Abstand von 10 Jahren auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung durchgeführt werden. Bei unauffälligem Befund ist es erst nach 10 Jahren notwendig, diese zu wiederholen. Um das individuelle Darmkrebsrisiko zu senken, ist ein gesunder Lebensstil entscheidend. Eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung mit vielen Pflanzenstoffen ist für eine gute Darmgesundheit förderlich. Neben genetischen Faktoren gelten fettige Speisen wie rote, verarbeitete Wurst- und Fleischwaren inzwischen als Risikofaktoren, die die Entstehung von Darmkrebs begünstigen können. Gleiches gilt für übermäßigen Alkohol- und Nikotinkonsum sowie Übergewicht und Bewegungsmangel.

KKH


Das könnte Sie auch interessieren
Helfen und sich helfen lassen - neues Informationsblatt vom Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsfoschungszentrums
Helfen+und+sich+helfen+lassen+-+neues+Informationsblatt+vom+Krebsinformationsdienst+des+Deutschen+Krebsfoschungszentrums
Alexander Raths / Fotolia.com

Die Diagnose Krebs ist für die meisten Menschen ein Schock. Das gilt auch für Partner, Familienangehörige und Freunde von Krebspatienten. Neben der Sorge und dem Impuls, den anderen zu unterstützen, fühlen sich viele in dieser Situation zunächst unsicher und überfordert. Die Angst, im Miteinander etwas falsch zu machen, ist groß. Zur Unterstützung von Angehörigen und Freunden hat der...

Prävention: „Körperliche Aktivität so wichtig wie ein Krebsmedikament“
Pr%C3%A4vention%3A+%E2%80%9EK%C3%B6rperliche+Aktivit%C3%A4t+so+wichtig+wie+ein+Krebsmedikament%E2%80%9C
© Heidi Mehl / Fotolia.com

Nach Schätzungen beruhen etwa 70 Prozent aller behandelten Erkrankungen in den Industrienationen auf Lebensstilfaktoren, wie Übergewicht, das aufgrund von falscher Ernährung und mangelnder Bewegung entstanden ist. Ein gesunder Lebensstil sei ein wesentlicher Präventionsfaktor und müsse dringend gesundheitspolitisch verankert werden, fordert ein Experte im Vorfeld der MEDICA EDUCATION CONFERENCE 2016. Es gelte nicht...

Junge Menschen vor Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten schützen
Junge+Menschen+vor+Geb%C3%A4rmutterhalskrebs+und+anderen+Krebsarten+sch%C3%BCtzen
© Jochen Schönfeld / Fotolia.com

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Impfempfehlungen zur HPV-Impfung erweitert. Während es die offizielle Empfehlung für Mädchen bereits seit dem Jahr 2007 gibt, empfiehlt sie die HPV-Impfung seit diesem Jahr auch für Jungen. Um auf die Wichtigkeit der HPV-Impfung hinzuweisen, hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Informationsmaterialien entwickelt, die derzeit an die...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Immer weniger Deutsche bei der Darmkrebsvorsorge"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.