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Medizin
28. Januar 2021

Weltkrebstag: Deutsche Krebsstiftung setzt sich für HPV-Impfung ein

Der diesjährige Weltkrebstag am 4. Februar steht unter dem Motto Krebsprävention und setzt einen Schwerpunkt auf die Vermeidung von Gebärmutterhalskrebs. Hauptursache dieser Krebsart ist eine sexuell übertragene Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV). Was viele nicht wissen: das Virus kann auch bei Männern Krebs auslösen. „Mittlerweile gibt es jedoch eine wirksame HPV-Schutzimpfung. Leider ist die Akzeptanz in der Zielgruppe der Jugendlichen noch nicht so hoch, wie wir uns das wünschen“, so Prof. Dr. Jürgen Riemann, Mitglied im Kuratorium der Deutschen Krebsstiftung. Die Deutsche Krebsstiftung macht sich deshalb für eine fundierte Aufklärung zur HPV-Impfung stark und unterstützt neue Wege, um gezielt junge Menschen für das Thema zu sensibilisieren.
 
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In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) seit 2007 die HPV-Impfung für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren, noch vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Obwohl die HPV-Impfung sehr gut wirkt und sicher ist, liegt die Impfquote in Deutschland bei 17-jährigen Mädchen nur bei ca. 45%. „Seit 2018 können sich auch Jungen impfen lassen. Diese Zielgruppe müssen wir ebenfalls besser erreichen. Denn die Impfung kann nicht nur Gebärmutterhalskrebs verhindern, sondern einige weitere Krebsarten, darunter vor allem Kopf-Hals-Tumoren und Analkarzinome, die auch die Männer betreffen“, so Riemann.

Verschiedene Präventionsprojekte

Damit junge Menschen gemeinsam mit ihren Eltern und in Rücksprache mit Ärzt*innen eine informierte Entscheidung zum Impfschutz treffen können, unterstützt die Deutsche Krebsstiftung im Rahmen der von ihr initiierten „Allianz gegen HPV“ verschiedene Präventionsprojekte. Sie greift dabei auf die Erfahrung des Vereins „COO ohhh! Foundation“ zurück, einer Initiative, die Präventionsarbeit von Jugendlichen für Jugendliche leistet. „Die HPV Impfung schützt vor Krebs – die Impfung ist eine echte Krebsprävention“, sagt Anna Konopka-Feiler von der „COO ohhh! Foundation“. Im Rahmen des Präventionsprojektes werden junge Menschen zu „Peers“ ausgebildet, um in Schulen, Jugendeinrichtungen und sozialen Medien auf Augenhöhe zu informieren. Begleitend dazu werden Aufklärungsinformationen für Social-Media-Kanäle aufbereitet, etwa für Instagram. So kann Jugendlichen das Thema HPV-Impfung nähergebracht werden, das ansonsten bei der Zielgruppe nur wenig Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde. Zudem ermöglicht die Kommunikation auf Social-Media, dass Jugendliche niedrigschwellig und anonym Fragen stellen können.

Zahlen und Fakten zu HPV-assoziierten Krebserkrankungen

Aufgrund der verbesserten Früherkennung sind die Neuerkrankungen an Gebärmutterhalskrebs in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen – wenn auch nicht komplett eliminiert. Laut dem Robert Koch-Institut erkrankten in Deutschland im Jahr 2016 4.380 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, 1.562 sind daran verstorben. Darüber hinaus müssen sich jährlich mehr als 90.000 Frauen einem operativen Eingriff unterziehen, um Krebsvorstufen zu entfernen. Die sexuell übertragene Infektion mit HPV kann nicht nur Gebärmutterhalskrebs auslösen, sondern auch zu Anal-, Mund-/Rachen- und Peniskrebs führen. An Analkrebs sind im Jahr 2016 2.150 Personen erkrankt, an Mund- und Rachenkrebs 13.900. Der Peniskrebs zählt mit 950 Neuerkrankungen im Jahr 2014 zu den selteneren Tumoren (Quelle: Robert Koch-Institut). Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine HPV-Impfung für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren, idealerweise noch vor dem ersten Sexualkontakt. Mit der Impfung können Frauen und Männer auch ihre jeweiligen Sexualpartner vor HPV-bedingten Krebserkrankungen schützen.

Quelle: Deutsche Krebsstiftung


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