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Medizin

30. September 2020 NSCLC: Gutes Ansprechen unter Lorlatinib auch bei stark vorbehandelten Patienten

Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) sind in der Therapie des Anaplastische Lymphomkinase (ALK)-positiven nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) im fortgeschrittenen Stadium von zentraler Bedeutung (1, 2). Lorlatinib (3) (Lorviqua®) ist der einzige ALK-TKI, der nach Progress unter einem ALK-TKI der zweiten Generation – wie Alectinib – zugelassen ist (1). Erstmals wurden nun Real-World-Daten aus Deutschland zu dem ALK-TKI der dritten Generation vorgestellt, der auch bei klinisch problematischen Mutationen – wie der häufigen G1202R-Mutation – wirksam ist (3-5). Dr. Nikolaj Frost präsentierte während des diesjährigen virtuellen ESMO-Kongresses Daten aus Deutschland, die im Rahmen des German Early Access Program (EAP; deutsches Härtefall-Programm) erhoben wurden (4). Die Real-World-Daten belegen eine gute Wirksamkeit von Lorlatinib auch bei intensiv vortherapierten Patienten (2, 4).
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Seit Juni 2019 ist Lorlatinib in Deutschland verfügbar und zur Therapie von Patienten mit ALK-positivem fortgeschrittenen NSCLC zugelassen, die nach Behandlung mit einem TKI der zweiten Generation progredieren (1, 3). Der Wirkstoff wurde speziell dafür entwickelt, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und um bei einer Vielzahl von Resistenzmutationen – wie der häufigen und klinisch problematischen G1202R-Mutation – zu wirken (1, 5, 6). Die Behandlung mit Lorlatinib wird empfohlen, solange der Patient einen klinischen Nutzen von der Behandlung hat, ohne dass es zu inakzeptabler Toxizität kommt (3).
 
Real-World-Daten untermauern Wirksamkeit in der klinischen Praxis

Im Rahmen eines EAP bestand für intensiv vortherapierte NSCLC-Patienten vorab der Zulassung die Möglichkeit, mit dem ALK-TKI der dritten Generation behandelt zu werden (4). Die Patienten mussten zuvor mit allen verfügbaren ALK-TKIs der ersten und zweiten Generation behandelt worden sein als auch systemische Optionen wie die Standard-Chemotherapie sowie gegebenenfalls auch eine Immuntherapie erhalten haben (4). „Trotz der multiplen Vortherapien haben die Patienten im Rahmen des EAPs gut angesprochen“, erklärte Dr. Nikolaj Frost, Leiter des Lungenkrebszentrums an der Berliner Charité. So lag die Gesamtansprechrate (ORR) in der Kohorte der Patienten mit ALK-Mutation bei 54%. Das progressionsfreie Überleben (PFS) dieser Patientengruppe betrug im Median 7,1 Monate (95%-KI: 4,9 – 9,3) (4). Das mediane Gesamtüberleben (OS) lag bei 24,7 Monaten (95%-KI: 8,1 – 41,3). Insgesamt betrug das mediane OS der Patienten mit ALK-Mutation ab Diagnose im Median 80 Monate (95%-KI: 58,2 – 101,0) (4).
 
„Besonders erwähnenswert ist, dass sowohl die Mehrheit der Patienten mit Hirnmetastasen als auch einige der Patienten mit einer Leptomeningeosis, die erfahrungsgemäß nur schwer behandelbar ist, gut auf die Therapie mit Lorlatinib angesprochen haben“, konstatierte Dr. Frost und ergänzte: „Zudem zeigten Patienten mit Nachweis einer Resistenzmutation ein ähnlich gutes Ansprechen wie Patienten ohne molekulare Resistenzdiagnostik.“
 
Innerhalb des EAP wurden Daten von 37 Patienten mit fortgeschrittenem ALK-positiven NSCLC analysiert. Von diesen lagen bei 70% Hirnmetastasen und bei 23% eine Leptomeningeosis carcinomatosa bei Studieneinschluss vor. Die Patienten hatten im Median 5 Vortherapien erhalten, darunter durchschnittlich 3 ALK-TKIs der ersten und zweiten Generation (Crizotinib, Ceritinib, Alectinib und Brigatinib). Zudem wurde mittels NGS (Next Generation Sequencing) bei 23 Patienten eine Resistenzmutation der Tyrosinkinase diagnostiziert, darunter bei acht Patienten die G1202R-Mutation (4).
 
Das Sicherheitsprofil von Lorlatinib erwies sich im Rahmen des EAP ebenso wie in der zulassungsrelevanten Phase-I/II-Studie als gut handhabbar (2, 4).
 
Zur zulassungsrelevanten Studie

In der Phase-I/II-Studie wurde Lorlatinib bei 139 Patienten mit fortgeschrittenem ALK-positivem NSCLC untersucht, die zuvor einen oder mehrere ALK-TKIs erhalten hatten (2, 3). Die Ansprechrate lag bei 42,9% (95%-KI: 24,5 – 62,8) und 39,6% (95%-KI: 30,5 – 49,4) für Patienten, die mit einem bzw. mindestens 2 ALK-TKI vorbehandelt worden waren (3). Die intrakranielle Wirksamkeit lag in den Gruppen bei 66,7% (95%-KI: 29,9 – 92,5) bzw. 52,1% (95 %-KI: 37,2 – 66,7) (3).

Quelle: Pfizer

Literatur:

(1) Griesinger F et al. Onkopedia. Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig. 2019 https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/lungenkarzinom-nicht-kleinzellig-nsclc/@@view/html/index.html (abgerufen am 18.09.2020).
(2) Solomon BJ et al. Lancet Oncol 2018;19(12):1654–1667.
(3) Fachinformation Lorviqua®, April 2020.
(4) Frost N et al. Abstract and Poster Display Session 1368P. ESMO Virtual Congress, 19.-21. September 2020.
(5) Gainor JF et al. Cancer Discov 2016;6(10):1118–1133.
(6) Collier TL et al. Mol Imaging. 2017 Jan–Dec;16:1536012117736669.


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