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Medizin

03. Juni 2020 Neue Therapieansätze beim Marginalzonenlymphom

Das Marginalzonenlymphom (MZL) macht ca. 17% aller Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) aus und es gibt bisher keinen Behandlungsstandard. In einem systematischen Review untersuchten die Autoren die Wirksamkeit neuartiger Medikamente hinsichtlich der Gesamtansprechrate (ORR) und des progressionsfreien (PFS) und Gesamtüberlebens (OS), sofern hierfür Daten verfügbar waren. Der Review zeigt, dass durch die Erweiterung des Armamentariums an zielgerichteten Substanzen auch MZL-Patienten im Hinblick auf die ORR profitieren können. Es sind allerdings weitere Studien nötig, um die Rolle dieser Medikamente und ihren Einfluss auf das Überleben zu untersuchen.
Es wurden 23 Studien mit 1.491 Patienten analysiert, von denen 57% auf vorherige Therapielinien refraktär waren. 9 Studien wurden speziell mit MZL-Patienten (n=440) durchgeführt. Am häufigsten wurde Rituximab als Mono- oder Kombinationstherapie eingesetzt. Die Ergebnisse bezüglich PFS und OS waren inkonsistent.

Monotherapie bei unbehandeltem MZL

In einer Phase-III-Studie wurde für Obinutuzumab vs. Rituximab eine ORR von 82,8% vs. 81,3% berichtet mit einer 3-Jahres-PFS-Rate von 75% vs. 78%. In einer Phase-II-Studie zeigte Ibritumomab-Tiuxetan eine ORR von 100% bei 11 Patienten mit einer 5-Jahres-PFS-Rate von 82%. Bei den häufigsten Grad-3/4-Nebenwirkungen (AEs) handelte es sich um hämatologische AEs. Lenalidomid wurde bei 18 extranodalen MZL (EMZL)-Patienten untersucht, wobei 60% unbehandelt blieben. In dieser Studie wurde eine ORR von 61% mit 33% kompletten Remissionen (CR) berichtet.

Kombinationstherapie bei unbehandeltem MZL

Auf Lenalidomid + Rituximab sprachen 93% der MZL-Patienten an, das mediane PFS betrug 59,8 Monate, die Toxizitäten waren handhabbar. Mit Ibrutinib in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab lag die ORR bei 90% mit 60% CR. In einer Studie, die die Kombination Bendamustin + Rituximab ausschließlich bei Patienten (n=56) mit splenischem MZL (SMZL) untersuchte, betrug die ORR 91%, darunter 73% CR. Die 3-Jahres-PFS-Rate lag bei 93%.   

Monotherapie bei r/r MZL

Bei Patienten mit rezidiviertem/refraktärem (r/r) EMZL, SMZL und nodalem MZL (NMZL) betrug die ORR für Ibrutinib 50% bzw. 54% bzw. 41% mit einem medianen PFS von 14,2 Monaten. Bei MZL-Patienten, die eine Ibrutinib-Monotherapie erhielten, war die hämatologische Toxizität im Vergleich zu anderen Therapieschemata geringer. Bei 30 Patienten, die Everolimus erhielten, wurde eine ORR von 25% berichtet. Bortezomib zeigte eine signifikante Aktivität bei EMZL-Patienten, die ORR betrug 48%. Die PI3Kδ-Inhibitoren Idelalisib, Copanlisib und Duvelisib zeigten klinische Aktivität. Für Umbrelisib und Ofatumumab betrug die ORR > 50%, für Vorinostat 22%.

Kombinationstherapie bei r/r MZL

Rituximab + Lenalidomid wies eine höhere ORR (39,4 vs. 14,1%) und eine höhere 2-Jahres-PFS-Rate (58 vs. 36%) im Vergleich zur Rituximab-Monotherapie auf. Die Kombination von Tirabrutinib und Entospletinib zeigte in einer kleinen Gruppe von MZL-Patienten eine ORR von 20%. Die Zugabe von Idelalisib zu Tirabrutinib ergab eine ORR von 40%. Die Kombination von Ibrutinib und Venetoclax zeigte eine ORR > 50%. Ublituximab und Umbralisib zeigten klinische Aktivität.

Übers. UM

Quelle: ASCO20 Virtual Meeting

Literatur:

Durer S, Durer C, Hoilat GJ et al. Novel approaches in marginal zone lymphoma: Systematic review. ASCO20 Virtual Meeting, Abstract e20089.
https://meetinglibrary.asco.org/record/190192/abstract


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