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Medizin

14. Dezember 2017 Mammakarzinom: Wirksamkeit von Bevacizumab bestätigt, Lebensqualität bleibt erhalten

Die dritte Interimsauswertung der nicht-interventionellen Studie (NIS) AVANTI bestätigte Bevacizumab (Avastin®) in Kombination mit Chemotherapie als wirksame und sichere Therapieoption in der First-Line-Therapie des HER2-negativen metastasierten Mammakarzinoms (mBC) (1). Die Multicenter-Studie, deren Daten an 300 deutschen Kliniken erhoben wurden, zeigte, dass die Lebensqualität (QoL) der Patientinnen weitgehend stabil gehalten werden konnte unter der Therapie mit Bevacizumab/Paclitaxel bzw. Bevacizumab/Capecitabin (Xeloda®), unabhängig vom Alter (< 65/≥ 65 Jahre). Die neuen, aus dem Klinikalltag erhobenen Daten, ergänzen und bestätigen die Wirksamkeit von Avastin® beim metastasierten Mammakarzinom, die schon in zahlreichen Phase-III-Studien gezeigt wurde (2-5).
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Die Kombination von Bevacizumab mit Chemotherapie hat sich als Standard für die First-Line-Therapie beim HER2-negativen mBC fest etabliert. Sowohl die Kombination aus Bevacizumab und Paclitaxel als auch die Kombination mit Xeloda bieten ein zuverlässiges Ansprechen und die Chance auf ein signifikant verlängertes progressionsfreies Überleben (PFS). Die deutsche NIS AVANTI untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit beider Regime im Kontext täglicher Routine.
 
Hohe Ansprechwahrscheinlichkeit mit Bevacizumab

Etwa jede zweite Patientin (51%) sprach auf die Kombinationstherapie mit Bevacizumab an (95%-KI: 49%-54%). Nach einem medianen Follow-up von 12,7 Monaten betrug das mediane PFS der Gesamtpopulation 14,2 Monate (95%-KI: 13,5-15,3 Monate). Patienten mit Triple-negativem mBC (TNBC) profitierten vergleichbar gut von einer Behandlung mit den Kombinationsregimen (12,6 Monate; 95%-KI: 10,7-14,3 Monate). Dabei verzögerte sich die Progression unter der Therapie mit Bevacizumab/Paclitaxel (n = 1658) erwartungsgemäß etwas deutlicher (15,2 Monate; 95%-KI: 14,0-16,2 Monate) als unter der Behandlung mit Xeloda (10,9 Monate; 95%-KI: 10,1-13,4 Monate; n = 398). Die aktuellen Daten untermauern den Stellenwert der Kombination aus Bevacizumab und Chemotherapie als Therapieoption der Wahl, wenn Bedarf an einer Behandlung mit hoher Ansprechwahrscheinlichkeit besteht. Die positiven Wirksamkeitsergebnisse sind vergleichbar auch bei älteren Patientinnen erreicht worden (≥ 65 Jahre).

Lebensqualität unter Bevacizumab plus Capecitabin oder Paclitaxel bleibt unabhängig vom Alter erhalten

Erstmals wurde in der aktuellen Post-hoc-Analyse auch der Parameter der QoL systematisch erfasst und ausgewertet. Sie blieb über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg stabil. Lediglich im Parameter Fatigue und körperliche Leistungsfähigkeit („Physical functioning“) wurde zwischen Therapiebeginn und Woche neun eine nennenswerte Verschlechterung dokumentiert, die sich bis zum Therapieende allerdings sukzessive wieder verbesserte. Patientinnen unter der Kombinationstherapie profitieren, so legen die Daten nahe, von einer hohen Wirksamkeit unter gleichzeitiger Erhaltung der Lebensqualität – und das unabhängig vom Alter. Die Lebensqualität blieb sowohl in der Gruppe der jüngeren (< 65 Jahre) als auch bei den älteren Patientinnen (≥ 65 Jahre) in etwa gleich. Die Lebensqualität wurde mithilfe des QLQ-C30 (Quality of Life Questionnaire core module) der EORTC (European Organisation for Research and Treatment of Cancer) erhoben.
 
Unerwünschte Ereignisse (UEs) der Grade 3/4 traten bei 20% der Patienten auf. Dabei waren ältere Patientinnen etwas häufiger betroffen als jüngere (23% vs. 19%). Die häufigsten UEs waren Fatigue und Hypertonie (jeweils 10%), Diarrhö, Nausea und Polyneuropathie (jeweils 7%), das Hand-Fuß-Syndrom (6%) sowie Epistaxis (5%).

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Müller V et al. SABCS 2017; Poster P1-11-01
(2) Gray R et al. J Clin Oncol 2009; 27: 4966-72
(3) Lang I et al. Lancet Oncol 2013; 14: 125-33
(4) Miles D et al. Eur J Cancer 2015; 51 (Suppl s3): S287, #1866
(5) Robert NJ et al. J Clin Oncol 2011; 29: 1252-60


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