Dienstag, 20. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Piqray
Piqray
Medizin
03. Februar 2021

Krebsimmuntherapie sicher und wirksam als Monotherapie beim NSCLC und in der Erhaltungstherapie beim ES-SCLC

Mit der Krebsimmuntherapie konnten bereits zahlreiche Meilensteine in der Onkologie erreicht werden. Besonders deutlich wird dies in der Behandlung des Lungenkarzinoms, wie neue Daten, präsentiert auf der World Conference on Lung Cancer (WCLC), erneut zeigen: Die Follow-up-Daten der Studie IMpower110 bestätigen den Überlebensvorteil der Monotherapie mit Atezolizumab (Tecentriq®) bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) und hoher PD-L1-Expression im Vergleich zu platinhaltiger Chemotherapie und das bei guter Verträglichkeit (1). Eine explorative Analyse der Studie IMpower133 untersuchte Patienten mit kleinzelligem Lungenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium (ES-SCLC), die über die Chemotherapie-haltige Induktionsphase hinaus progressionsfrei blieben. Die Analyse zeigt, dass Patienten, die die Erhaltungsphase erreichten, hinsichtlich des Gesamtüberlebens (OS) von Atezolizumab profitieren (2).
Anzeige:
Bevacizumab
Die randomisierte, offene Phase-III-Studie IMpower110 untersucht beim fortgeschrittenen NSCLC die Wirksamkeit einer Monotherapie mit Atezolizumab im Vergleich zur platinbasierten Chemotherapie in der First-Line-Behandlung (3). Mit Atezolizumab behandelte Patienten ohne ALK- oder EGFR-Mutationen mit hoher PD-L1-Expression zeigten bei längerer Nachbeobachtung im Vergleich zur primären Analyse (medianes Follow-up des Updates: 31,3 Monate) eine Verlängerung des medianen OS um 5,5 Monate (20,2 Monate vs. 14,7 Monate; HR=0,76; 95%-KI: 0,54-1,09) (1). Das progressionsfreie Überleben (PFS) konnte mit Atezolizumab gegenüber der Chemotherapie klinisch relevant verbessert werden (8,2 Monate vs. 5,0 Monate; HR=0,59; 95%-KI: 0,43-0,81; p=0,001) (1). Die Monotherapie mit Atezolizumab war zudem sicher und gut verträglich. Unerwünschte Ereignisse (UE) vom Grad 3/4 traten bei 33,9% der Patienten unter Atezolizumab auf, bei Patienten unter Chemotherapie hingegen bei 53,2 % (1).

Patientenindividuelle Therapie mit Atezolizumab beim NSCLC

Die aktuellen Studiendaten zur Monotherapie stellen eine weitere Option für die patientenindividuelle Behandlung des fortgeschrittenen NSCLC in Aussicht. Beim NSCLC ist Atezolizumab bereits in der First-Line-Therapie in Kombination mit Bevacizumab (Avastin®) und Carboplatin plus Paclitaxel zugelassen (4). Klinisch relevante Vorteile zeigten sich mit der Kombination besonders bei Patienten mit hoher Tumorlast, u.a. Patienten mit Lebermetastasen und bei Patienten mit EGFR-Mutation nach vorheriger TKI-Therapie. Atezolizumab in Kombination mit Carboplatin und nab-Paclitaxel erweiterte 2019 das Behandlungsspektrum für NSCLC-Patienten mit nicht-plattenepithelialer Histologie und ohne EGFR-Mutation oder ALK-Alteration um eine zusätzliche Option in der First-Line-Therapie des NSCLC (4).

ES-SCLC-Patienten profitieren von Atezolizumab in der First-Line und anschließender Erhaltungsphase

Die IMpower133 ist die erste und bislang einzige Phase-III-Studie, die nach mehr als 20 Jahren Stillstand einen signifikanten Vorteil sowohl beim OS als auch beim PFS in der First-Line-Behandlung des ES-SCLC zeigen konnte. Inzwischen gilt Atezolizumab in Kombination mit Carboplatin und Etoposid als Standard bei dieser aggressiven Form des Lungenkarzinoms (4). Aktuelle Daten einer explorativen Analyse der zugrundeliegenden Studie belegen nun erneut den positiven Effekt von Atezolizumab bei Patienten, die die Erhaltungsphase der Studie erreichten. Ab Beginn der Erhaltungsphase lebten Patienten, die mit Atezolizumab behandelt wurden, mit einem medianen OS von 12,5 Monaten länger als Patienten im Vergleichsarm (8,4 Monate; HR=0,59; 95%-KI: 0,43-0,81). Betrachtet man den Zeitraum ab Randomisierung, profitierten Patienten, die mit Atezolizumab behandelt wurden, hinsichtlich des medianen OS im Vergleich zum Kontrollarm deutlich (15,7 vs. 11,3 Monate) (2).

Prognostische Faktoren für das Erreichen der Erhaltungstherapie identifiziert

In der IMpower133-Studie erreichten in beiden Studienarmen ähnlich viele Patienten die Erhaltungstherapie (77% unter Atezolizumab + Chemotherapie vs. 81% unter alleiniger Chemotherapie). Für das Erreichen der Erhaltungstherapie wurden mit dem Alter, dem ECOG-PS und dem Laktatdehydrogenase (LDH)-Spiegel 3 prognostische Faktoren identifiziert (2). So erreichten Jüngere häufiger als Ältere, Patienten mit ECOG-PS 0 häufiger als jene mit ECOG-PS 1 und Patienten mit geringerem LDH-Spiegel häufiger als Patienten mit höherem die Erhaltungsphase.

Sicherheitsdaten

Die Sicherheitsdaten waren trotz der kontinuierlichen Gabe von Atezolizumab gegenüber Placebo vergleichbar (2). Immunvermittelte UE, wie Ausschlag, Hypothyreose, Pneumonitis oder Pankreatitis waren unter Atezolizumab vorwiegend vom Grad 1/2; UE vom Grad 3/4 wurden selten berichtet. Immunbedingte UE vom Grad 5 traten nicht auf. Die aktuellen Daten belegen, dass sowohl die initiale Therapie mit Atezolizumab in Kombination mit Chemotherapie als auch die anschließende Erhaltungstherapie mit alleiniger Atezolizumab-Gabe zu den beobachteten Überlebensvorteilen der ES-SCLC-Patienten beitragen.

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Soo R et al., WCLC 2020, oral presentation
(2) Reck M et al., WCLC 2020, oral presentation
(3) Herbst RS et al., N Engl J Med 2020; 383: 1328-39
(4) Fachinformation Tecentriq®, aktueller Stand


Das könnte Sie auch interessieren
Aktionswoche zur Aufklärung über Kopf-Hals-Krebs
Aktionswoche+zur+Aufkl%C3%A4rung+%C3%BCber+Kopf-Hals-Krebs
© Merck Serono

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat heute bekannt gegeben, dass es sich auch in diesem Jahr an der Aktionswoche zu Kopf-Hals-Krebs beteiligt. Diese wird zum vierten Mal von der Europäischen Kopf-Hals-Gesellschaft (engl.: European Head and Neck Society, EHNS) initiiert und findet vom 19. bis 23. September 2016 statt. Im Rahmen der europaweiten Aktivitäten veranstalten mehrere deutsche Kliniken und...

Internetplattform „Stärker gegen Krebs“: ergänzende, stärkende Angebote für Krebspatienten in Corona-Zeiten
Internetplattform+%E2%80%9ESt%C3%A4rker+gegen+Krebs%E2%80%9C%3A+erg%C3%A4nzende%2C+st%C3%A4rkende+Angebote+f%C3%BCr+Krebspatienten+in+Corona-Zeiten
© Frantab - stock.adobe.com

Krebspatienten mit einem geschwächten Immunsystem haben laut DGHO (Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie) und Robert Koch-Institut ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung Covid-19. Umso sinnvoller sind begleitende Maßnahmen zur Stärkung des körpereigenen Abwehrsystems, die gleichzeitig das physische und psychische Wohlbefinden und damit die Lebensqualität...

Das Klinikum Herford unterstützt Krebs-Patienten und Patientinnen mit digitalem Therapie-Assistenten
Das+Klinikum+Herford+unterst%C3%BCtzt+Krebs-Patienten+und+Patientinnen+mit+digitalem+Therapie-Assistenten+
© adam121 / Fotolia.de

Das Klinikum Herford bietet seinen gynäkologischen Krebs-Patientinnen ab sofort einen digitalen Therapiebegleiter an, der sie im Umgang mit der Erkrankung unterstützt. Die Smartphone-App MIKA begleitet Betroffene durch die Behandlung und hilft ihnen unter anderem mit Gesundheitsmonitoring und psychosozialem Coaching. Mit dem neuen digitalen Assistenten geht das Klinikum Herford einen weiteren Schritt, um Erkrankte zu mehr...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Krebsimmuntherapie sicher und wirksam als Monotherapie beim NSCLC und in der Erhaltungstherapie beim ES-SCLC"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.