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Medizin

22. Januar 2021 Inoperables NSCLC: Durvalumab erhält EU-Zulassung zur Fixdosis-Verabreichung

Durvalumab (IMFINZI®) wurde in der Europäischen Union für eine weitere Dosierungsoption zugelassen: Ab sofort kann der PD-L1-Inhibitor Erwachsenen mit inoperablem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) und einer PD-L1-Expression ≥ 1% ohne Krankheitsprogression nach einer Platin-basierten Radiochemotherapie (RCT) nun auch alle 4 Wochen in einer fixen Dosierung von 1.500 mg verabreicht werden (1).
80-85% der Menschen mit Lungenkrebs haben ein NSCLC (2–4). Etwa ein Drittel davon befindet sich zum Zeitpunkt der Erstdiagnose bereits im Stadium III der Erkrankung. Obwohl die Mehrzahl dieser Tumoren inoperabel sind, kann meist mit einer Radiochemo-Immuntherapie nach dem PACIFIC-Regime eine kurativ intendierte Therapie angeboten werden (4–6).

Diese neue Dosierungsoption stimmt mit dem Dosierungsschema von Durvalumab beim kleinzelligen Lungenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium (Extensive Disease, ED*) überein und steht nun als zusätzliche und pharmakokinetisch gleichwertige Option auch für PatientInnen mit inoperablem NSCLC im lokal fortgeschrittenen Stadium und einem Gewicht über 30 kg zur Verfügung (1).

Die Zulassung durch die Europäische Kommission basiert auf Daten aus mehreren klinischen Studien sowie pharmakokinetischen Analysen zu Durvalumab. Dazu gehört u. a. die Phase-III-Studie PACIFIC, die für PatientInnen mit lokal fortgeschrittenem inoperablen NSCLC einen signifikanten Überlebensvorteil für eine Radiochemo-Immuntherapie mit Durvalumab im Vergleich zu einer alleinigen Radiochemotherapie belegt und dabei eine zweiwöchentliche gewichtsabhängige Verabreichung von 10 mg/kg genutzt hat (7). Auch Daten der Phase-III- Studie CASPIAN beim ED-SCLC, in der nach der Induktion mit Durvalumab + Chemotherapie (Etoposid und entweder Carboplatin oder Cisplatin, EP) eine Fixdosis alle 4 Wochen in der Erhaltung geprüft wurde, flossen in die Bewertung ein (8).

Die Zulassung erfolgte nach einem beschleunigten Beurteilungsverfahren durch den Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur, der eine Zulassungsempfehlung im Dezember 2020 ausgesprochen hatte. Luis Paz-Ares, MD, PhD, Leiter der Abteilung für Onkologie, Hospital Universitario Doce de Octubre (Madrid, Spanien) und verantwortlicher Prüfarzt für die CASPIAN- Studie, erklärte: "Längere Verabreichungsintervalle spielen für Personen mit Krebs eine bedeutende Rolle und können sich in der jetzigen Zeit gerade für LungenkrebspatientInnen als wichtig erweisen, die einem besonders hohen Risiko für Komplikationen in Verbindung mit COVID-19 ausgesetzt sind. An Krebs erkrankte Personen sollten sich soweit wie möglich darauf konzentrieren dürfen, ihr Leben zu leben. Mit der Fixdosis-Verabreichung steht ihnen nun eine patientenfreundlichere Dosierungsoption zur Verfügung, die Arztbesuche um die Hälfte reduziert und dabei helfen könnte, unnötige Infektionsrisiken in Gesundheitseinrichtungen zu vermeiden."

Zulassungsstatus Durvalumab

Durvalumab kann seit September 2018 in der Europäischen Union als Radiochemo- Immuntherapie (RCI) mit kurativer Intention zur Behandlung des NSCLC im Stadium III mit PD-L1-Expression ≥ 1% nach Platin-basierter RCT eingesetzt werden. Zudem ist der PD-L1- Inhibitor in Europa seit August 2020 in Kombination mit EP mit anschließender Durvalumab- Erhaltungstherapie bei Erwachsenen zur Erstlinienbehandlung des ED-SCLC zugelassen (1).

* Kleinzelliges Lungenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium (Extensive Disease); in der Fachinformation bezeichnet als Extensive Stage SCLC oder ES-SCLC

Quelle: AstraZeneca

Literatur:

(1) Fachinformation IMFINZI®, Stand: Januar 2021.
(2) World Health Organization. International Agency for Research on Cancer. Lung Fact Sheet.
http://gco.iarc.fr/today/data/factsheets/cancers/15-Lung-fact-sheet.pdf. Letzter Aufruf: 10.01.2021
(3) ASCO. Cancer.net. Lung Cancer – Non-Small Cell. https://www.cancer.net/cancer-types/lung-cancer/view-
  all. Letzter Aufruf: 10.01.2021
(4) Cheema PK et al. Curr Oncol 2019;26(1):37-42.
(5) Antonia SJ et al. N Engl J Med 2017;377(20):1919-1929.
(6) Provencio M et al. J Thorac Dis 2011;3:197-204.
(7) Antonia SJ et al. N Engl J Med 2018;379:2342-2350.
(8) Paz-Ares L et al. The Lancet 2019;394(10212):1929-1939.


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