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Medizin

04. Juni 2019 Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom

Eine im Rahmen einer Oral Abstract Session bei der 55. ASCO-Jahrestagung in Chicago/IL, USA, vorgestellte Studie liefert Hinweise darauf, dass eine Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach Ansprechen auf eine Platin-basierte Chemotherapie bei Patienten mit metastasiertem Urothelkarzinom die durch die Chemotherapie erzielten Erfolge erhalten und das progressionsfreie Überleben der Patienten verlängern kann (1,2).
Pembrolizumab als Erhaltungstherapie

Für Patienten mit metastasiertem Urothelkarzinom besteht der Therapiestandard in der Erstlinie derzeit aus einer platinbasierten Chemotherapie ohne nachfolgende Behandlung. Der Chemotherapie folgt eine therapiefreie Periode bis zum Auftreten eines Rezidivs. Da Pembrolizumab (KEYTRUDA®) bei Patienten, deren metastasierte Erkrankung unter der platinbasierten Chemotherapie progredient wurde, das Überleben verlängern konnte (für das Zweitliniensetting nach platinbasierter Therapie ist Pembrolizumab in der EU zugelassen), untersuchte die vorgestellte Studie den früheren Einsatz von Pembrolizumab, nämlich als Erhaltungstherapie (Switch Maintenance) bei Patienten, die auf die Platin-haltige Chemotherapie mit einer kompletten oder partiellen Response oder Krankheitsstabilisierung ansprachen.

Studiendesign

Die 107 Patienten mit metastasiertem Urothelkarzinom, die mindestens eine Krankheitsstabilisierung nach der Erstlinienchemotherapie erreicht hatten, erhielten im Anschluss an die Behandlung nach einer 1:1 Randomisierung entweder 200 mg Pembrolizumab i.v. alle 3 Wochen (n=55) oder Placebo (n=52) für bis zu 24 Monate. Patienten, die unter Placebo einen Progress erlitten, konnten zu Pembrolizumab wechseln. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS) gemäß irRECIST. Die Patientencharakteristika waren zwischen beiden Studienarmen ausgewogen. Im Median erhielten die Patienten 8 Zyklen Pembrolizumab und 6 Zyklen Placebo.

Pembrolizumab verlängert PFS in der Erhaltungstherapie

Wie Galsky in Chicago berichtete, verbesserte die Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab im Vergleich zu Placebo das PFS signifikant (median 5,4 vs. 3,2 Monate; HR=0,64 /95%-KI: 0,41-0,98, p=0,038) (1,2). Ähnliches zeigte sich auch für die sogenannte „restricted mean PFS-Zeit“ (rmPFST), also die mittlere PFS-Zeit bis zu einem definierten Zeitpunkt. Die 18-Monats rmPFST betrug laut Galsky 8,1 Monate für Pembrolizumab und 8,1 Monate unter Placebo (p=0,023). Ebenso wurde unter Pembrolizumab eine bessere ORR erreicht als unter Placebo (22% vs. 12%) und das Ansprechen war unter der Immuntherapie tiefer (9% komplette Remissionen vs. 0% unter Placebo). Unerwünschte Ereignisse von Grad 3/4 traten bei 53% der mit Pembrolizumab behandelten und bei 35% der mit Placebo behandelten Patienten auf.

„Switch Maintenance“-Therapie mit Pembrolizumab profitabel

Die Autoren folgern, dass Patienten, die eine Platin-basierte Erstlinien-Chemotherapie erfolgreich abgeschlossen haben, von einer „Switch Maintenance“-Therapie mit Pembrolizumab hinsichtlich einer Verlängerung des PFS profitieren können. „Die Switch-Maintenance-Behandlung mit Pembrolizumab verzögert bei Patienten mit metastasiertem Urothelkarzinom signifikant die Krankheitsprogression“, fasste Galsky die aktuellen Daten zusammen. Laufende Phase-III-Studien würden die Bedeutung der Switch-Maintenance-PD-1-Blockade weiter klären.
 

cs

Quelle: ASCO 2019

Literatur:

(1) Galsky MD et al. Randomized double-blind phase II study of maintenance pembrolizumab versus placebo after first-line chemotherapy in patients (pts) with metastatic urothelial cancer (mUC): HCRN GU14-182. J Clin Oncol 37, 2019 (suppl; abstr 4504).
(2) Galsky MD. Vortrag bei der Oral Abstract Session „Genitourinary (Nonprostate) Cancer“ im Rahmen der 55. ASCO-Jahrestagung am 3. Juni 2019 in Chicago/IL, USA.


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