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Medizin

23. Oktober 2019 Eisenmangel bei onkologischen Patienten: iv-Eisen kann Transfusionen verhindern

Eisen macht mit ca. 5 g Eisen im Körper einen sehr kleinen Teil unseres Körpers aus. „Doch Eisen ist nicht nur für die Blutbildung sondern für viele Systeme unseres Körpers essentiell. In der Onkologie ist die Bedeutung von Eisen noch einmal besonders. So ist das Rezidivrisiko bei Frauen, die vor Beginn der Behandlung eine Blutarmut mit Eisenmangel haben, größer“, betont Dr. Tilman Steinmetz, Köln.
30-60% (je nachdem welche Definition zugrunde gelegt wird) aller Tumorpatienten haben einen Eisenmangel – mit allen Folgen für die Lebensqualität und die Verschlechterung der Prognose. Im Durchschnitt aller Tumorentitäten haben 33% eine Eisenmangelanämie, am höchsten liegt die Eisenmangelrate bei Patienten mit einem Pankreaskarzinom (63%), einem kolorektalen Karzinom (52%) oder einem Lungenkarzinom (51%).

Die Kunst sei es, möglichst einfache Parameter zu finden, mit denen man über die Gesamtsituation des Körpers eine Aussage treffen könne. Die Transferrinsättigung (normal zwischen 15-45%) sei ein guter Marker, da sie zeige, ob ausreichend Eisen aus den Speichern freigesetzt wird.

Ein Problem sieht Steinmetz in der Diagnostik, denn mit dieser sei es in Deutschland nicht so weit her, obwohl es jede Menge Parameter gebe. „Unser Ziel ist, Patienten besser zu analysieren. Wir wollen etwas mehr Awareness bei den Kollegen in der Hämatologie und Onkologie schaffen, wieviel Eisen der Patient im Körper hat und wie häufig es zur Anämie kommt“, so Steinmetz. Dafür will Steinmetz eine nicht-interventionelle Studie durchführen, die die Transferrinsättigung in den Mittelpunkt stellt. Und der Frage nachgehen, ob der Verlauf des onkologischen Patienten durch präventive Eisengabe positiv beeinflusset werden kann.

Intravenöse Eisensubstitution als sinnvolle, nachhaltige Ergänzung für eine restriktive Transfusionsstrategie

In einer großen, nicht randomisierten, nicht interventionellen Studie (1) an 328 Patienten zu klinischen Erfahrungen mit Eisencarboxymaltose (FCM), von denen 91,2 % einen soliden Tumor und 61% bereits Metastasen hatten, konnte der Hb-Wert schnell und nachhaltig stabilisiert werden. Die Patienten haben von iv-Eisen profitiert (unabhängig davon, ob FCM mit oder ohne Erythropoetin (Epo) gegeben wurde) und brauchten keine Bluttransfusionen, berichtet Prof. Dr. Hans Tesch, Frankfurt/Main. Für ihn ist nach der Behandlung von 500-600 Patienten mit FCM, die Behandlung mit FCM sicher und erfolgreich. Mit iv-Eisen konnte in Studien der Transfusionsbedarf bei Tumorpatienten um 24% gesenkt werden und damit ein wichtiges Ziel für die Patienten erreicht werden.

„Die neue Generation Dextran-freier iv-Eisen-Präparate wie Eisencarboxymaltose (Ferinject®) zeichnet sich durch ein verbessertes Wirkungs- und Sicherheitsprofil aus. Iv-Eisen ist gut wirksam und kann Transfusionen verhindern.“, sieht Tesch.

Ulrike Tietze

Quelle: "Lebens-Stoff Eisen: Wie wirkt sich der Eisenmangel bei onkologischen Patienten aus?", DGHO, 11.10.2019, Berlin; Veranstalter: Vifor Pharma

Literatur:

(1) T. Steinmetz, Annals of Oncology 24: 475-482, 2013


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