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Medizin
04. Mai 2021

Darmkrebs-Therapien: GPR15 – Rezeptor für Migration von Immunzellen

Ein gesundes Immunsystem ist in der Lage, beschädigte Zellen, z.B. Krebszellen zu erkennen und zu beseitigen. Gelingt das nicht, kann es daran liegen, dass die körpereigenen regulatorischen T-Zellen (Tregs) die Immunantwort zu stark herunterregulieren. Da Tregs vermehrt in Blut und Tumorgewebe von Darmkrebserkrankten auftreten, hat ein Forschungsteam der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen hier nach einem möglichen Ansatzpunkt für neue Therapien gesucht.
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„Die Manipulation von regulatorischen T-Zellen könnte in Zukunft in der personalisierten Behandlung von Darmkrebspatienten zum Einsatz kommen“, erklärt Prof. Dr. Astrid Westendorf, die den Lehrstuhl für Infektionsimmunologie innehat. Erste Laborversuche mit vorübergehend ausgeschalteten Tregs zeigten bereits positive Effekte. Die bisher für Patienten verfügbaren Behandlungen sind jedoch häufig unspezifisch und verursachen daher erhebliche Nebenwirkungen.

Marker-Moleküle auf tumorassoziierten Tregs

Die Aufgaben von Tregs im Körper sind sehr unterschiedlich, viele sind nützlich und unverzichtbar. Die Essener Forscher wollten genauer verstehen, was die Tregs in Darmkrebspatienten kennzeichnet. Sie haben sich deshalb Marker-Moleküle angesehen, die ausschließlich auf tumorassoziierten Tregs vorkommen. „Auf diese Weise wird es leichter, tumorassoziierte Tregs gezielt zu bekämpfen, ohne unerwünschte Nebenwirkungen durch das Ausschalten der anderen, positiven Tregs zu riskieren“, so Dr. Alexandra Adamczyk, Erstautorin der nun in Cancer Research veröffentlichten Studie.

Rezeptor GPR15 fördert Produktion von IL-17 und TNF-alpha

Bei der Suche hat das Team festgestellt, dass die tumorassoziierten Tregs tatsächlich durch ein bestimmtes Molekül auf ihrer Zelloberfläche gekennzeichnet sind: sie tragen den Rezeptor GPR15. Dieser Rezeptor hilft den Tregs in das tumoröse Darmgewebe einzuwandern und fördert zudem die Produktion der entzündungsfördernden Botenstoffe IL-17 und TNF-alpha. Um zu prüfen, ob GPR15 wirklich von entscheidender Bedeutung für das Wachstum von Darmtumoren ist, haben die Forscherinnen und Forscher den Rezeptor GPR15 experimentell ausgeschaltet. „Wir konnten sehen, dass das Tumorwachstum langsamer fortschreitet und die Tregs nicht so stark in das Tumorgewebe einwandern“, fasst Dr. Alexandra Adamczyk die Ergebnisse zusammen. Insgesamt schien sich der Teil der körpereigenen Immunabwehr verbessert zu haben, der die Krebszellen bekämpft.

Möglicher therapuetischer Einsatz

Das Essener Forschungsteam sieht in seiner Studie vielversprechende Ansätze für neue Behandlungen bei kolorektalen Krebserkrankungen. „Auch wenn wir vieles davon zunächst nur in experimentellen Laborversuchen zeigen konnten, hoffen wir, wichtige Grundlagen für neue Therapien bei Darmkrebspatienten gelegt zu haben“, so Prof. Dr. Astrid Westendorf.

Quelle: Universität Duisburg-Essen


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