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Medizin
20. Dezember 2012

ASH 2012: Myelofibrose - Ruxolitinib reduziert signifikant Krankheitssymptome und weist auf einen Vorteil im Gesamtüberleben hin

Ruxolitinib reduziert schnell, langanhaltend und signifikant die Splenomegalie und verbessert deutlich die Myelofibrose (MF)-assoziierten Symptome sowie die Lebensqualität der Patienten (1,2,3). Im Zwei-Jahres-Follow-up der COMFORT-I-Studie verlängert Ruxolitinib das Gesamtüberleben der Patienten signifikant vs. Placebo (1) - Auswertungen der COMFORT‑II-Studie zeigen gleiche Tendenz vs. Best Available Therapy (BAT) (2). Aktuelle Ergebnisse belegen gute Langzeitverträglichkeit von Ruxolitinib, der ersten zugelassenen medikamentösen MF-Therapie (1,2).

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Auf der 54. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) im Dezember in Atlanta, USA, wurden aktuelle Daten zum Zwei-Jahres-Follow-up der Zulassungsstudien COMFORT-I und COMFORT-II präsentiert. Diese zeigen, dass Ruxolitinib (Jakavi®) (4) auch über 24 Monate anhaltend das Milzvolumen signifikant reduzierte (1,2). Die Krankheitssymptome verbesserten sich deutlich, wodurch die Patienten eine höhere Lebensqualität erreichten und wieder am normalen Alltag teilnehmen konnten (1,2,3). Darüber hinaus zeigen die bisher veröffentlichten Auswertungen einen Überlebensvorteil der mit Ruxolitinib behandelten MF-Patienten im Vergleich zu Placebo bzw. BATA(1,2).

COMFORT-I: Zwei-Jahres-Follow-up bestätigt gute Wirksamkeit von Ruxolitinib

Die Reduktion des Milzvolumens unter Ruxolitinib hielt in der amerikanischen COMFORT-I-Studie (5) an: 24 Wochen nach Studienbeginn lag diese im Median bei 31,6% und blieb auch nach 96 Wochen stabil. Bei 64% der Patienten konnte eine Reduktion des Milzvolumens von ≥35% über mindestens zwei Jahre erreicht werden (1).

Auch in der aktuellen Auswertung zeigten Patienten unter Ruxolitinib einen signifikanten Überlebensvorteil vs. Placebo: Im Follow-up nach 102 Wochen lebten noch 83% der Patienten im Ruxolitinib-Arm (128/155) gegenüber 73% im Placebo-Arm (113/154) (HR=0,58; 95% CI, 0,36‑0,95; p=0,028). Dies war ein unerwartet positives Resultat, da 111 von 154 Placebo-Patienten innerhalb der ersten zwölf Wochen nach der Erhebung des primären Endpunkts in den Verumarm (cross-over) gewechselt hatten und im Follow-up der Placebogruppe zugeordnet wurden (ITT-AnalyseB) (1).
 

Zwei-Jahres Follow-up der COMFORT-I-Studie
Abb. 1: Zwei-Jahres Follow-up der COMFORT-I-Studie: Signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens durch Ruxolitinib (1)
 


Die Verlängerung des Überlebens kann möglicherweise auf den Einfluss des JAK1/2-Inhibitors auf katabolische Prozesse sowie auf die Umkehrung der Kachexie zurückzuführen sein: Alle Patienten unter Ruxolitinib erzielten eine Gewichtszunahme und eine Verbesserung der Cholesterinwerte (6).

COMFORT-II: Zwei-Jahresdaten zeigen neben Reduktion der Splenomeglie auch einen Überlebensvorteil

MF-Patienten profitierten auch im Follow-up der europäischen COMFORT-II-Studie (7) von der Therapie mit Ruxolitinib im Vergleich zu BAT: 48,3% der Patienten erreichten eine dauerhafte mediane Reduktion des Milzvolumens von ≥35%. Dabei verringerte der JAK1/2-Inhibitor die Splenomegalie sogar bei fast allen Patienten (97,1%) im Vergleich zum Studienbeginn (2). Des Weiteren reduzierten sich die MF-assoziierten Symptome - Patienten erzielten dadurch eine höhere Lebensqualität (2,3). Ruxolitinib wirkte dabei unabhängig vom JAK-Mutationsstatus, der Subgruppe oder der Art der vorherigen Therapie (7,8).

Unter Ruxolitinib konnte außerdem eine Tendenz im Überlebensvorteil im Vergleich zur BAT-Gruppe nachgewiesen werden (HR=0,51; 95% KI, 0,26-0,99; p=0,041) (2). Insgesamt lebten nach im Median 112 Wochen noch 86% (126/146) bzw. 78% (57/73) der Patienten im Ruxolitinib- vs. BAT-Arm. Diese Daten sind umso beeindruckender, da ein Großteil der Patienten im BAT-Arm (61,6%) in der Extensionsphase in den Ruxolitinib-Arm der Studie wechselte.

Langzeitverträglichkeit von Ruxolitinib durch Ergebnisse beider Studien belegt

Auch im Zwei-Jahres-Follow-up beider Studien war Ruxolitinib weitgehend gut verträglich (1,2,3). Auftretende Anämien waren transient und temporär. Im Ruxolitinib-Arm sanken die medianen Hämoglobinwerte in den ersten 12 Wochen ab, stiegen dann ab  Woche 24 wieder auf BAT-Niveau an und blieben über den weiteren Beobachtungszeitraum stabil (2). Auftretende Thrombozytopenien stabilisierten sich über den beobachteten Therapiezeitraum und waren durch ein effektives Dosismanagement kontrollierbar (7).

A: BAT: Best Available Therapy, in Form einer Monotherapie oder Kombinationstherapie
B: ITT-Analyse: Intention to Treat Analyse

Literaturhinweise:
(1) Verstovsek S et al. Long-Term Outcome of Ruxolitinib Treatment in Patients with Myelofibrosis: Durable Reductions in Spleen Volume, Improvements in Quality of Life, and Overall Survival Advantage in COMFORT-I. 54th ASH 2012. Abstr. #800.
(2) Cervantes F, et al. Long-Term Safety, Efficacy, and Survival Findings From Comfort-II, a Phase 3 Study Comparing Ruxolitinib with Best Available Therapy (BAT) for the Treatment of Myelofibrosis (MF). 54th ASH 2012. Abstr. #801.
(3) Harrison CN et al. Expand: a Phase 1b, Open-Label, Dose-Finding Study of Ruxolitinib in Patients with Myelofibrosis and Baseline Platelet Counts Between 50 × 109/L and 99 × 109/L. 54th ASH 2012. Abstr. #177.
(4) Jakavi® (Ruxolitinib) Fachinformation (Stand: August 2012).
(5) Verstovsek S et al. A Double-Blind, Placebo-Controlled Trial of Ruxolitinib for Myelofibrosis. New Eng J Med. 2012; 366:799-807.
(6) Mesa RA et al. Improvement in Weight and Total Cholesterol and Their Association with Survival in Ruxolitinib-Treated Patients with Myelofibrosis From COMFORT-I. 54th ASH 2012. Abstr. #1733.
(7) Harrison C et al.: JAK Inhibition with Ruxolitinib versus Best Available Therapy for Myelofibrosis. N Engl J Med 2012; 366:787-798

Quelle: Pressemitteilung zum Jahreskongress 2012 der American Society of Hematology (ASH), 8.-11. Dezember 2012 in Atlanta, USA. Veranstalter: Novartis Pharma GmbH.


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